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Diskussionsforum-Angststörungen
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23
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Nixesissy, Gritte, claudia, *Britta*, midlife, verena p., claudiia, [marcel], Daniela, Jürgen26

Die Beschäftigung mit dem Tod!

Startbeitrag von Jürgen26 am 10.01.2006 22:15

Hallo ohr lieben!

vorab gleich mal wir, werden alle noch lange leben.

ABER:

War vor einigen tagen beim reiki und shiatsu massage. und ich der frau die mich da massiert, auch über meine ängste und panikattacken erzählt. Und im laufe des gesprächs sind wir drauf gekommen, dass ich angst vor dem tod habe. Sie meinte es ist wichtig für mich mit dem thema auseinander zu setzen. Ich soll mir für mich die frage stellen wo die vor- und nachteile des sterbens liegen, bzw. was erwarte ich nach dem tod, ein leben im jenseits, würme die mich aufknabbern usw. hab ehrlicher weise noch nicht die zeit gefunden tiefer in mich zu gehen aber werd das bestimmt machen. vielleicht gehts jemand von euch ähnlich oder auch den meisten.
probiert es einfach auch mal aus, wonns nix bringt schodn tuts auf kan foi.

gute nacht

jürgen

Antworten:

Hallo Jürgen!
Also ich hab mich vor vielen, vielen Jahren mal intensiver mit dem Tod beschäftigt. Aber eher deshalb, weil ich nicht Angst vorm Sterben an sich hab sondern weil ich einfach nicht sterben will. Ich will immer und ewig weiterleben (sogar mit AS usw.). Im Endeffekt hab ich aber dann damit aufgehört immer darüber nachzugrübeln, denn irgendwie machte mich dieses Thema einfach wahnsinnig, denn man kann den Tod ja nicht verhindern.
Ich denke, es kann nicht schaden, sich mal damit auseinanderzusetzen, wenn es in einem verträglichen Ausmaß ist, aber man darf sich da nicht reinsteigern.
Ist meine Meinung, ob die richtig ist, weiß ich nicht.
LG Daniela

von Daniela - am 11.01.2006 07:17
ich krieg es leider auch nicht hin mich damit auseinander zu setzen und zu bchäftigen. ich habe solche angst davor das ich das immer verdänge.

der gedanke daran, das ich irgendwann nicht mehr da bin lässt mich fast wahnsinnig werden-..... ganz schlimm sind diese gedankn wenn es mir besonders gut geht oder ich ausnahmsweise mal glücklich bin....

sicherlich auch ein grund die angst und den ganzen krams aufrecht zu erhalten......

hmmmm schweres thema . und das zum ersten kaffee. :)

schönen angstfreien tag allen

von verena p. - am 11.01.2006 08:37
Liebe Freunde!

Schön, dass mal jemand mutig genug ist, um dieses Thema aufzugreifen.

Fakt ist, dass man ab und an liest oder hört, dass "der Mensch" verlernt hat, mit dem Faktum Tod zu leben, geschweige denn damit umzugehen. Diese Themen begegnen uns medial insbesondere in der Zeit um Allerheiligen, was in der Natur der sache liegt.

Verschämt schauen wir dann vielleicht noch ab und an die Todesanzeigen in den Zeitungen an.

Und wenn dann jemand aus unserem unmittelbaren Umfeld stirbt, na dann sind wir klarerweise auch damit befasst.

Jedoch, und das ist meine Conclusio daraus, ist es immer eine verschämte, kurze, mehr oder weniger betroffene Begegnung mit dem Tod - gefolgt von "sofortigem Wegdenken" damit das nur ja niemals uns selbst passieren möge und wenn, dann unvermutet. "Er hatte einen schönen Tod, er ist schnell gestorben, ohne leiden zu müssen. - So ein Tod ist ein Segen, so einen Tod wünsche ich mir auch einmal in ferner, ferner, ferner, ferner ... Zukunft!"

Ja, Leute, so ist es doch, oder?

Oder haben wir da auf etwas wichtiges, vielleicht sogar DAS WICHTIGSTE vergessen????

- Vielleicht sollten wir uns nicht näher mit dem Tod auseinandersetzen sondern mit der UNSTERBLICHKEIT!?

Das, meine Lieben, das wäre zumindest MEIN Vorschlag.

Denn wenn wir uns damit auseinander setzen, dann ist, das nicht nur etwas positives, sondern auch etwas nachhaltiges. Und vielleicht gehen wir dann ja auch anders mit unseren Mitmenschen, mit unserer Umwelt, ja, mit allem was uns umgibt um. - Denn dann herrscht eben nicht der Gedanke "hinter mir die Sintflut". Sondern dann herrscht VIELLEICHT der Gedanke: Ich möchte Spuren hinterlassen aber keine Wunden. Und spätestens dieser Gedanke beherbergt Vernöhnliches und nicht Angst.

Herzlichst, euer

Midlife

von midlife - am 11.01.2006 10:29
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von Nixesissy - am 11.01.2006 11:37

@sissy

hi du,

bin gerade ziemlich betroffen - wusste nicht, dass du Krebs hattest. Darf ich mal fragen, was es für Krebs war? und wie lange das her ist?

Ist je ziemlich heftig :-(

LG, Britta

von *Britta* - am 11.01.2006 12:37
Midlife,

das hört sich ja äußerst theatralisch an.
Sicher ist es nicht verkehrt, sich "mal" mit dem Sterben oder dem Tod auseinander zu setzten.
Aber wieso dieses Thema förmlich in sich aufsaugen?
Warum?
Ich habe schon als jugendlicher die Sterbeanzeigen gelesen und war immer schockiert, wenn jemand den ich kannte verstorben war.
Ich kenne kaum einen in meinem Alter, der das heute macht.
Ich finde es nicht wirklich normal.
Aber da haben wir es ja schon bei der Wurzel gepackt.
Weil wir uns mit solchen Sachen immer und immer wieder beschäftigen, haben wir Angst.

Während meiner Zeit auf der chirurgischen Intensivstation habe ich so viele, vor allem junge Menschen sterben sehen.
Ja, es war schrecklich, aber wenn ich mich da noch reingesteigert hätte, wäre ich heute völlig neben der Spur.

Wir müssen das Sterben und den Tod hinnehmen, aber nicht jeden Tag darüber nachdenken.

Der Tod kommt schneller als wir oft denken und dann haben wir vielleicht noch genug Zeit, uns damit zu befassen.

Mein Opa ist jetzt 92 Jahre alt und an den Tod denkt er überhaupt nicht, sondern welchen Anzug er anziehen soll, wenn er Sonntag wieder tanzen geht.

Marcel :xcool:

von [marcel] - am 11.01.2006 12:48

Re: @britta

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von Nixesissy - am 11.01.2006 13:21

Re: @britta

ja, o.k., das kann ich verstehen. Tut mir wirklich leid!

von *Britta* - am 11.01.2006 14:03

Re: @britta

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von Nixesissy - am 11.01.2006 14:19

Re: @britta

Hallo Sissy,

tut mir echt leid, es ist immer schwierig, in so einer Situation die richtigen Worte zu finden.
Vielleicht ist es auch besser, wenn du es im Forum nicht erzählst,würde vielleicht viele hier wieder aufwühlen, mich einbezogen.

Ich finde es allerdings bemerkenswert, wie du mit der Situation umgehst, aber ich denke, es ist richtig, wie du es siehst, man kann es eh nicht ändern. Und nicht umsonst heißt es ja, daß der Genesungsprozeß auch mit der Psyche zu tun hat.

Weißt du, ich bin ja auch eine die immer Krebsangst hat, besonders seit ich bei der Mammographie war, weil eine Verhärtung in der Brust war, war allerdings eine fibrotische Struktur des Gewebes. Aber es läßt mir bis heute keine richtige Ruhe, weil meine "liebe Mutter" mir sagte, daß der Radiologe bei dem ich war, bei einer anderen Frau was übersehen hat. Aber ich versuche mir auch zu sagen, daß jeder Mensch anders ist, und man vielleicht auch nicht immer auf das hören sollte was andere sagen. Jedenfalls haben 3 Ärzte meine Brust abgetastet, im letzten halben Jahr insgesamt 5 mal Tastuntersuchung, alles i. O. Nur mein Problem ist, daß ich mich da reinsteigere und mittlerweile denke ich immer, es zieht in der Brust und ringsherum. Weiß nur nicht, obs vom Reinsteigern ist oder ob es real ist. Ist schon verdammt schwer, zumal ich auch in einer Tumornachsorgeklinik arbeite und täglich Berichte von kranken Frauen schreibe.

Aber natürlich wünsche ich dir weiterhin viel Kraft und eine positive Einstellung.

LG Claudia

von claudiia - am 11.01.2006 15:55

Re: @ Sissy

Hallo Sissy,
da ich auch mit dieser Diagnose durchs Leben laufe möchte ich dir einfach nur hier ganz ganz viel Kraft wünschen und dir sagen, dass meine größte Sorge auch meinen Kinder gilt. Aber wie gesagt, ich laufe durch´s LEBEN, und das geht oft in meiner Angst einfach unter. Der Tod ist immer unser Begleiter, ob mit oder ohne Krankheit, mit dem kommen wir zur Welt und wir sollten ihn uns zum Freund, nicht zum Feindbild machen, denn er gehört zum Leben dazu wie die Geburt.
Ich hab´s leider bis jetzt auch nicht geschafft, wünsche mir aber nichts sehnlicher, als das endlich zu kapieren, ich glaube, dann wäre meine Angst auch weg.
Liebe Grüße
Gritte

von Gritte - am 11.01.2006 17:03

Re: @ Sissy

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von Nixesissy - am 11.01.2006 17:11

Re: @ Sissy

Wo hast du das gelesen?, jetzt kenn ICH mich nimmer aus!
habe auf den Thread betreffend Wien-Treffen geantwortet, sonst heute noch nix geschrieben.
Hab ich was verpasst? (was mich nach dem heutigen Tag auch nicht mehr wundern würd)
Gritte

von Gritte - am 11.01.2006 17:14

Re: @ gritte

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von Nixesissy - am 11.01.2006 17:20

Re: @ gritte

no prob!
Grüße Gritte

von Gritte - am 11.01.2006 17:24

Re: @ gritte

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von Nixesissy - am 11.01.2006 17:40

Re: @ Sissy

Mach dir keine Gedanken, ist schon o.k, hab´s nicht für hart empfunden, ist aber lieb von dir, dass du dich nochmal meldest.
Dir auch alles liebe!
Gritte

von Gritte - am 11.01.2006 17:48

Re: @britta

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von Nixesissy - am 12.01.2006 06:40

Re: @britta


Liebe Sissy,

danke für deine lieben Worte. Weißt du, es ist mir eigentlich schon peinlich darüber zu schreiben, gerade weil du wirklich was hast. Da denke ich, oh mann, nun müllst du die mit deinem Seelenmüll zu und hast eigentlich (hoffentlich) gar nichts, außer der AS. Aber im Vergleich ist das wohl eher nichts. Und ich kann dich nach wie vor nur für deine Lebenseinstellung bewundern, ich habe fast so was wie Hochachtung. Aber es ist richtig, wie du durch das Leben gehst. Man kann es ja nun wirklich nicht ändern. Warum ist man dann so doof und macht sich verrückt.

Ja ich bin fleißig am Arbeiten mit dem Umdenken, aber ich kriege es nicht so einfach hin. Ich hatte so von Oktober-Dezember eine relativ gute Phase, aber im Moment ist es wieder ein wenig rückwärts gegangen. Aber im Vergleich zu Anfang letzten Jahres, stelle ich doch fest, daß es mir schon erheblich besser geht. Und wenn ich es zurückverfolge, so gab es im letzten Jahr immer Zeiten, wo es mal besser ging, und dann kamen wieder Zeiten, in denen es nicht so gut ging. Vielleicht ist das ja so bei einer AS.

Hast du vielleicht einen Tipp in Sachen "Umdenken"? Als ich im Dezember zur Mutter-Kind-Kur war, sagte die Psychologin zu mir, wenn ich diese dummen Krankheitsgedanken habe, dann soll ich mir z. B. einen Bildschirm vorstellen, auf dem ich mir schöne Bilder aufrufe mit erlebten Sachen oder so. Das soll ich immer wieder praktizieren und mit viel Übung würde es dann besser werden, ist das wirklich so?

LG Claudia

von claudia - am 12.01.2006 15:04

Re: @britta

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von Nixesissy - am 12.01.2006 15:32

Re: @britta

Liebe Sissy,

ach ich finde es schon toll, wie du das meisterst. Aber ich denke, daß es der richtige Weg ist. Was bringt es, sich zu bemitleiden oder zu vergraben? Nichts, außer das alles noch trostloser wird,so hart das vielleicht auch klingen mag. Am Anfang meiner AS habe ich das oft getan, habe mich bemitleidet, warum gerade ich, habe anderen Leuten im Stillen auch so eine AS gewünscht usw. Aber das bringt doch nichts.

Weißt du, ich dachte immer mich haut nichts um, ich kann alles ab, ich schaffe alles. Ich war für alle da, nur an mich dachte ich nie. Das Ergebnis war, daß ich auf der Strecke blieb. Heute weiß ich, daß ich auch ein Recht habe, mal an mich zu denken, oder mal nein zu sagen. Aber das umzusetzen, gelingt mir natürlich noch nicht wirklich. Manche wissen gar nicht, was los ist, wenn ich jetzt mal sage, was ich denke oder auch mal nein sage. DAs gelingt mir nicht immer, aber immer öfter, also denke ich, ich bin schon mal auf dem richtigen Weg. Ich habe immer alles in mich reingefressen, um ja die Harmonie zu bewahren, obwohl ich innerlich oft am Platzen war.Heute denke ich manchmal, wie blöd war ich eigentlich. Es sind so viele Sachen in den letzten Jahren passiert, auch in der Familie, ich habe alles verdrängt und nie richtig verarbeitet, denn schließlich mußte ich doch funktionieren und wollte keine Schwäche zeigen. Aber die Arschkarte habe ich letztendlich gezogen, entschuldige den Ausdruck.

Wie alt sind deine Kinder? Meine sind 5 und 8, zwei Jungs (Lukas und Janis). Da geht es oft hoch her. Ich merke auch, daß ich nicht mehr so viel abkann, seit ich die AS habe. Wenn mal viel Streß ist, dann kriege ich das nicht mehr so gut geregelt wie vor der AS. Ist schon irgendwie komisch.

Wir können uns gerne mailen oder telefonieren. Meine Mail-Adresse: dederingC@aol.de
Hast du diese Telefonliste, die es hier gibt? Da steht meine Nummer drauf. Wo kommst du eigentlich her, ich wohne in Sachsen.

So für heute genug.

LG Claudia

von claudia - am 12.01.2006 20:39

Re: @britta

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von Nixesissy - am 13.01.2006 05:04
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