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Diskussionsforum-Angststörungen
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
maya, rio, SIMS, Rio

Zukunftsängste ohne Depression?

Startbeitrag von Rio am 06.12.2006 16:18

Hallo!

Ich leide seit ca. 3 Monaten an einer Agoraphobie mit Panikattacken und bin seit ungefähr zwei Monaten in ambulanter Behandlung.

Leider mache ich nur sehr langsam Fortschritte und verfalle immer wieder den Attacken vor allem in Kaufhäusern o.ä.

Nun habe ich gelesen dass eine dpressive Episode sehr oft eine Agoraphobie begleitet.

Obwohl der Psychiater der mich initial behandelt hat als auch mein jetziger Psychologe haben eine Depresion bei mir ausgeschlossen. Dennoch mache ich mir seit ein paar Wochen Gedanken die ich zuvor nie kannte:

" Was ist der Sinn des Lebens?"

" Was wird mir in Zukunft überhaupt noch Freude machen?"

Ich finde das diese Gedanken schon einen depressiven Eindruck machen oder?

Andererseits habe ich auch gehört das diese Gedanken mit der Phobie zusammenhängen können und nicht unbedingt Zeichen einer Depression sind!?

Ich würde mich sehr freuen wenn jemand mir bei dieser Problematik weiterhelfen kann.
Leider habe ich das Gefühl das mein Therapeut diese Fragen nicht allzu ernst nimmt und überzeugt davon ist das ich keine Depression habe...

Bitte antwortet mir möglichst schnell!!!

Vielen Dank dafür...

Antworten:

Hallo Rio!
Ich find es gut, daß du schon in Behandlung bist. Praktisch gleich nach einem Monat damit begonnen hast. Was war vor den 3 Monaten ? Alles "normal"?

Langsame Fortschritte sind besser als keine! Freu dich über kleinste Erfolgserlebnisse! Und halt dich dran fest! Sei dankbar dafür , stolz auf dich und belohn dich dafür. Das hat mir auch geholfen auf meinem Weg.

Ich weiß nicht wie alt du bist. Die Fragen , die du dir stellst, stellt sich jeder mal, oder öfter mal , in seinem Leben. Auch unabhängig von einer Depression oder sonstigen.
Und , ganz ehrlich, ich finde gar nicht, daß deine Fragen einen sehr depressiven Eindruck machen. Wenn man bedenkt in welcher Gefühlslage du dich grade befindest, wirken sie für mich eher positiv! Du machst dir Gedanken um Positive Dinge in deiner Zukunft. Die Worte: Sinn , Leben, Freude , und die Frage danach, also die Suche, zeigt mir absolut positiven Antrieb in dir.
Daß du das zur Zeit selber nicht unbedingt spürst ist nur verständlich. Aber geh deinen Weg weiter.

Alles Gute wünsch ich dir , lg maya

:spos:

von maya - am 07.12.2006 07:39
Hallo Rio,

ich würde mich selbst als alten Hasen der Panikstörung bezeichnen.
10 Jahre lebe ich nun schon damit.
Die Fragen, die Du Dir in einer solchen Ausnahmesituation stellst, sind völlig normal und haben rein gar nichts mit einer Depression zu tun.

Stellt sich nicht jeder im Leben irgendwann solche Fragen?
Ich finde, das ist sogar wichtig und zeigt, dass Du Dich mit Deinem Leben auseinandersetzt.

Ich habe in 10 Jahren Panik sicher auch depressive Tendenzen gehabt, aber niemals eine Depression.

Ich vermeide keine Orte oder Situationen trotz oft starker störender Symptome und ich lebe immer noch und es ist mir noch niemals etwas passiert.



von SIMS - am 07.12.2006 19:22

Hallo Maya vielen Dank für Deine Antwort!

Du hast Recht ich habe das Glück gehabt ziemlich schnell in Behandlung gekommen zu sein und mir geht es inzwischen auch schon wieder ETWAS besser ( Cipralex abgesetzt) etc. aber wenn ich ehrlich bin habe ich zur Zeit nicht die Hoffnung irgendwann wieder ganz so beschwerdefrei zu werden wie vor der Ekrankung... Ich kann mir das Leben ohne Panikattacken, Schwindel und der Angst vorm ohnmächtig werden gar nicht mehr richtig vorstellen.

Außerdem steht ja auch überall das alles meist chronisch verläuft...

Zu Deiner Frage: Bis vor drei Monaten hatte ich nie irgendwelche Angstprobleme, keine Panikattacken und in der Öffentlichkeit habe ich mich immer eher wohl gefühlt!

Während einer Klausur in der Uni kam dann die erste Panikattacke und seitdem i
st nichts mehr wie vorher. Zum Glück steht meine Familie und meine Freunde zu mir sonst wäre alles glaub ich noch viel schlimmer. Ich habe mich übrigens sehr über Deine Antwort und die Antwort des anderen Users gefreut. Das der andere User nun schon seit zehn Jahren eine Panikstörung hat stimmt mich natürlich auch nicht gerade optimistischer... naja ich wünsche Dir noch ein schönes Wochenende!

Lg aus Norddeutschland

von rio - am 09.12.2006 15:37
Hallo Rio!

Ich find es gut, daß es dir ein wenig besser geht! Du sagst, du hast nicht die Hoffnung, daß alles wieder so wird wie es einmal war. Mit diesem Gefühl liegst du, auf eine gewisse Art und Weise wahrscheinlich gar nicht so unrichtig! Ich meine, wenn man diese Erfahrung mit diesen Angst und Panikzuständen in dieser Form gemacht hat, dann hat man diese Erfahrung eben gemacht und kann das nicht so einfach abschütteln, als ob niemals was gewesen wär.Das sind sehr tiefe Empfindungen, die sich ganz tief reinbohren in unser Inneres. Ich denk, das werden wir nie mehr vergessen. Ich weiß aber 100% aus eigener Erfahrung , daß es sehr wohl möglich ist wieder ein unbeschwertes , fröhliches Leben zu führen!
Kennst die Zeichnung von Morschitzky von seinem Therapieziel??? Die hab ich hier auf seiner Hp irgendwo gesehen. Diese Zeichnung ist sehr aussagekräftig was das betrifft.
Es ist einfach so, daß man, auch wenn man A und P besiegt hat, im Alltag immer wieder Situationen erlebt, in denen man Empfindungen hat, die einen manchmal sehr stark an das Vergangene erinnern. Und das ist der Unterschied zu früher. Da hatte man auch schon solche Empfindungen. Die waren aber nicht gekoppelt mit A und P in dem Sinn.
Das ist natürlich dann manchmal nicht so angenehm , aber nichts im Vergleich zu dem, was man hinter sich hat... Und außerdem hat man eine Erfahrung gemacht in seinem Leben , die einer mal erst machen muß, die einem im Endefekt reifen ließ und um ein großes Stück stärker machte.
Ich bin überzeugt, daß einem sowas nicht ohne Grund passiert. Vielleicht ist es einfach nötig, um in seinem Leben weiterzukommen.
Ich hoffe, das ist alles nicht zu wirr geschrieben und du kannst mir noch folgen. Ich weiß ja wovon ich red, aber ich weiß manchmal nicht wie verständlich das für andere rüberkommt. :confused:
Was sagt denn dein Therapeut zu der Aussage, daß du dir ein Leben ohne Pa, Schwindel und A vorm ohnmächtig werden gar nicht meht vorstellen kannst? Kannst oder willst? Hast du Angst vor einem Leben ohne Angst? Ich denk da wären sehr wichtige Ansätze für dich, in dieser Aussage, wo man damit dann arbeiten kann.
Mich hat es auch schockiert, als ich gelesen hab,daß es Menschen gibt, die Jahrzehnte an A und P leiden. Schockiert in dem Sinn , weil ich es mir einfach nicht vorstellen kann, daß man diesen Zustand so lange aushalten kann. Für mich wär das unmöglich gewesen. Ich hätte nichts unversucht gelassen bevor es mir nicht besser ging. Was ich als letztes probiert hätte, wären Medikamente gewesen. Aber jeder geht SEINEN Weg. Und das ist gut so.

Was ich dir mit meinem ganzen Geschwätz eigentlich nur sagen will: Deine Chancen stehen gut, daß alles wieder wird so wie du es gern hättest. Bloß um eine rießen Erfahrung in deinem Leben reicher!
Bleib am Ball!!!!!!!!
Lg, maya


von maya - am 10.12.2006 20:18
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