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Diskussionsforum-Angststörungen
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 12 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 12 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Heike, Joy, Marlies, anna

Autoangst, Geschwindigkeit, Dunkelheit, Tunnel

Startbeitrag von Heike am 05.09.2005 22:30

Hallo, hier ist Heike.

Mittlerweile schau ich gar nicht mehr so viel im Internet herum, weil mich das meistens nur noch "ver-rückter" macht. Doch heute habe ich so viel Angst und weiß mir für den Moment nicht mehr zu helfen, dass ich auf diese Seite gestoßen bin. Nach kurzem Drüberstöbern - gefällt mir sehr gut.

Zu meiner Person: Ich bin ängstlich, panisch, depressiv - mehr oder weniger seit vielen Jahren. Mit viel Klinikerfahrung, Psychotherapie. Momentan bin ich wieder dabei, mir eine Psychotherapeutin zu suchen. Halte viel von Selbsthilfe, nehme keine Medikamente mehr (da bei mir Suchtpotenzial), rappele mich immer wieder auf. Ich bin so mürbe ... bin traurig (schön, wenns fliesst ... - besser als Aggression oder Gefühllosigkeit), bereits anfänglich in den Wechseljahren. Habe immer wieder Hoffnung. Doch manchmal gehts nicht mehr. Und ich bin eher jemand, der immer wieder tut und handelt anstatt liegenzubleiben. Manchmal weiss ich nicht mehr, ob das richtig ist. Halte das ewige Grübeln und dieses verdammte Gefühl der Sinnlosigkeit nicht aus. Dann mach ich lieber was - mal mehr, mal weniger konstruktiv.

Für heute habe ich eine Frage ans Forum. Kurz zur Vorgeschichte: Anfang Mai bekam ich im Hamburger Elbtunnel während des Fahrens eine Panikattacke. Erschreckte mich sehr, denn so etwas kannte ich bis dato nicht. Angst ja, Depression ja - aber nicht so Paniken. Seitdem habe ich Angst vorm Autofahren, fahre keine Autobahn mehr, Brücken machen mir auch Angst, Tunnel sowieso - und bin sogar gehandicapt im alltäglichen "normalen" Fahren durch meine Stadt. Wenns dunkel wird, ists ganz aus. Irgendwie packe ich das immer noch - aber danach bin ich total fertig, verstehe es nicht. Gemein wirds auch, wenn jemand neben mir sitzt. Allein geht es noch gerad so eben.

Nun werden mein Partner und ich in 2 1/2 Wochen eine ca. 650 km lange Reise (Hinweg) machen - über unbekannte Autobahnen (ich muß nicht fahren), Brücken etc. Bekomme Schweißausbrüche und Angstattacken, wenn ich nur daran denke. Denn mittlerweile ist es auch so, daß mir überhaupt Autobahnen Angst machen und vor allem Geschwindigkeit (vor allem die der anderen Raser). Hatte in meinem Leben schon immer ein leicht mulmiges Gefühl auf Autobahnen, aber es war ok. Was kann ich tun? Ganz konkret? Hat jemand einen Tipp oder eine Übung für mich. Dafür wäre ich sehr dankbar.

Ich weiß, daß bei mir sehr viel im Argen liegt - und wahrscheinlich alte Trauma abgerufen werden. Aber der Anfang der Psychotherapie ist noch weit - und ich bin einfach machtlos.

Ganz liebe Grüße von Heike - und vielen Dank für eine Antwort - mir wär schon geholfen, wenn es Menschen gäbe, die ähnliche Probleme hätten. Denn ich kenne niemanden, der solch eine Angst vor Autofahren und Dunkelheit hat.

Antworten:

Hallo Heike!

Ich kenne die Angst davor auf der Autobahn zu fahren. Und ich bin nur Beifahrer. Ich hasse es überholt zu werden und noch viel schlimmer ist es, wenn wir überholen. Ich habe große Angst im Tunnel, also da bringt mich sowieso keiner mehr rein. Aber wie ich dir helfen kann - ich weiß es nicht. Ich nehme vor einer gefürchteten Autofahrt an einem schlechten Tag vorher meine Passedantropfen, die beruhigen mich und versuche mich gedanklich ganz woanders hinzudenken. Mehr habe ich leider nicht für dich.

Alles Gute an dich!
Joy

von Joy - am 06.09.2005 07:08
Hallo,
ich kann Dir nur raten Dich mit Deinen Ängsten zu konfrontieren. Ich weiss dass dies sehr viel Mut beinhaltet, aber dass ist die einzigste Möglichkeit , dass Du erkennen kannst, dass Panik schlimm ist , sie auch kaum auszuhalten ist. Aber sie geht auch wieder . Es wird Dir bei einer Panikattacke nichts schlimmes passieren , ausser dass Du durch diese grauenvolle Angst durchgehen must, damit Du nicht anfängst zu vermeiden. Wenn Du einge Male durch die Angst gegangen bist, wird sie in den jeweiligen Situationen wieder ganz verschwinden.
Ich wünsche Dir ganz viel Mut
liebe Grüsse
Anna

von anna - am 06.09.2005 08:04
Hallo Joy, hallo Anna,

danke für Eure schnellen Antworten und Euer Mitgefühl. Baldrian fällt mir noch ein. Hm. Was mir am meisten schwerfällt, ist die Annahme. Annahme dessen, dass ich gerad nicht kann - in diesem Fall meine Unzulänglichkeit, wie gewohnt Auto zu fahren. Ich fühle mich so gehandicapt. Manchmal bin ich Vermeiderin, manchmal nicht. Autobahn alleine fahre ich auf gar keinen Fall mehr, als Beifahrerin bleibt mir nichts anders übrig, und ansonsten fahre ich Auto wie immer, nur halt nicht mehr alle Strecken. Es hat was mit Versehrtheit zu tun, versteht Ihr das? Bzw. die Unversehrtheit ist dahin. Und ich bin gerne und zügig Auto gefahren. Nur ist seitdem auch viel passiert in meinem Leben; hatte letztes Jahr eine große Krise, war dann 3 Monate in Therapie, ganz weg von zuhause, kam gestärkt wieder, und jetzt gehen die Ängste und Paniken los. Denn ein Paket bin ich nicht losgeworden. War nicht die Zeit. Jetzt ist so eine generelle Angst, und die drückt sich besonders beim Autofahren aus, aber auch bei zig anderen Sachen. Zum Beispiel habe ich am Freitag eine Gerichtsverhandlung. Etwas, was mir früher nie was ausgemacht hätte. Heute macht mir das Angst. Dabei bin ich sehr stark, wirke auch so, war immer mutig. Oder die Angst, im Dunkeln an einem Bahnübergang (im Auto) zu stehen und warten zu müssen. Fahrrad fahren im Dunkeln ist auch nicht mehr. Alles, was ich weiß, dass diese Sch... sehr tief sitzt, sehr alt ist ... und dass ich lernen muß, die Störungen zu akzeptieren. Wird es denn irgendwann wirklich wieder besser, wenn ich immer wieder durch die Ängste gehe?

Lieben Gruß für heute sagt Heike

von Heike - am 06.09.2005 23:00
Liebe Heike!

Wenn du mich fragst, ja. Warum kann ich dir sagen, irgendwann geht es in deinem Kopf klick, so wie sie gekommen sind verschwinden sie auch wieder. Das ist meine Meinung. Bei mir geht´s gerade klick. Ich bin zwar noch nicht geheilt, aber es wird immer besser. Ich versuche mich auch oft meinen Ängsten zu stellen und das Glücksgefühl wieder etwas geschafft zu haben ist herrlich. :-)

Alles Liebe an dich!

von Joy - am 07.09.2005 09:02
Hallo Heike!


Mir geht es auch so!Versuche wenn möglich jede Autofahrt zu vermeiden.
Selbst auf Landstrassen versuche ich nur die Strecken zu fahren,
wo ich weiß das ich im Ernstfall auch anhalten kann.
Nehme dadurch auch große Umwege in kauf.

Gruß Marlies

von Marlies - am 10.09.2005 16:17
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