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Informationen zum Thema:
Forum:
Diskussionsforum-Angststörungen
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Andrea, katarinchen, claudia, Briggi1, bibo, nadine

Wirklich Panickattacke???

Startbeitrag von Andrea am 12.01.2006 11:29

Ich bin ziemlich verzeifelt - alles fing vor ca. 5 Wochen an. Nach einem Arbeitstag fuhr ich mit dem Auto nach Hause und kurz bevor ich zuhause ankam wurde mir plötzlich schwindelig. Es ist schwierig zu beschreiben - als erstes bemerkte ich so eine Art "rumpeln" im Brustkorb und bekam dann Herzrasen, mein Nacken versteifte sich und ich wurde plötzlich ganz unsicher und unruhig, da ich das Gefühl hatte, ich würde jeden Augenblick ohnmächtig werden. Zuhause angekommen (ich war allein zuhaus an diesem Abend) lief ich umher und hatte die ganze Zeit nur einen Gedanken - Du darfst jetzt nicht ohnmächtig werden (weil ja niemand da war um mir dann zu helfen) ... noch am gleichen Abend brachte mich dann mein Freund zum Arzt und dort wurde ein EKG gemacht und Blutdruck gemessen - alles ok - ich wurde wieder nach Hause geschickt. Das war vor ca. 4 Wochen - und seitdem geht es mir täglich schlecht - mal mehr und mal weniger ... ganz dominant ist der immer wieder auftauchende Schwindel verbunden mit dem Gefühl, gleich ohnmächtig zu werden - Herzklopfen, die Arme und Beine werden ganz "taub" und fühlen sich an "wie Gummi" ... dann habe ich mal mehr und mal weniger schlimmes taubheitsgefühl in den Füßen und Händen (kribbeln). Morgens wenn ich aufstehe geht es mir meistens recht gut und es verschlechtert sich zum Abend hin - sobald ich im Auto nach Hause fahre kommt der Schwindel ab und zu wieder und Abends zuhause wenn ich zur Ruhe komme geht es los - dann krieg ich dieses kribbeln in Armen und Beinen und hab das Gefühl meinen Puls am ganzen Körper zu spüren, mir wird schwindelig und ich fühle mich schlapp und wie benommen und es geht wie ein Hitzeschwall durch meinen ganzen Körper - ab und zu verbunden mit Übelkeit Meine Hausärztin hat jetzt 3 mal meinen Blutdruck geprüft - immer im grünen Bereich. Es wurde ein großes Blutbild gemacht - alles o.b. ... sie hat leicht unrythmische Herzschläge festgestellt und mir Betablocker verschrieben, von denen nehme ich jetzt seit 2 Wochen jeweils eine halbe Tablette täglich. Am 11.1. hatte ich einen Termin zum Belastungs-EKG - auch alles in Ordnung. Mich macht das total fertig - immer wieder dieser Schwindel und die Angst, ich könnte umkippen ... und dann mach ich mir natürlich auch viele Gedanken woran es nun liegen könnte - vor allem da beim Arzt ja bisher alle Tests ok waren. Hat irgent jemand eine Idee was das bei mir sein könnte oder ähnliche Probleme und kann mir Tipps geben oder so?!? Das schlimme ist, dass ich jetzt seit dem das passiert ist so doll "in mich hineinhorche" und immer - auch wenn es mal gut geht - die Angst da ist: was - wenn es gleich wieder passiert??? Jetzt hat es sich irgwentwie so eingepegelt, dass es mir morgens relativ gut geht und gegen Abend hin wird es schlimmer - dann kommt wieder dieses kribbeln im Körper was mir Angst macht, der Kopf fühlt sich leer an und mir wird schwindelig. Ganz besonders wenn ich Abends "zur Ruhe komme" - sprich - mich z.B. auf die Couch lege oder in den Sessel setze oder auch schon wenn ich im Auto sitze. Können so starke körperliche Empfindungen wirklich nur durch die Angst ausgelöst werden?!? Wäre für jede Hilfe bzw. Gespräche dankbar! A.

Antworten:

hallo andrea,
ein klares JA!!!! ich weiß nicht in wie weit du dich mit dem thema AS PA auseinander gesetzt hast? all diese symptome sind bezeichnend dafür!
hoffe konnte dir helfen
lg bibo

von bibo - am 12.01.2006 13:24
Hallo Andrea, also ich habe auch so gesundheitliche Probleme und auch bei mir ist alles in Ordnung. Also glaube ich schon ,dass du unter PA leidest. Ich bin draufgekommen, dass ich wenn ich eine PA habe alles an andere abgeben kann. Einmal nicht funktionieren müssen, bekocht werden, die Verantwortung für mein Kind (ich bin Alleinerziehende) abgeben können. Seit mir das aufgefallen ist (hat 1 Jahr gedauert) geht es mir besser. Aber die Angst vor der Angst die bleibt. Auch der Aspekt, den Katharinchen schreibt, dass ihre Therapeutin gesagt hat, sie würde sich mit so einer PA bestrafen klingt interessant. Alles Gute und schreib bzw. lese dir die Beiträge im Forum durch, du wirst sehen, du bist nicht alleine. Briggi1

von Briggi1 - am 12.01.2006 13:28

Hallo Andrea...

nun, hast du auch oft von einem moment auf den anderen plötzlich angst ohne grund? das ist nämlich ein kennzeichen von einer AS (angststörung). Ich habe das jetzt seit, naja 2 1/2 monaten...obwohls jetzt 3 wochen lang gut war, also weg und jetzt wieder da ist, aber schwach...(hab jetzt stress in der schule)...aber da bei dir sonst nix gefunden wurde, gehe ich davon aus, dass es eine AS ist und dass das 1. erlebnis, das du beschrieben hast, eine PA (Panikattacke) war...
aber du kannst froh sein, dass du es so früh erkannt hast...denn hier im forum gibt es leute die das seit jahren haben, tw. sogar schon mehr als 10 jahre....aber lass dich davon nicht entmutigen, für sie ist es einfach schwerer, weil es bei ihnen erst nach jahren erkannt wurde..und je früher man etwas dagegen tut, desto schneller wirst dus wieder los....

es gibt viele Sachen dich ich dir raten kann:
1. ganz wichtig: Therapie, denn es gibt einen auslöser dafür (stress?, kindheit?, probleme?, usw.)
du musst herausfinden woher es kommt.
dann lernen damit und mit alltäglichem stress umzugehen und dich von den problemen abzugrenzen und sie nicht zu sehr an dich ran kommen zu lassen....
du solltest immer versuchen, dinge die dich stören oder aufregen immer zu sagen...damit du nichts runterschluckst was dir nicht passt....und das wichtigste: dir immer sagen dass du GESUND bist und dass du NICHTS HAST!!! denn das ist so, ist ja bestätigt....
das sind mal die grundvoraussetztungen!
weiters kannst du vielleicht weniger zucker essen, denn zucker macht wibbelig und fördert herzschlag, usw.....du solltest sport machen, damit dein körper ein anders ventil findet, um die spannungen ab zu bauen....du kannst bachblüten zur unterstützung nehmen (helfen sehr gut) oder johanniskraut (apotheke), alles von orangenblüten (zb tee von der apotheke, beruhigt und macht leicht müde, aber wirklich nur leicht), oder orangenblütenöl für duftlampe oder bad....nimm entspannungsbäder (wenn du eine badewanne hast) oder mach entspannungübungen (mit entspannungsmusik, oder im fitnesscenter)

das wars mal fürs erste...ich hoffe ich konnte dir helfen!

lg, nadine

PS: mit medikamenten würde ich nicht gleich anfangen, denn du hast das noch sooo kurz, dass du sie nicht brauchen wirst....ich nehm auch keine....

von nadine - am 12.01.2006 13:32
Hallo Andrea,

ich weiß jetzt nicht, ob du die Andrea bist, mit der ich mich letzte Woche paarmal ausgetauscht hatte.

Also ich denke auch, daß es PA sind, ich bin zwar kein Arzt, aber die Anzeichen lassen schon drauf schließen. Ich denke auch, daß es jeden Abend wiederkommt, weil du schon bewußt oder unbewußt daran denkst, also schon die Angst vor der Angst hast. Ich hatte diese Zustände am Anfang meiner AS auch ziemlich häufig, mittlerweile sind die Abstände größer und es ist nicht mehr ganz so schlimm.

Aber das mit dem Hitzeschwall, die Übelkeit, das Schlappsein, sich wie benommen fühlen bzw. so ein Gefühl zu haben als ob man nicht richtig anwesend wäre, das kenne ich auch, und ich glaube die anderen hier im Forum auch.

Ich weiß, es ist verdammt schwer, damit umzugehen. Wenn ich an meine ersten Wochen nach dem Auftreten der 1. PA oder Angstattacke denke, brrrrrrr grausam. Vor allem wußte ich nicht, was mit mir abgeht, weil ich diese Gefühle und Zustände bis dahin nicht kannte. Und man kann es auch nicht glauben, daß einem körperlich nichts fehlt, ich denke, daß ging uns allen hier so. Ich lief die ersten Wochen wie in einem Nebel umher, ständig von der Angst begleitet es kommt wieder. Ich hatte permanenten Druck im Oberkopf und auch diese Angst umzukippen und einfach dieses Komischsein, was ich so schwer beschreiben kann.

Ich rate dir jedoch, suche dir schnell einen Therapeuten, ich war nach 4 Wochen beim Neurologen und das war auch gut so. Denn man macht sich sonst echt fertig. Vor allem ist es so verdammt schwer, es den Außenstehenden zu beschreiben, was mit einem los ist.

Wenn du Hilfe brauchst, dann melde dich im Forum, wir haben auch Telefon-Nr. und einige von uns telefonieren auch untereinander. Du wirst hier mit Sicherheit immer ein offenes Ohr finden. Ich bin froh, daß ich dieses Forum gefunden habe, denn es hat mir in manch schwieriger Stunde schon weitergeholfen, denn hier sind Leute, die einen verstehen und wenn nötig, mental wieder aufbauen.

LG Claudia


von claudia - am 12.01.2006 15:17
Hallo,

denke auch das es PA sind.
Auf der Homepage von MOrschitzky findest Du ausführliche Infos zur Angst und Panik. Ist wirklich hoch interessant. Lese Dich doch da mal rein und wenn Du Fragen hast, dann frage ruhig!



von katarinchen - am 12.01.2006 21:09
Hallo zusammen!

Ich Danke Euch für Eure Antworten und mutmachenden, offenen Worte. Ich denke mittlerweile auch, dass es sich wirklich um Panikattacken handelt, da alle Symtome immer wieder auf das gleiche hinauslaufen - nämlich PA! Auch war ich gestern nochmals bei meiner Hausärztin und die meinte dann auch zu mir, ob ich schon mal was von PA gehört hätte und ich sollte doch das vielleicht mal in Betracht ziehen, da rein körperlich wirklich alles okey ist bei mir. Sie kam von selbst auf PA - ohne, dass ich ihr vorher von meiner Vermutung berichtet habe. Nun habe ich eine Überweisung zum Psychiater bekommen wo ich mir schnellstmöglich einen Termin holen werde.
Es ist für mich nur so schwer zu glauben, dass diese ganzen - wirklich starken - körperlichen Symptome allein von der Psyche her kommen können?!? Sowas hätte ich mir vorher nie vorstellen können ...
Nun noch eine Frage ... klingt vielleicht blöd - aber momentan bin ich da sehr verunsichert ... gibt es denn da Hilfe - sprich - eine Therapie oder Medikamente etc. - so dass das wieder zurückgeht/weg geht?!? Meine Ärztin meinte, der wichtigste Schritt ist schon genommen dadurch, dass sie/ich erkannt haben dass es sich um PA handelt und man jetzt dementsprechend handeln kann. Aus Eurer Erfahrung ... wie lange zieht sich sowas hin, bis es besser wird?!? Was ich mir ebend nicht so richtig vorstellen kann, ist die Tatsache, dass ich jetzt ja weiss, dass es von der Psyche kommt und es trotzdem nicht einfach "abstellen" kann ... versteht Ihr?!? Dass es mir trotzdem immernoch schlecht geht/mir schwindelig wird etc. TROTZDEM ich ja weiss, dass ich nichts schlimmes habe ...!!! Ein komisches Gefühl ...
Vielleicht hat die eine oder andere ja auch noch nen Tipp für mich wie ich mich am besten verhalte, wenn es wieder los geht?!? Meine Ärztin sagt ich soll dann gelassen bleiben und mich ablenken - aber das ist so verdammt schwer wenn wieder dieses komische Gefühl hochkommt und ich an nichts anderes denken kann als "ich werd gleich ohnmächtig" ... was hat Euch geholfen bzw. hilft in dieser Situation dann?!?
Ich würde mich echt freuen, mit einigen hier in Kontakt zu kommen die vielleicht Lust auf einen Austausch haben per eMail ... meine eMail ist: IrishRose2000@gmx.de ... denn es tut gut, sich mit anderen auszutauschen denen es ähnlich geht und die einen verstehen können/das ganze nachvollziehen können.

LG - Andrea

von Andrea - am 13.01.2006 08:58
Also ich hatte die Angst 17 Jahre lang und bin durch die Hölle geganegen. Gegen Medis habe ich immer energisch gewehrt - bis Anfang Dezember als ich dann gar nichts mehr konnte.....ich bin nichtmal mehr in den Kiga gekommen :-) Da habe ich beschlossen, so will ich nicht mehr leben. Was heißt leben, ein Leben war das nicht mehr....... Und so habe ich mich dann doch FÜR Medis entschieden und nehme ein Antidepressiva seit Anfang Dezember. Die ersten Fortschritte merkte ich so nach 3-4 Wochen und es wird täglich besser. Erst gestern konnte ich mühelos einkaufen gehen und an der vollen Kasse stehen. Ich bereue, das ich nicht schon längst diesen Schritt gemacht habe.



von katarinchen - am 13.01.2006 12:03
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