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Diskussionsforum-Angststörungen
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1
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
claudia

An Andrea

Startbeitrag von claudia am 09.01.2006 19:46


Hallo Andrea,

komme erst heute dazu, dir zu antworten, da unsere ISDN-Anlage eine Macke hatte, und die liebe Telekom mal wieder 2 Tage auf sich warten ließ.

Mir geht es schon besser, das komische Gefühl im Kopf ist war am Freitag wieder weg. Dafür habe ich mir heute im Auto zurechtgelegt, was ich meinem Therapeuten am Freitag erzähle, was vorgefallen ist, die Sache mit dem Kopf usw. Und siehe da, ich war kaum zu Hause und meinte, ich hätte wieder so ein Gefühl im Kopf. Taub kann ich nicht sagen, denn ich merke ja,wenn ich mich zwicke oder kratze, aber es ist so seltsam, wie pelzig oder so, ganz schwer zu beschreiben.

Du fragtest, ob meine Ängste situationsbezogen sind. Ich denke schon, denn in den letzen 2 Wochen haben wir ziemlich Trubel im Büro. Ein neuer Chefarzt ist da und es stehen viele Veränderungen an. Es ist eine richtige Unruhe in der Klinik. Und von daher denke ich, das es da einen Zusammenhang gibt. Denn ich hatte ja während meiner Mutter-Kind-Kur fast keine Probleme, auch ganz wenig Krankheitsängste und wenn sie hochkamen, konnte ich sie relativ schnell wieder unterdrücken, was mir zu Hause nur sehr sehr selten gelingt. Das war schon interessant für mich,das festzustellen. Ich war dort so abgelenkt, daß ich oft gar keine Zeit oder Lust hatte, darüber nachzudenken. Und mir ist auch bewußt geworden, daß ich mir dringend etwas zum Ausgleich für mich selber suchen muß. Denn wenn ich was tue (kein Haushalt oder ähnliches), merke ich, daß ich abgelenkt bin, und daß es mir besser geht.

Manchmal ist es auch so, daß ich von einer Minute zur anderen in eine andere Krankheitsangst falle. Erst der Brustkrebs, dann kommt mal wieder der Gedankenblitz Schlaganfall und von jetzt auf gleich schaltet das im Gehirn um und der Kreislauf geht wieder los. Geht dir das auch so?

Weißt du, eigentlich müßte ich das Spielchen mittlerweile kennen. Aber diese Scheiß Symptome versetzen mich jedesmal wieder in Angst.Zwar nicht mehr so heftig wie noch vor ca. 1/2 Jahr, aber es reicht immer noch. Ich habe nach wie vor Probleme, zu begreifen, daß die Psyche wirklich diese ganzen Symptome verursachen kann, vor allem in so kurzer Zeit, d.h. innerhalb von Stunden, manchmal habe ich so gar das Gefühl, es geht innerhalb von Minuten. Und das beunruhigt mich halt immer so sehr. Es gibt Tage, da messe ich ständig meinen Blutdruck und lauter so einen Scheiß. Manchmal hasse ich mich selbst dafür und bin so wütend, daß ich mir das Leben mit diesen Gedanken so versaue. Aber es ist wie ein Zwang, so empfinde ich es zumindest.

Wenn ich zurückblicke, begleitet mich die Krankheitsangst bestimmt schon 15 Jahre. Aber richtig bewußt wurde mir das erst 2004, als das mit der AS losging. Ich habe eigentlich schon ständig Angst vor Krankheiten. Ich hatte z. B. als ich 18 war, mal am Kopf einen Knubbel festgestellt. Das war ein vergrößerter Lymphknoten. Aber das uferte dann so aus, daß ich ständig am Hinterkopf und hinter den Ohren alles abgetastet habe. Zum Schluß hatte ich schon mehrere Knubbel am Kopf, hatte morgens schon Kopfschmerzen, weil ich dachte ich hätte einen Tumor im Kopf usw.
Irgendwann legte sich das wieder. Dafür kam aber später was neues. So zog sich das die ganzen Jahre durch, nur war mir das nie so richtig bewußt, das es krankhaft sein könnte. Seit meiner AS hat sich das nun alles noch etwas verschärft. Noch dazu kenne ich mich in der Medizin ein wenig aus, da ich seit 17 Jahren als Arztsekretärin arbeite. Und das ist auch nicht so gut.

Meinen Mann frage ich auch öfters, ob er dies oder jenes auch schon hatte. Das ist dann so wie bei dir. Meist hat er verschiedene Symptome o. ä. auch schon gehabt, nur daß er sich nicht verrückt gemacht hat, so wie wir es tun.

Weißt du, ich denke z.B. manchmal, vielleicht hatte ich schon mehrere ischämische Attacken oder kleine Schlaganfälle und der große Knall kommt noch irgendwann? Ist das nicht völlig verrückt? Aber solch einen Mist reime ich mir zurecht. Aber ich kann die Sache, als es losging mit der AS bis heute nicht so richtig einordnen. Ich hatte paar Tage Übelkeit und Durchfall. Dann an einem Tag ging es am späten NAchmittag los, hatte dolle Kopfweh, war auf einmal so schlapp, daß ich fast nicht mehr gehen konnte. Konnte nur noch auf dem Sofa liegen, schwitzte und fror zugleich. Das ganze dauerte da.1 h, dann war es wieder besser. Am nächsten Morgen hatte ich das noch einmal. Und das hat mich dann so in Angst versetzt, daß ich die Wochen danach wie in einem Angstnebel lebte. Bis ich nach 4 Wochen einen Termin beim FA für Neurologie und Psychiatrie bekam. Aber das war etwas, was ich nicht kannte, ich fühlte mich so elend, das ist mir noch nie passiert und genau das machte mir diese Riesenangst. Und seitdem habe ich die AS.

So, nun habe ich dich wahrscheinlich über Gebühr zugesülzt. Aber es tut gut, wenn man sich austauschen kann. Mein Mann meint immer, wenn ich im Forum war, habe ich hinterher noch mehr Ängste.

Heute haben wir top Wetter gehabt. Tat richtig gut für die Seele. War mit meiinen Kids heute bei Mc Donalds, habe Überstunden abgesetzt und bin schon 12.30 nach Hause. Wir hatten einen schönen Nachmittag.

Ich hoffe, dir geht es soweit ganz gut.

LG claudia

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