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Informationen zum Thema:
Forum:
Diskussionsforum-Angststörungen
Beiträge im Thema:
12
Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Noeline, Nadine, Regina, Melanie, Dani, anke

Angst vor Erbrechen

Startbeitrag von Noeline am 26.01.2004 21:31

Hallo zusammen.
ich bin das erste mal hier. ich bin froh, dass es dieses forum gibt und ich hoffe, dass ich hier auch etwas "hilfe" holen kann. :rp: ich leide seit 1 jahr an angstanfällen, die mich teilweise fast lahm legen ( aber das kennt ihr ja... )
kennt jemand von euch die angst vor übelkeit und erbrechen ? ich hab tage, da hab ich nur angst, dass es mir schlecht wird. ich kann dann nichts anderes denken. das macht mich fast wahnsinnig. keine ahnung, woher diese angst kommt.... kennt das jemand von euch ?
ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand antworten würde.
lieben dank !
noeline
mehr über mich unter www.mutterglueck.ch

Antworten:

Hallo Noeline!

Die Angst vor Übelkeit kenne ich auch! Wie äußert es sich denn bei dir?
Bei mir ist es so das es manchmal wochenlang da ist und dann wieder weg.
Also es kommt u. geht. Verbindest du es mit irgendwelchen Situationen?
Ich selber leide seit 1 Jahr an Angst/Panik u. damit fingen auch die Symptome an.

LG Melanie

von Melanie - am 27.01.2004 10:42
hallo !
bei mir hat es auch vor einem jahr angefangen. ich hatte zeitweise vor allem angst. 4 monate lang habe ich das haus nicht mehr verlassen... dann hat es langsam angefangen zu bessern. aber ganz gut ist es auch heute nicht - leider... ich habe ien kleines kind, was das ganze sehr schwierig macht... ich schaff es nicht, täglich mit ihr nach draussen zu gehen... echt mühsam !
es gibt keine bestimmte situation, mit der ich die angst vor dem erbrechen in verbindung bringe. es ist einfach da.. manchmal ist es ein paar tage lang nicht so schlimm. anfangs war es so schlimm, dass ich fast nichts mehr essen konnte. ich hab 30 kilo abgenommen ( zum glück hatte ich in der schwangerschaft so zugenommen... ich bin jetzt ca 12 kilo leichter als davor ) . ich hasse dieses gefühl der angst, weiss nicht, was ich dagegen tun soll... ich hab jetzt eine therapie angefangen, bei einem therapeuten, der "spezialisiert" ist auf angstanfälle.
was hast du für symptome ?
liebe grüsse
noeline

von Noeline - am 27.01.2004 13:32
Liebe Noeline, Liebe Melanie,

genau das Problem hatte ich vor 7 Jahren auch.
Mir war nur noch übel und ich hatte auch wahnsinnige Angst vor erbrechen.
Meine Tochter ist jetzt 8 Jahre alt. Das ganze fing eigentlich schon wärend der Schwagerschaft (7. Monat) an. Nach der Geburt war es dann ca eindreiviertel Jahr weg und dann kam es ganz schlimm.
Ich habe Unmengen Paspertin-Tropfen (Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen)
eingenommen. Dazu gesellten sich dann im Laufe der Zeit noch Panikattacken und letztlich hab ich eine Therapie gemacht. Nach und nach wurde es langsam!!!! besser. Nach ca. 1 Jahr ging es und nach ca. 2 Jahren war es wieder total weg.

Liebe Grüße
Regina

@ Neoeline
Deine Homepage ist suuuper!!!!

von Regina - am 27.01.2004 18:46
hallo regina !
danke, dass du geschrieben hast und danke für das kompliment betreff meiner homepage !
hast du in der therapie rausgefunden, wieso du so angst hattest vor übelkeit und erbrechen ?
ich hab bei mir keine ahnung, weshalb mir das soooooo angst macht. ich hab in den letzten 13 jahren genau einmal erbrochen und das war am anfang der schwangerschaft. das hab ich auch nicht schlimm gefunden, im gegenteil, es hat sogar gut getan... deshalb verstehe ich noch weniger, wieso ich nur an dieser übelkeit und dem kotzen rumstudieren kann. irgendwie sind das wie zwangsgedanken... ich kann es einfach nicht stoppen. heute ist es wieder ganz schlimm... ich trink dann immer "magen-darm-tee" in der hoffung, dass so nichts passiert. meistens krieg ich aber ein ganz komisches gefühl im magen. ich denke aber, dass das ist, weil ich mich so verkrampfe wenn diese gedanken da sind. ich musste noch nie kotzen, hatte allerdings schon schlaflose nächte, weil ich immer dachte, dass ich sicher gleich muss. wenn ich irgendwo hin gehe, schaue ich immer zuerst, wo ich hinkotzen könnte... wenn ich nichts finde, keinen eimer oder so, dann werde ich ganz unruhig. ach, ich hasse dieses gefühl !
hat dir die therapie geholfen oder ging es einfach so wieder weg ?
liebe grüsse
noeline

von Noeline - am 27.01.2004 19:32
Liebe Noeline

leider kann ich dir keine Ratschläge gegen die Übelkeit geben,
aber ich wollte dir sagen, dass ich deine Hompage super finde.
Meine Angstzustände fingen nach der Geburt meiner Tochter
(vor 13 Jahren) ganz schleichend an. Und im Nachhinhein weiss
ich, dass es "Mutterschaftsdepressionen" waren. Nur damals
kannte es keiner. Zumindest hat mich niemand darauf hingewiesen.
Irgentwann sah ich eine Sendung bei "Fliege" wo dieses Thema an-
gesprochen wurde. Erst dann hab ich mich mit der Problemmathik
auseinandergesetzt.
Dies ist auch der Grund warum ich nicht noch mal schwanger wurde.
Jedenfalls vielen Dank für die hilfreichen Info`s.
Anke

von anke - am 28.01.2004 09:42
Hallo Noeline!

Bei mir fing die Übelkeit mit der Angst/Panik an. Wahrscheinlich weil ich mich in die Symptome so reingesteigert habe. Für mich war das lange Zeit fast unglaublaublich,das nichts organisches dahintersteckt. Mit der Übelkeit
das kam von einer Sekunde zur anderen. Manchmal tagelang,dann wieder mehrmals über den Tag verteilt...bis es wieder für ein paar Wochen ganz verschwunden war. Aber es kam immer wieder. Ich konnte mir das alles nicht erklären,denn es war meistens nicht situationsgebunden. Verträgst du denn noch Kaffee? Ich seit damals gar nicht mehr. Wichtig ist,das du dich nicht in die Symptome hineinsteigerst u. vor allem nicht darüber nachgrübelst,denn das verschlimmert alles nur noch mehr. Mit der Zeit wird es besser,vor allem,wenn du dich nicht ständig damit auseinander setzt. Wahrscheinlich reichen manchmal sogar allein die Gedanken aus um die nächste Übelkeit auszulösen. Du fragst nach meinen Symptomen,also die waren Übelkeit,Schwindel,Herzrasen u. Stolpern. Leider verschwinden die Symptome nicht so schnell wieder wie sie gekommen sind,deshalb muss man viel Gedult aufbringen. Für deine Therapie wünsch ich dir viel Glück!
LG Melanie

P.S.: Die Ursachen liegen in der Angst vor der Angst (also Angst vor der nächsten Übelkeit)...ein Kreislauf den man durchbrechen muss.

@:Regina...wir hatten uns ja vor kurzem mal ausgetauscht. Wollte dir nur sagen,das es mir soweit ganz gut geht. Also die ganzen Symtome sind bei mir im Moment fast verschwunden.
Ich wünsch dir noch einen schönen Tag!
LG von Melanie

von Melanie - am 28.01.2004 10:38
Liebe Noeline,

ich muss mich dem oben gemachten Kompliment anschließen : Deine Homepage ist wirklich wunderschön gestaltet und inhaltlich unglaublich informativ und dadurch auch trostspendend.
Was postnatale Depressionen angeht - davon bin ich selber nicht betroffen. Wohl aber vor der Angst vor dem Erbrechen. Das hat auch einen Namen : man nennt es "Emetophobie". Das, was Du schreibst, kenne ich alles sehr gut aus eigener Erfahrung, mittlerweile geht es mir aber wieder gut. Die Gedanken, die um die Übelkeit und das Erbrechen kreisen, können tatsächlich Zwangscharakter annehmen und beeinflussen dadurch dann auch Dein Empfinden. Das íst sozusagen ein sich selbst verstärkender Teufelskreis. Du musst versuchen, die Gedanken, sobald sie wieder auftauchen, konsequent zu stoppen. Ich weiß, das schreibt sich so leicht, aber es ist so schwer umzusetzen. Wen Du Dich in Gedanken immer nur mit Übelkeit auseinandersetzt, dann ist es aber kein Wunder, dass es Dir irgendwann tatsächlich übel wird und Du glaubst, dass Du Dich übergeben musst.
Vielleicht ein kleiner Trost : Emetophobiker haben eine besondere Körperbeherrschung und können das Erbrechen fast immer vermeiden - dafür spricht auch die Tatsache, dass Du schon seit fast 14 Jahren nicht mehr erbrochen hast. Bei mir ist es schon länger her, im Vergleich zu anderen Menschen ist das eine extrem lange Zeit.

Ich wünsche Dir alles Gute und weiterhin ganz viel Kraft!

Nadine

von Nadine - am 28.01.2004 16:46
Liebe Noeline,

ich kann Dich sehr gut verstehen.
Bei mir war es damals so schlimm, daß ich mit einem Eimer !! Auto gefahren bin. Der stand immer auf dem Beifahrersitz. Jahrelang hatte ich noch immer eine Plastiktüte im Handschuhfach.
Mir war eigentlich immer schlecht Tag und Nacht. Ich hab mit einem Eimer nächtelang vor dem Fernseher gesessen, weil ich vor Übelkeit nicht schlafen konnte. Unter meinem Bett hatte ich auch immer eine Schale. Ich hab mir den Magen spiegeln lassen, unzählige Untersuchungen durchführen lassen es war alles in Ordnung.Ich hab auch viel vermieden wegen der ständigen Übelkeit, bin auch nirgends mehr hingegangen.
Tja, die Therapie? - hat schon geholfen aber gleichzeitig haben sich auch meine Lebensumstände verändert, meine Tochter kam in den Kindergarten, ich fing wieder an halbtags zu arbeiten und wir kamen endlich raus aus unserer kleinen Wohnung indem wir uns ein Haus bauten.
Es war nicht schlagartig weg, aber es wurde immer besser. Ich hab dann einen langersehnten Wunsch erfüllt bekommen. Ich bekam einen Hund. Dadurch war ich gezwungen viel rauszugehen. Es hört sich vielleicht blöd an, aber mit dem Hund wurde es deutlich besser.
Die Therapie hat jedenfalls dazu beigetragen. Ich hab dann auch immer, wenn mir schlecht war, irgendetwas gemacht, Rasen gemäht, Fenster geputzt usw
Nach ca. 2 Jahren war es dann total weg.
Aber ich kann Dich in einer Beziehung beruhigen. Ich habe nie !!! erbrechen müssen. Es sind eben nur die Gedanken.

Liebe Grüße
Regina

von Regina - am 28.01.2004 19:25
hallo ihr lieben !!!
also, dass ich da so mit komplimenten überhäuft werde, lässt mich glatt die angst vor dem erbrechen vergessen ;o) lieben dank an alle, die meine hp besucht haben und mich so loben ! es its mir viel wert, anderen mut zu machen, was die postnatalen depressionen anbelangt.
das mit der übelkeit usw krieg ich hoffentlich in den griff... @regina : lieben dank, jetzt weiss ich den namen und kann "googeln" gehn ;o)
ist das verbreitet ?? haben viele angst vor dem kotzen ?? mein mann sagt immer, dass das für ihn gar nicht schlimm sei, andere mamis erzählen mit aller selbstverständlichkeit von magen-darm-grippen und ich mach mir fast in die hose vor angst... wird das je wieder weggehen ????
ich hab auch riesige angst, dass meine tochter so eine magen-darm-grippe bekommt und ich mich dann anstecke... HORRORRRRRRRRRRR !!!!! ich darf gar nicht dran denken....
ich wünsch mir soooo sehr, dass diese gedanken endlich weggehn... 1 jahr hab ich das jetzt schon... und ich merke genau, dass ich mir nur einbilde, dass mir schlecht ist... es ist gar nichts ! ich mein das nur, aber das kennt ihr ja... wenn ich irgendwo hin geh, schau ich immer, wo ich hinkotzen kann, falls es soweit kommt... das schränkt mich sehr ein, weil wenn ich nirgends einen eimer oder so seh, werd ich ganz nervös.... zu hause hab ich das auch, nicht immer, aber es kommt vor, dass ich mir überlege, wie ich am schnellsten zum klo komm.... schlimm find ich, dass mir bewusst ist, dass diese gedanken unrealistisch sind und ich sie trotzdem nicht weg bring...
achachach.... hoffentlich hat das bald ein ende....
liebe, ans kotzen denkende grüsse
noeline

von Noeline - am 28.01.2004 20:32
Hallo Noeline,

es gibt unglaublich viele Menschen, die so eine Emetophobie haben - auch wenn man als Betroffene immer denkt, man stünde damit allein auf dieser Welt. Für mich ist eine Magen-Darm-Grippe auch das Schlimmste, was ich mir auf der Welt vorstellen kann. Ich pumpe mich immer mit Vitamin C und Zink voll, dass ich so gut wie möglich vor Infektionskrankheiten geschützt bin.

Jetzt lies aber bloß im Internet nicht zuviel über dieses Thema - sonst steigerst Du Dich noch weiter hinein, das tut Dir sicher nicht gut. Steck Deine Energie stattdessen lieber in Deine Homepage, das ist sicher konstruktiver.


Alles Liebe,

Nadine

von Nadine - am 28.01.2004 20:56
Hallo alle zusammen!

Ich habe auch Emetophobie - eigentlich schon ewig. Bin jetzt 26 Jahre alt. Ausgelöst wurde das ganze bei mir (vermutlich) hauptsächlich dadurch, dass ich mit 4 Jahren einen ganz schlimmen Virus hatte und zwei Wochen dauerkotzen musste. Seitdem habe ich diese Angst. Heuer habe ich mit einer Therapie begonnen und mich endlich auch dazu durchgerungen, eine Magenspiegelung machen zu lassen. Laut histologischem Befund habe ich mittlerweile eine chronische Gastritis - die meiner Meinung nach ausschließlich von dem dauernden Stress kommt, den ich mir selber mit meinen Gedanken und Ängsten mache. Naja - und wie die aussehen, das wisst Ihr ja alle ;)

Es tut gut zu hören, dass es auch jemanden gibt, bei dem die Angst wieder gänzlich verschwunden ist!!! Das macht mir Mut. Ich habe es mittlerweile schon so satt, mich dauernd elend zu fühlen, Angst vor der Angst zu haben, und jedesmal wenn ich höre, dass irgendwer nen Virus hat, gleich in Panik zu verfallen. Ich hatte deshalb schon einmal eine Depression und bin kaum mehr aus dem Haus gegangen. Dann bin ich mal wieder total aggressiv und ziemlich launisch. Doch eigentlich möchte ich mich einfach nur mal längere Zeit richtig gut fühlen und unbeschwert und sorgenfrei leben. Aber wem sage ich das...

Übrigens - ich hab mal wie gelesen, dass die Emotophobie eine sehr häufige Angst ist - kommt an 4. oder 5. Stelle oder so. Hat mich total gewundert, als ich das gehört habe, denn man meint ja immer, man ist mit seiner Angst alleine. Einen Tipp habe ich noch: Es gibt eine Online-Selbsthilfegruppe unter www.emetophobie.de - da kann man sich mit Leuten austauschen, die auch unter dieser Angst leiden. Das hilft vielleicht ein bisschen.

Alles Gute!

Dani

von Dani - am 02.02.2004 11:52
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