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Diskussionsforum-Angststörungen
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Raffaela, Miny, Stonster

Angst - Einsamkeit - Freund distanziert sich jetzt auch noch :-(

Startbeitrag von Raffaela am 24.02.2005 15:52

Hi,
schön (und traurig) zu sehen, dass ich mit meinen Panikattacke nicht alleine bin, sondern auch andere darunter leiden...
Aber das Schlimmste ist für mich im Augenblick, dass ich das alles mutterseelenalleine durchstehen muss und außer meiner lieben Freundin, mit der ich jede Nacht mehrere Stunden telefoniere, niemanden habe. (sie ist wirklich ein Engel, weil sie sich den Katzenjammer Nacht für nacht anhört - leider wohnt sie zu weit weg um einfach zu mir zu fahren).
Dabei habe ich ja "eigentlich" einen Freund, aber der versteht nicht, was da mit mir passiert und distanziert sich total von mir - was das Ganze natürlich noch schlimmer macht - aber er kann mit all dem überhaupt nichts anfangen. Dabei könnte er mir so sehr helfen, in dem er einfach nur da ist, mich vielleicht in den Arm nimmt und mich beruhigt. Aber das WILL er nicht, weil er meint, er fühlt sich eingeengt, wenn ich mir wünsche, dass er doch wenigstens Abends noch anruft. Daraufhin ist er dann gleich bei meinem letzten Panikanfall einfach für 1 Woche zum skifahren gefahren. Angerufen hat er auch nur ganz kurz ab und zu, weil er nicht so gerne mit mir telefonieren will im Urlaub - immerhin will er sich erholen und findet das unhöflich den Gastgebern gegenüber, wenn er da jeden Abend telefoniert. Als ich ihm dann ein mal gesagt habe, dass ich es eigentlich wichtig gefunden hätte, wenn er bei mir geblieben wäre und mir versuchen würde zu helfen, meinte er, dass das ja wohl eine Frechheit sei von jemand anderem zu verlangen, dass er sich mit meinen Problemen rumschlägt. Er würde das nie tun - hat er gesagt. Er würde sich seine Probleme mit sich selbst ausmachen und nicht andere damit belasten. Tja - und jetzt entfernt er sich immer mehr (wir haben getrennte Wohnungen, weil wir noch nicht so lange zusammen sind) - ist immer öfters in seiner Wohnung, geht alleine aus, und ruft mich immer seltener an. Gestern Nacht habe ich 4 Stunden auf seinen Rückruf warten müssen und dadurch wieder eine Panikattacke bekommen. Anfangs war ich noch total ruhigg und dachte, er wird schon zurückrufen, wenn er den Anruf am Handy sieht. Hat er aber nicht. Dann kam die Angst - aus der Angst wurde Panik. Dann habe ich es nochmal probiert und dann nach 1,5 Stunden sogar noch ein drittes mal. ich dachte, vielleicht hat er das Handy ja in der Jacke und nur nicht gehört? Deshalb habe ich eben noch mal (insgesamt 3 mal) angerufen, in der Hoffnung er würde es dann endlich hören. Als er dann endlich zurück gerufen hat, war er stinksauer, weil ich ihn 3!! mal versucht habe anzurufen. Er will halt einfach sein handy nicht auf "laut" stellen, wenn er mit seinen Freunden unterwegs ist - da hat er einfach keinen Bock mit mir zu telefonieren und er fühlt sich schon wieder eingeengt, nur weil ich versucht habe ihn zu erreichen ( - ich war aber in Not - aber das ist genau das, was er nicht verstehen kann).
Tja - habe mir überlegt mich von ihm zu trennen, da ich ja eh dauernd alleine bin und meinen Kummer alleine meistern muss. Ist das eine Partnerschaft? Wo man sich einfach aus dem Staub macht, wenn es dem anderen schlecht geht? Sollte man nicht gerade dann für den anderen da sein? Nur zum "lustig sein" brauche ich doch keine Partnerschaft, denn dafür finde ich an jeder Ecke jemanden, der mit mir lustig sein will... Oder sehe ich das falsch ? Wie auch immer - ich war einmal eine sehr lebenslustige und aktive Frau - eine sogenannte "Powerfrau" - war immer unterwegs - sportlich - hatte liebe Freunde.
Heute verbringe ich jeden Abend alleine zu Hause und habe Angst. Und manchmal wird aus der Angst Panik. Und dann denke ich mir, das kann doch nicht das Leben sein - oder?
Vor 2 Wochen habe ich dann versucht die Angst mit 3/4 Flasche Wein zu bekämpfen. Immerhin sagt man ja, dass Alkohol ein "Angstlöser" ist. Also habe ich es ausprobiert. Und dann bin ich in meiner Verzweiflung heulend und japsend nur in einem ärmellosen Leibchen raus in den Schnee - bin herumgeirrt (mitten in Wien - peinlich), habe keine Luft gekriegt, habe geweint und gehofft, dass ich vielleicht erfriere und dann wenigstens tot bin.
Macht Alkohol nun die Angst besser oder löst es sogar ev. Panikattacken aus? Natürlich wird jetzt keiner hier schreiben "trink jeden Tag eine Flasche Wein, dann ist die Angst weg" - aber ich wüsste doch gerne wie denn nun Alkohol wirkt. Dafür oder dagegen ? Ich mein gegne die Panikattacken?
Tja - und so ist das halt, wenn man nicht mehr perfekt funktioniert, distanziert sich die Umwelt - und leider auch mein Partner. Ich habe versucht es ihm zu erklären, aber er kann sich darunter nichts vorstellen, weil er ja immer sagt, es gibt doch gar keinen Grund für Traurigkeit oder Angst. Es ist doch eh alles o.k. Er will, dass ich wieder so bin wie früher. Das will ich ja auch... Aber wie?
Ich versuche es schon mit Bachblüten, Johanniskrauttee, Reiki, Kinesiologie,... Aber die Angst kommt und geht wie sie will und raubt mir mein Leben...
Und wenn ich jetzt meinen Partner auch noch verliere, dann ist sowieso alles aus und vorbei...
Ich lese bei den anderen Beiträgen so oft, dass die Partner den Betroffenen helfen und zur Seite stehen - nur meiner nicht - der will mich nur haben, wenn ich perfekt funktioniere...
Ich wünsche Euch allen einen schönen Abend,
liebe Grüße,
Raffaela

Antworten:

Zum Thema Allohol.Alkohol verstärkt eigentlich nur den Zustand in dem du dich gerade befindest.Habs paarmal versucht.Die ersten zwei Male wars ok,aber danach...
Hab Panikstörung seit zwei Jahren.Geht aber langsam bergauf.Die Situationen immerwieder durch machen.Aber was lernen fürs nächste mal.Is wichtig.Gibt immer wieder Durchhänger mit Depris undso aber es kommt langsam.Geh wieder alleine einkaufen autofahren usw.War vorm Jahr unmöglich.Die Routine kommt irgendwann aber nich wenn du dich bei jeder Attacke genauso kampflos ergibst,und dich immer wieder gleich verhältst.Keep smiling irgendwann weisst du wieder wo es langgeht.
P.S Such dir nen Freund der dich wirklich liebt das is viel wert gerade mit unserer Krankheit

von Stonster - am 24.02.2005 17:05
Liebe Raffaela,

das mit dem Alkohol lass mal besser sein, denn der verstärkt nur die Grundstimmung d.h. du kriegst noch mehr Angst als vorher!!
Und: hast du dir schon mal überlegt ob dein Freund nicht der Auslöser deiner Panikattacken ist bzw die Grundangst verstärkt hat?? es stimmt schon - diejenigen die keine Angststörungen haben können unsere Attacken wirklich nur schwer nachvollziehen- aber ungerührt in den Skiurlaub fahren finde ich ehrlichgesagt schon sehr sehr egoistisch und lieblos. und dass du deine Probleme mit dir allein ausmachen sollst nur damit er die lustige Powerfrau hat und sich mit nichts belasten muss. Ich glaube du hast sehr Angst vor einer Trennung, so wie du schreibst dass dann "alles aus und vorbei" ist.
Mein Tip: such dir erstmal professionelle Hilfe (ich weiss das klingt jetzt furchtbar nach Klapsmühle und Zwangsjacke ist aber in der heutigen Zeit was total normales; wenn dir körperlich was fehlt gehst du doch auch zum Arzt oder??na eben.), dein Arzt soll dir erstmal was zur Beruhigung verschreiben (bachblüten helfen schon, aber bei ner handfesten Panikattacke eher weniger) und an nen Psychologen überweisen. warte nicht zu lange, schließlich tust du dir damit nur etwas gutes.
Und: bau dir dein Leben als Powerfrau wieder auf! denk dir, da draußen warten Tausende Männer auf dich die dich liebend gerne trösten würden, überdenke die Beziehungen zu deinem (egoistischen!!!!!!!!!!) Freund!! Geh wieder aus, such dir Hobbies die dir Spass machen z.B. Tanzkurs?
Du brauchst Sicherheit- und oft kommt die am allersersten aus und selbst.

Alles alles Liebe, Kopf hoch - du schaffst es, hab Vertrauen!
du musst nicht unbedingt Opfer der Angst sein - überwinde sie, das geht, glaub mir!
Lg, Miny!

von Miny - am 25.02.2005 01:16
liebe Miny!
Danke für deine lieben Worte - du hast natürlich sehr recht!
Ja - er ist egoistisch - und ich finde das eigentlich ziemlich arg... Aber da sind immer Phasen, wo ich wütend bin (so wie jetzt), da gehts mir viel besser. Da denke ich dann "ich hab was besseres verdient und er soll sich zum Teufel scheren". Aber in dem Augenblick wo die Angst hochkommt, da kehrt sich alles ins Gegenteil und ich bettle darum, dass er mich einfach nur in den Arm nimmt oder anruft. Da erniedrige ich mich so sehr in meiner Not, dass mir schlecht wird im nachhinein.
Dass da draussen 100 Männer warten, die mich gerne trösten würden, stimmt leider nicht. Denn offensichtlich sieht man mir mein unglaubliches Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit so sehr an, dass alle Menschen reißaus nehmen oder ich weiss auch nicht... Komisch... :-(
Dabei wollen doch alle das gleiche - Geborgenheit und Liebe - oder?
Und trotzdem finde ich keinen Menschen - und je mehr ich suche und mich bemühe, umso schlechter wird es. Dabei denke ich, dass ich viel zu bieten habe. Ich bin nicht unhübsch, habe eine gesicherte Existenz, bin verlässlich, etc... und ich bin bereit viel zu geben - aber leider will niemand meine Liebe - und somit will natürlich auch keiner für mich da sein - und schon gar nicht jetzt wo es mir schlecht geht :-(
Außer meiner Katze. Habe seit 12 Jahren meine Katzen, die mir immer in meiner schweren zeit so liebevoll zur Seite gestanden sind - und auch da hat mir das Schicksal übel mitgespielt - ich musste am Aschermittwoch (also grade mal 2,5 Wochen her) das Katzen-Mädchen einschläfern lassen - sie hatte ein Nierenversagen. Jetzt habe ich noch den Kater - der mir sehr viel bedeutet - aber der Tod meiner geliebten Katze hat mich leider da ganz schön wieder hineingerissen in das große schwarze Loch, in dem lauter Angst ist... :-(
Achjeee - ich bin froh, dass es das Internet gibt und Menschen wie euch - d.h. ich bin doch nicht ganz alleine :-)
Alles Liebe und einen schönen Tag noch,
Raffaela :-)

von Raffaela - am 25.02.2005 09:37
Liebe Raffaela,

glaub mir, ich kenne das Gefühl, dass man sich an einen anderen klammert und darum bettelt, in den Arm genommen und geströstet zu werden!! Aber weisst du, was ich daraus gelernt habe?? Nur du, du selber kannst dir diese Sicherheit geben, die dn brauchst, nur du selbst. Ganz davon abgesehen, dass diejenigen, die keine Angststörung haben, nicht wissen können, was plötzlich los ist!! Da heult man und ist panisch, und der andere sagt nur richtigerweise "es passiert doch gar nichts!!???" Du musst ganz einfach Strategien entwickeln, mit denen du dir selber helfen kannst und niemand anderen dazu brauchst, das ist der ganze Trick.
Dass mit den Männern die reißaus nehmen, weil man dir anmerkt dass es dir schlecht geht: jetzt stell dir mal folgende Situation vor: du triffst einen tollen Typen auf ner Party, der sich mit angstgeweiteten Augen zitternd an sein Glas klammert. Sagen wir mal, du sprichst ihn trotzdem an, und 5 minuten später fällt er dir schluchzend um den Hals und schreit "ich hab ja sooooooo Angst!!!!!" Glaubst du wirklich, dass das deine Traumbeziehung werden könnte??
Ich weiss es ist sehr sehr schwer: aber du musst erst in dr Lage sein mit dir selbst zu leben bevor du mit jemand anderem leben kannst, denn Samariter in der heutigen Welt gibt es leider nur sehr wenige. Ist ganz klar, dass man sich an den anderen anlehnen darf und der auch für einen dasein soll, aber wenn wir uns panisch an deren hals werfen, kennen sie sich eben leider nicht aus weil es für sie eben keinen NACHVOLLZIEHBAREN Grund gibt, und sie auch gar nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen! Männer sind so. Nur wenn wir hysterisch schreien "in der Dusche sitzt eine Riesenspinne!! Rette mich, mein Held!!" dann können sie auch aktiv was tun indem sie die Spinne erschlagen (oder selber hysterisch zu brüllen beginnen, hab ich auch schon erlebt!) und so auch das Gefühl haben, sie KÖNNEN dir helfen, aber bei einer unserer Panikattacken sind sie hilflos und können uns nicht helfen, glaub mir.
Das mit der Katze kann ich nur zu gut verstehen, ich habe selber welche und liebe sie über alles, ich habe auch viele Tiere zu Grabe tragen müssen, und das löste auch IMMER Angstattacken in mir aus, und ich konnte mir das nie erklären, was das damit zutun hatte!!

Du schaffst das, du schaffst das, du schaffst das!!!!!!
Und hab nicht so viel Zweifel an dir selbst!! Sei ehrlich, du würdest auch eher den fröhlichen Sunnyboy anbaggern als den Trauerkloß, ganz egal wie der aussieht, ob er gesicherte Existenz hat usw..., ODER??? Na??? Na siehst du!!
Du kriegst das schon in den Griff, notfalls lass dir helfen dabei, ok??

Alles alles Liebe & Kopf hoch catwoman!
Lg,
Miny

von Miny - am 27.02.2005 18:34
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