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Diskussionsforum-Angststörungen
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Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Wolfgang, tino, minister2001, Tino, angsthase25

Angst, die Angst zuzulassen

Startbeitrag von Tino am 09.12.2006 22:21

Hallo
ich war bis mitte november 06 im KH auf der psychosomatischen station 5 wochen lang. habe viel über angst, körpersensationen und gefühle gelernt. leide unter panikattacken und angstzustände. ich habe gelernt, das ich der angst, wenn sie kommt, begegnen soll. das hat im kh auch ganz gut geklappt. nur jetzt bin ich zu hause im alltag und ich fühle mich noch schlechter als die 5 wochen im krankenhaus. ich habe bemerkt das ich angst vor der angst habe. ich traue mir nicht die angst zuzulassen, ihr zu begegnen. ich habe angst davor mich nicht mehr unter kontrolle zu haben, in der öffentlichkeit umzukippen, mich zu übergeben und ich glaube ich hab noch mehr angst davor, dass mir jemand helfen würde.

ich hab da eine kurze geschichte,

es war in der 2 wochen, wo ich im kh war. ich hatte vom kh belastungsurlaub bekommen, das heist ich durfte für 24 stunden nach hause. es war so auch alles i.o. am sonntag ging es dann zurück ins kh. 1/2 stunde autofahrt wenn kein stau ist. mein freund ist gefahren. wir saßen gerad 5 min im auto überkamm mich ein gefühl als ob ich innerlich einfriere. das kam dann 5 mal hintereinander und ich geriet in panik, ich sagte zu meinem freund er solle sofort zurückfahren, nach hause. dort saß ich dann 2 stunden auf der couch ohne mich zu bewegen. dann fragte mein freund mich ob wir es noch mal versuchrn sollten. ok. ab ins auto. nach 5 min geschah das gleiche. dieses gefühl des einfrierens. mein freund fuhr weiter. das war die schlimmste halbe stunde meines lebens, ich dachte es ist vorbei. zu dem gefühl des einfrierens kam noch übelkeit mit aufstossen, hitzewallungen, kaltschweißig, zittern am ganzen körber und starker schwindel. an jeder ampel an der wir stehenbleiben mußssten dachte ich werde verückt. ´

dann waren wir auf dem kh gelände und ich dachte ich hab es geschaft.

nein. es ging dnn erstmal richtig los, alle symtome aben sich gefühlsmäßi verdreifacht. ich sass im auto, raufte mir die haare, fragte mich ständig warum das jetz so is, was mit mir los sei und hatte todesangst, weil das gefühl nicht mehr aufhörte. bei jeder bewegung die mein freund machte, fragte ich ihn was er jetzt mach, denn ich hatte panische angst das er hilfe holen würde.

nach ca, 1 stund vergingen langsam die gefühle und ich bin in mein zimmer gegangen. am nächsten tag war ich total fertig und kaputt,

kommt das jemandem bekannt vor. und habt ihr tips der angst zu begegnen oder besser gesagt wie man das am besten macht.

für eure tips wär ich euch sehr dankbar

alles liebe
manson31


Antworten:

Hallo,

deine Geschichte kommt mir irgendwie bekannt vor. Mir ging es auch mal ganz ähnlich.
Wir wollten übers Wochenende wegfahren. Ich wußte, dass die Fahrt mehrere lange Tunnels (ca. 10 km) einschloss. War auch nie ein Problem. Doch an diesem Tag war die Ausweichstrecke über den Berg mit Sommerreifen nicht befahrbar. Als wir an der Autobahnausfahrt zur Ausweichstrecke vorbeifuhren bekam ich Panik. Es wurde so schlimm dass wir umdrehen mußten. Ich war dann so ängstlich, dass ich es auch später am Tag nicht mehr probieren wollte als die Ausweichstrecke wieder frei war. Also blieben wir gefrustet zu Hause.

Was ich sagen will ist, ich finde es sehr mutig von dir, dass du trotzdem wieder ins Krankenhaus gefahren bist und die ganze Strecke in Kauf genommen hast. Auch wenn es sehr schlimm war, kannst du stolz auf dich sein.

Wenn ich beim Autofahren nervös bin, hilft es mir etwas zu lesen was mich sehr interessiert. Oder ich fahre selbst, dann bin ich auch abgelenkt. Ich denke mir dann immer: wenn ich schon panik bekomme, können wir immer noch stehenbleiben und er fährt weiter.
Ein paarmal habe ich es auch schon geschafft die Angst einfach zuzulassen. Da denk ich mir: Komm schon Angst, bringen wirs hinter uns. Und dann lasse ich mich von diesem Gefühl treiben und rede mir ein was für ein angenehmes schönes Gefühl das doch ist.
Was mir noch fehlt ist der Mut an solche Situationen heranzugehen, wo ich weiß, da könnte ich Angst bekommen.

Also ich hoffe ich konnte dir ein bißchen helfen.
Nicht aufgeben!!!

Viele Grüße

von angsthase25 - am 11.12.2006 16:42
Hallo,

"denn ich hatte panische angst das er hilfe holen würde."

Was steckt da dahinter - vor was fürchtest Du Dich?

Gruß

Wolfgang


von Wolfgang - am 11.12.2006 23:47
Das mit dem Angst begegnen sagt sich immer so leicht von den Ärzten. Wie soll das Funzen. wenn du Panik hast dann hast du Panik. Ich habe es bis jetzt noch nicht geschafft ruhig zu bleiben. Ich sage mir dann immer "Das geht gleich vorbei, du stirbst nicht jetzt und nicht heute. Ich weiss das ich halt sensibler wie andere Reagiere."

Jeder Mensch ist nunmal verschieden, sonst hätten wir auch ein Typenschild am Hinter kleben!

Was mir bis jetzt am meisten hilft und das ist kein Witz ich habe das Rauchen aufgehört und Trinke mindestens 3 Liter am Tag. (Mit dem Rauchen war leicht da ich Vater geworden bin meine kleine Maus nicht vergiften will)

von minister2001 - am 12.12.2006 11:29
hallo wolfagang,

ich habe einfach angst davor mich menschen so zu zeigen so wie ich bin. habe angst davor das ich unangenehm auffalle und das menschen über mich schlecht denken und das ich mich nicht mehr kontrollieren kann.
verstehst du mich?

gruß tino

von tino - am 13.12.2006 10:00
"ich habe einfach angst .... verstehst du mich? "

Hallo Tino,

natürlich versteh ich Dich. Mir geht es genauso. Früher hätte ich mir nie vorstellen können, wie ich selbst unter meinen eigenen Maßstäben leiden kann. Denn das ist ja wichtig zu erkennen: Wir leiden unter unseren eigenen Regeln. Davon gilt es sich zu befreien.

Gruß

Wolfgang


von Wolfgang - am 25.12.2006 06:57
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