Reizdarm (@ Joy)

Startbeitrag von Andrea am 07.02.2006 10:36

Hallo Joy,

wollte mal fragen, ob Du mit Deiner Ärztin darüber gesprochen hast, ob Deine Bauchschmerzen möglicherweise ein Reizdarm sein können. Falls ja, welche Therapie hat sie vorgeschlagen?

Liebe Grüße
Andrea

Antworten:

Hallo Andrea,

ich gestehe nein, ich hab die Ärztin noch nicht gefragt. Ich war so beschäftigt mit meinen eigenartigen Hormonwerten, daß ich ganz darauf vergessen habe. Ich hab mich soweit mit mir selber diesbezüglich beschäftigt und bin draufgekommen, daß das sehr wohl sein kann. Wenn ich zurück denke an meine Kindheit, da hat das schon begonnen mit ständiger schlimmer Verstopfung. Ich war mit 3 jahren da schon in Behandlung, weils so schlimm war. Schon möglich, daß die innerliche Anspannung wegen der AS jetzt wieder am Darm geht.
Wegen eine passenden Therapie habe ich jetzt noch nichts. Ich bin auch draufgekommen, daß es viel an meiner Ernährung liegt. Wenn ich veil Süß esse vorallem Schoko, dann ist es ganz schlimm mit der Verstopfung und wenn ich sehr aufgeregt bin, dann bekomme ich sofort Durchfall. Ist also sicher ein nervöser Magen und Darm bei mir.

Danke der Nachfrage,
alles Gute dir,
Joy

von Joy - am 07.02.2006 10:54
Hallo Joy,

um so besser! Ist doch super, daß Du Dich ganz alleine beruhigen konntest und gar nicht mehr die Ärztin fragen mußtest. Bin stolz auf Dich:-) Für mich klingt das was Du schreibst auch wirklich klassisch nach Reizdarm. Das mit der Schokolade kann ich nur bestätigen. Allerdings bekomme ich seit einiger Zeit Magenbrennen davon. Das ist für mich absolut schrecklich, denn ich liebe Schokolade oder noch besser gesagt, ich bin süchtig danach;-) Jetzt habe ich schon über eine Woche wegen meinen Magenbeschwerden keine mehr angerührt und ich habe das Gefühl, der Entzug ist langsam überstanden. Ach, wie werde ich mein erstes Stück Schoki genießen, wenn mein Magen wieder ganz Ruhe gibt. Das Basenpulver und die Gastritol-Tropfen helfen allerdings ganz gut und ich bin jetzt guter Hoffnung, daß ich den Kaiserschmarren und das Wiener Schnitzel in Bayern werde genießen können.
Am Samstag hatte ich auch mal wieder einen Panik-Rückfall. Da habe ich plötzlich gemeint, ich würde nicht mehr so gut schmecken wie sonst und immer wieder nachgeforscht, ob das stimmt (Bonbons gelutscht, leer geschluckt etc.) Je mehr ich schmecken wollte, desto schlechter wurde es und die Denkspirale zog komplett an. Nach ca. 10 Minuten ergebener Panik, habe ich mich dann in den Allerwertesten getreten und bin zu meinem Pferd gefahren. Beim reiten bekomme ich zum Glück immer einen klaren Kopf. Da tut mir nie was weh und ich habe keine Zeit an Krankheiten zu denken. Als ich nach Hause kam, hatte ich mich wieder einigermaßen im Griff. Na ja, war zwar mal wieder saublöd, aber ich denke, solange man es immer wieder irgendwie hinkriegt geht es. Nutzt ja auch nix;-) Wir packen das schon.

Einen schönen Tag und alles Liebe
Andrea



von Andrea - am 07.02.2006 11:19
ich habe das auch! vor allem bei Süßes (sprich Schoki, aber noch schlimmer nach Süßstoff (Cola light etc.) - ganz furchtbar. Ich hasse dieses Grummeln im Bauch und Durchfall finde ich auch sehr schlimm......

von *Britta* - am 07.02.2006 11:39
Na da haben wie ja etwas gemeinsam ;-) Ich denke die meiste Zeit an Schoki *haben will* aber hab sie mir verboten wegen dem Darm *heul* Und eigentlich auch wegen der Zähne. Das ist schlimm immer dieser Gusta und nur Probleme gibt´s damit. Schokolade enthält Histamine (die kann ich nicht abbauen) und tut mir auf den Zähnen weh und macht Verstopfung - also was tun? Ab und zu gönn ich mir trotzdem Schoki und muss dann halt wieder ein paar Tage leiden ;-)

Mmmmmm Kaisermarrn und Wiener Schnitzel *lecker* aber doch nicht zusammen, oder ??

Ja solche komischen Gedanken kenne ich auch *g*, da denkt man sich förmlich in ein Probelm so sehr hinein, bis man es tatsächlich hat. Mit Geschmack hatte ich das noch nicht, aber mit der Zunge. ich hatte tagelang Probleme mit meiner Zunge *gg*. Das hört sich sicher lusitg an, aber es hat mir so zu schaffen gemacht, ja fast PA. Ich wußte doch tatsächlich nicht wie ich die Zunge in den Mund legen soll ohne dass sie stört *lach* bis mein Mann gesagt hat, jetzt denk doch nicht dran, ignorier das und wirst sehen, deine Zunge ist wie immer und natürlich war sie wie immer. Hach, wie dumm man sein kann. Ablenkung ist spitze und am Pferd spürt man so viel Freiheit herrlich, da ist wirklich jede Sorge weg!

Ich lese ja ein Buch, das mir momentan sehr hilft. Es wird gerade erklärt, was in unseren Köpfen abgeht chemisch mit den Gehirnzellen etc. Und dass durch Angst das "Denkhirn" sozusagen schrumpft, aber die Zellen sind super und können jederzeit wieder regeneriert werden. Man kann also durch denken wieder an Gehirnmasse gewinnen. Ist jetzt natürlich spassig und sehr praktisch ausgedrückt - so stehts nicht im Buch *g*. Wir können durch richtiges, logisches Denken die Ängste zuzusagen wieder verringern bzw. wegdenken und das "normale" Denken wieder im Vordergrund bringen. Wäre jetzt kompliziert ins Detail zu gehen, aber auf jeden Fall hilft es mir ruhiger zu bleiben und logischer zu bleiben, wenn ich weiß warum das jetzt so ist und was da abgeht im Kopf und wie ich es sozusagen reparieren kann.

Ich hoffe, ich war jetzt nicht verwirrend?? :-)

LG Joy

von Joy - am 07.02.2006 11:58
Klingt sehr interessant. Wie heißt das Buch? Wäre vielleicht eine gute Urlaubslektüre für mich. Nee, nicht hintereinander: Wiener Schnitzel zum Abendessen und ein Kaiserschmarren paßt beim wandern zwischendurch doch immer noch rein;-) Schade muß mich jetzt leider ausklinken. Habe ein Meeting bis 17.00 Uhr. Dann bis morgen. Schönen Tag noch!

von Andrea - am 07.02.2006 12:15
Hallo Andrea, es heißt Seelenfraß von Margot und Michael Schmitz, lg Joy

von Joy - am 07.02.2006 12:25
Hallo Joy!

Ja, den Seelenfraß hab ich schon gelesen, muss aber sagen, dass es mir nicht sehr weitergeholfen hat (außer beim zustimmenden Nicken, wenn ich die Symptomatik und Reaktionen wiedererkannte). Ich finde, dass das Buch sehr deutlich in Richtung Medikation abzielt (und natürlich auch Therapie). Weiss nicht, bin froh, dass ich vom Ciparlex wieder weg bin und möchte eigentlich einen Cocktail aus Antidepressiva, Mood-Stabilizer, Medi gegen Shizophrenie etc. vermeiden - oder besser: nur im schlimmsten Fall in Betracht ziehen.

Alles Liebe

Midlife

von midlife - am 07.02.2006 13:13
Hi Midlife,

ich bin noch nicht ganz fertig mit dem Buch, steck aber auch gerade in dem Teil, wo man über Medi´s informiert wird. Ich hab es sehr informativ emfunden wie über das geschrieben wird wie das Gehirn funktioniert und ich hab es als Anregung gesehen anders zu denken und die Angst nicht in den Vordergrund zu lassen.
Ich fühl mich besser seit ich es lese, aber sicher empfindet jeder etwas anders als hilfreich, drum ist es ja gut, daß es schon viele Lektüren für Ängstler gibt *g*
Schön, daß du von den Medi´s weggekommen bist und ich würde Medikamente auch nur im schlimmsten Fall in Betracht ziehen. Ich nehme bei leichten Kopfschmerzen ja auch nicht gleich ein starkes Pulver. Ich fand aber informativ, daß die heutigen Medi´s laut dem Buch schon weitaus ungefährlicher sind, als man früher noch gedacht hat. Am besten beurteilen kann das wahrscheinlich jemand, der schon Bekanntschaft damit gemacht hat. Ich habe noch keine Erfahrung damit.

LG Joy

von Joy - am 07.02.2006 13:20
Hallo Joy,
wendet sich das Buch in erster Linie an Paniker oder ist es auch für Hypochonder nützlich? Ich finde, daß es viele Bücher für Paniker aber nur sehr wenige für Hypochonder gibt. Vielleicht liegt es daran, daß sich PA recht gut mit Konfrontationstherapie und Entspannungstraining behandeln lassen und das kann man in einem Buch ganz gut darstellen. Ich glaube, für Hypochonder gibt es keine "einfache" Behandlungsstrategie, dafür ist die Störung zu komplex und ja meistens auch ein richtiges Persönlichkeitsmerkmal des Betroffenen. Meine Freundin hat mich schon öfters gefragt, warum ich diese Gedanken nicht einfach aufgebe und ob ich das überhaupt will. Natürlich sage ich dann immer, so'n Blödsinn, natürlich will ich die Angst loswerden. Aber wer weiß, vielleicht ist wirklich irgendwas dran. Wobei mir der Vorteil, den ich davon haben soll nicht klar ist. Die damit verbundene Aufmerksamkeit, von der öfters mal berichtet wird, habe ich auch so und außerdem möchte ich auch nicht noch mehr davon und fordere sie daher auch bei niemandem ein. Ich mache das meistens mit mir selber aus und rede höchstens mal mit meinem Mann und meiner Freundin darüber. Und natürlich hier im Forum, worüber ich sehr froh bin, denn hier weiß ich, daß man meine "komischen" Ängste und Gedanken wirklich nachfühlen kann. Das können unsere auch noch so liebevollen Angehörigen nunmal nicht. Deshalb versuche ich halt auch, sie nicht ständig damit zu nerven, weil ich denke, daß es sie irgendwann mal überfordert. Und das möchte ich auf keinen Fall. Ich will meine Probleme nicht auch noch zu ihren machen. Wie denkst Du, und natürlich auch alle anderen Mitleser, darüber?
Liebe Grüße und einen angstfreien Tag
Andrea

von Andrea - am 08.02.2006 08:00
Guten Morgen Andrea,

aaaaaalso, das Buch richtet sich, so wie du schon vermutest hast, auf Angststörungen und auf Hypochonder wurde nicht eingegangen. Es ist ja auch die Frage, ob wir uns wirklich als Hypochonder bezeichnen können. Die meisten Ängst treten ja nicht alleine auf, ich meine man hat ein bisschen hiervon und ein bisschen davon und ich sag mal meine Wehwechen die ich habe die hören sich hypochondrisch an, aber eventuell sind es Zwangsgedanken oder so. Man sagt ja, daß ein echter Hypochonder mit einem Problem zum Arzt geht, der die Diagnose stellt, daß alles ok ist und wenn der Patient dann noch immer meint das zu haben wegen dem er zum Arzt ging und dem Arzt die Diagnose nicht glaubt und ein weiterer Arzt hinzugezogen wird und dem wieder nicht gelaubt wird und so weiter und der Patient glaubt noch immer diese Krankheit zu haben, dann ist es ein Hypochonder. Wenn ich z.B: wegen einem Probelm zum Arzt gehe und der sagt, daß alles i.O. ist, dann glaube ich ihm das und weiß, es sind die Nerven. Ich komme dann ein paar Monate wieder auf die alte Angst, kann mich aber beruhigen, in dem ich mir denke, ist alles ok. der Arzt hat es ja geprüft.
Ich seh das wie du, ich habe keinen Nutzen aus der AS und ich will keine Mitleid und ich will es einfach nur schnell weg haben und ich belaste meine Angehörigen nur im Maßen damit, weil ich das Gefühl habe, daß es eh keiner verstehen kann, der es nicht selber erlebt.

Alles Liebe
Joy

von Joy - am 08.02.2006 08:23
Hallo Joy,
ich glaube, der von Dir beschriebene Hypochonder ist der, der einfach noch nicht weiß, daß er einer ist oder es nicht wahrhaben will. Deshalb rennt er auch von Arzt zu Arzt, in der Hoffnung auf Bestätigung einer organischen Ursache. Wir sind hier schon einen Schritt weiter und haben akzeptiert, daß wir Krankheitsängste haben und stehen auch dazu. Deshalb vertrauen wir auch der ersten Diagnose und holen nicht noch weitere ein. Trotzdem kommen wir aber immer wieder auf die gleichen "Krankheiten" zurück und suchen nach organischen Gründen, obwohl wir wissen, daß es unsere Angst ist! Denn "komischerweise" sind es ja immer die selben Krankheiten die hier genannt werden (sämtliche Krebsarten, wobei Leukämie ein ganz großer Renner ist, MS, Hirntumor, Herzinfarkt, Schlaganfall etc.) Ein großes Problem ist in diesem Zusammenhang unser gefährliches medizinisches Halbwissen (angeschwollene Lymphknoten, nächtliches Schwitzen etc.). Sicherlich haben diese Symptome fast immer einen völlig ungefährlichen Hintergrund (Erkältung, Zahnentzündung, zu warme Bettdecke) aber wir denken sofort an die dazu passende tödliche Krankheit (Lymphdrüsenkrebs, Leukämie). Mehr oder weniger seriöse Internetseiten wie "Netdoktor" bestärken uns noch in unserer Annahme, daß es was gefährliches sein muß. Hast Du jemals eine Seite gefunden, wo nicht von tödlichen Krankheiten im Zusammenhang mit harmlosen Körperempfindungen gesprochen wird? Ich wäre wirklich saufroh, wenn ich niemals damit angefangen hätte, diese Informationen in mich aufzusaugen. Das hätte mir wahrscheinlich schon jede Menge Angst erspart. Jetzt google ich zwar nicht mehr und lese auch beim Friseur nicht mehr die Gesundheitsinfos im "Goldenen Blatt", aber das, was ich nunmal weiß, vergesse ich natürlich auch nicht wieder. So habe ich den Teufelskreis richtig in Schwung gebracht. Ich glaube, daß es vielen hier genauso geht! Sie wissen, daß es Angst ist aber sie glauben es nicht. Da müssen wir raus. Wir müssen es wirklich glauben. Keine Arztbesuche bei bekannten Symtomen mehr, keine Beschäftigung mit Krankheiten, keine Körperbeobachtung mehr. Mein Verstand sagt mir: Das ist der einzige Weg. Mein Gefühl sagt mir: Wie lange glaubst du das du das durchhälst? Ist alles nicht einfach:-( Aber andererseits, ohne die AS würden wir uns nicht so nett "unterhalten". Think positive;-)
Andrea

von Andrea - am 08.02.2006 10:20
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