Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Diskussionsforum-Angststörungen
Beiträge im Thema:
10
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Briggi1, maya, ancomara, SIMS

Geht das schon wieder los

Startbeitrag von Briggi1 am 06.01.2007 04:30

Guten morgen, es ist jetzt 5 Uhr in der Früh, mir ist sauschlecht, habe schon gebrochen und habe eine nette kleine PA. Vor genau 2 Jahren war ich dann soweit dass ich ins Spital ging. Hat mir (weil es das falsche Spital war) nichts gebracht, ausser die PA meines Lebens, so etwas möchte ich keinem Menschen wünschen. Ich hab die ganze interne Abteilung eine Nacht auf trab gehalten, wurde nieder gespritzt und hab dann einen ganzen Tag verschlafen. Das war so entsetzlich, ich bin sonst ein höflicher Mensch, da war mir alles egal, ich hab den Arzt angeschrieen, er so mir helfen. Tja und vor so einer PA habe ich so eine Angst, die war so schrecklich. Danach war ich in der Nervenklinik und dort war ich dann im richtigen Spital.
Das mit der Angst, die frau beherrschen soll, wie Tanja schreibt ist einfach so schwierig. Ich hab das Gefühl mir sacken die Füße weg, ich klappe zusammen, einfach sich fallen lassen können. Die letzte Woche war für mich beruflich so stark, Weihnachten und Neujahr emotional so stark, jetzt kann ich einfach nicht mehr und muss aber können, weil ich nicht wieder ins Spital will und auch wegen meiner Tochter nicht kann. Die fragt schon ständig: "Mama muss du eh nicht ins Spital"? Das ist eine Frage, die mir selber sehr weh tut, weil ich sie nicht generell verneinen kann.
Ausserdem habe ich niemanden der mir gern auf meine 4 Katzen aufpasst.
Ach das ist alles so ein Mist, eine Tabl. habe ich schon genommen. Gestern nachmittag ging es mir wieder so gut, ich hab geglaubt, dass ich es geschafft habe und jetzt wieder die Angst vor Herzinfarkt oder sonst was. So ein totaler Mist!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Hoffe, dass die Tabl. bald wirkt und dass ich nochmals einschlafen kann.
Briggi (die total verzweifelt ist)

Antworten:

Hey Briggi,

du musst versuchen dich abzulenken.Was du hat ist Erwartungsangst. Mit Sicherheit war das schlimm, die PA im Spital, aber du musst versuchen deine Gedanken zu Kontrollieren. Lenke dich ab mit irgend etwas und sage dir immer wieder, dass du gesund bist. Mach doch mal einen Hirn -Flik -Flak!!! Z.B. fange bei 777 an und rechne im Kopf immer 13 weg. Das hört sich bescheuert an, klappt aber. In dem Moment wo du am rechnen bist, kannst du dich auf deinen Körper nicht konzentrieren. Das geht auch mit Worten. Versuche Namen oder Worte rückwärts im Kopf zu lesen. Lass den Kopf nicht hängen und hör auf dir ständig Gedanken zu machen, was kommen kann - denn das kannst du dann eh nicht verhindern.

Einen schönen Samstag wünscht dir Tanja

von ancomara - am 06.01.2007 09:03
Hey,

nimmst Du nicht ein Medikament (AD) ein?
Wie Du ja selber festgestellt hast, ist es die Panik vor einer erneuten PA.
Angst vor der Angst.
Was mir sehr geholfen hat ist, immer und immer wieder die Seiten hier auf der linken Seite unter "Panikstörung" und "Panikattacken" zu lesen, ja fast auswendig zu lernen.

In Panik gerätst Du immer dann, wenn Du Dir in Gedanken einen Fluchtweg bahnst, wie das Hineingehen in die Klinik.
Würdest Du Deine Gedanken umdenken und sagen, nein, ich bleibe jetzt hier und sterbe jetzt einfach, wirst Du spüren, wie die Panik weniger und etwas angenehmer wird.

Versuch es.

von SIMS - am 06.01.2007 09:08
Hey Briggi!

Wenn du Hilfe willst , dann nimm dir zu Herzen was sims dir geraten hat! Immer wieder lesen, besser wäre noch ein Buch , weil am pc für die Augen und alles......

Und das mit dem Flucht weg ist der Punkt schlechthin. Fluchtwege , oder auch nur die Gedanken daran sind Hauptnahrung für die Angst! Dadurch wird sie stetig aufrechterhalten! Und es gibt soooo viele davon. Auch was Tanja sagt, mit rechnen und Namen , sind zwar super fluchtmöglichkeiten aus der Angst, und es klappt oft wirklich gut, aber eben nur für den Moment.
Es ist halt die Frage, will man sie wieder ganz loswerden ,die Angst, bzw. auf ein gesundes Maß herunterschrauben, oder will man einfach immer nur im Moment davor fliehen.
Wenn man endgültig davon loskommen möchte, hilft einfach nur die totale Konfrontation. Und das schwierige ist, weil man sich das einfach nicht traut. Es erscheint einen unmöglich , das wovor man grad die größte Panik hat, einfach zu akzeptieren und GESCHEHEN ZU LASSEN.
Du hast das Gefühl dir sacken die Beine weg, du klappst zusammen. Hast du schon einmal verucht, sie einfach wegsacken zu lassen wenn sie das wollen? Hast du dir schon mal gedacht: Na gut, wenns wirklich sein soll ,dann klapp ich halt zusammen. Wenns sein soll kann ich es sowieso nicht ändern. Wenn ich umkippen soll , kipp ich sowieso!
Und so weiter....
Das ist die wahre Konfrontation mit der Angst! Und solche inneren Gespräche, stärken einen selbst und das beste: Sie scwächen die Angst, Es ist Gift für sie!!!

Ich wollte nicht nur wiederholen , was sims schon sagte, aber ich kann das einfach nur bestätigen!

Alles Liebe, maya

von maya - am 06.01.2007 17:05
Hallo, wollte gestern abend schon ins Spital, habs dann doch nicht gemacht, meine Kleine hat nächste Woche Schularbeiten und ich wollte ihr den Stress nicht antun. Ich habe auf die linke Seite noch nie geschaut, hab mir aber jetzt alles ausgedruckt und werde es mir wieder anschauen, wenn ich mich stabil dazu fühle. Heute geht es mir wieder besser. Das sich der Angst stellen, hat das schon wer wirklich geschafft.?!!! Mit dem minuszählen hab ich gestern ausprobiert, aber nicht geschafft. Irgendwie kommt ihr mir alle stärker vor als ich das bin. Werde mir am Dienstag Urlaub nehmen und die Wohnung putzen. Ich werkle zwar ständig herum, aber so richtig sauber ist es nicht. Bin heute vor Erschöpfung mittags eingeschlafen. So eine PA ist irgendwie körperliche Schwerstarbeit für mich, empfindet ihr das auch so? Danke an alle die mir so lieb geschrieben haben und mir die Hoffnung gegeben haben, dass es wieder besser wird.
Briggi

von Briggi1 - am 07.01.2007 15:40
Hallo Briggi!
Körperliche Schwerstarbeit, ja genau so kann ich eine Pa auch bezeichnen, auch die Dauerbelastung durch eine Angststörung ist meiner Ansicht nach sehr , sehr hoch! Genau das waren auch für mich die Gründe warum ich so nicht weiterleben wollte. Es ging einfach nicht für mich , ein Leben in solchen Zuständen, drum setze ich alles daran die Gegebenheiten wieder zu ändern. Und es verlangte mir alles ab. Noch nie in meinem Leben zuvor kostete mir etwas so viel Kraft und Überwindung wie der Kampf für ein wieder normales Leben. Ich holte mir Rat und Hilfe von allem und jeden mir sinnvoll und realistisch erscheinenden Quellen. Schrittweise kämpfte ich mich vorwärts, fiel zurück, kämpfte weiter, und es dauerte lange bis ich mich endlich traute , mich der Angst wirkllich zu stellen. Ja, ich hab das wirklich geschafft, und auch schon viele andere. Man muß sich nur trauen. Es einfach tun. Und auch dann war nicht einfach sofort alles weg, nein es verlief in einem Prozess , den man oft gar nicht bewusst wahrnimmt. Bei mir war es auch so , daß ich mich , je schlechter es mir ging, mich umso mehr damit beschäftigte Hilfe zu kriegen. Hilfe war für mich Wissen, was los ist, was mit mir geschieht, warum so etwas passiert, und vor allem , was man da machen kann. Ich mein , weil du sagst, du willst es lesen ,wenn du dich stabil fühlst.... Bei mir wars eben so. Mir war auch sofort bewußt, nachdem ich mich ausführlich informiert habe, daß ich nun diesen schwierigen Weg gehen muß, das es keinen einfachen gibt, wenn ich wieder frei sein will. 100%klar war mir das, also unterließ ich auch jegliche Aktionen , die mir im Moment die Angst erträglicher erscheinen ließen. Wie gesagt, erst nachdem mir bewußt war , was sich da überhaupt abspielt bei mir!
Es ist auf alle Fälle ganz sicher, auch erwiesen, daß "es" heilbar ist!!!!!!!!! Für jeden! Ich weiß noch, wie mir schon ein Stein vom Herzen viel, damals , am Anfang meiner Angstzeit, als ich solche und ähnliche Sätzte gelesen hab von Ärzten die schon Jahrzehnte Erfahrug haben mir dieser Sache....
Wenn man die Angst als seinen größten Feind ansieht, dann ist man dieser selber. Denn die Angst gehört zu uns. Ohne sie wären wir kein Mensch. Und außerdem sehr oft in Gefahr, ohne diese zu erkennen. Es gilt einfach, die Angst, die durch irgendetwas , was auch immer das ist, auf ein ganz hohes Level hinaufgeklettert ist, wieder dahin zu bringen wo sie hingehört. Damit wir mit ihr wieder im Einklang leben können , und auch dankbar sein können , daß sie in uns ist.

Weiterhin alles Gute wünscht dir maya!

von maya - am 07.01.2007 20:34
Hallo Maya, ich bewundere dich, dass du das so schaffst!!!!!!!! Mein Problem ist nur, dass ich 40 Stunden berufstätig bin und ich mit PA nicht arbeiten kann. Also nehme ich Medis. Nur nach deinem Schreiben ist das ja wieder Verdrängungstaktik. Ich werde mich noch heute mit meiner Neurologin in Verbindung setzen und sie fragen. Hast du schon was von Hypnosetherapie gehört. Meine Kusine hat so was vor Jahren gemacht und seitdem geht es ihr besser. Es sind das Vorfälle von ihrer Kindheit herausgekommen, die sie total verdrängt hatte. Ich bin überzeugt, dass ich Vorfälle meiner nicht sehr schönen Kindheit verdränge und überlege nun ob ich mich da schlau machen soll und mich einer Hypnosetherapie unterziehen soll.
Schönen Tag noch, freue mich auf Antwort Briggi

von Briggi1 - am 08.01.2007 06:48
Hi, ich bin auch sehr dankbar darfür und weiß es sehr zu schätzen , daß es so gelaufen ist wie bei mir , weil ich ja sehe, wie es bei sehr vielen anderen ist.
Ich hatte zwar nicht das Problem mit 40 std. arbeiten, aber bei mir wars so, daß ich nach ca. drei Monaten, nachdem es bei mir anfing, in eine neue Arbeit kam , als Kinderbetreuerin. Das war auch hammerhart, weil neue Arbeit ist ja so schon nicht einfach, geschweige denn unter diesen Umständen. Hatte natürlch auch zu der Zeit null Selbstvertrauen durch die Angstsache. Naja.
Als Verdrängungstaktik würd ich Medis nicht bezeichnen. Ich weiß auch, daß manche Menschen diese Hilfe im Moment einfach brauchen. Ich kann auch nicht sagen, daß ich niemals welche nehmen würde, aus Prinzip oder so. Bei mir persönlich wars nur so, daß das nicht in Frage kam. Ich habe aber schon einige Male gelesen hier , daß manche sehr glücklich sind damit, und wenn das für sie so gut ist , dann finde ich es auch gut für sie. Bloß ICH möchte das nicht und bin halt auch davon überzeugt daß dies zum Teil mir geholfen hat.
Mit Hypnosetherapie hab ich mich nicht auseinandergesetzt. Noch nicht mal mit Hypnose allein. Wenn ich aber der Meinung wäre, daß da was gröberes sein könnte , daß ich verdränge, würd ich das auf jeden Fall in erwägung ziehen!!!!! Also mich mal schlau machen. Was Hypnose genau ist. Wie das abläuft. Wer sowas kann und vor allen Dingen darf. ..... usw.
Ich denke daß kann eine sehr gute Sache sein, wenn alles paßt. Du kannst dich ja auf jeden Fall mal informieren. Wie du dich dann entscheidest ist ja noch nicht wichtig, brauchst sowieso Information um dich überhaupt enscheiden zu können. Ich kann mir vorstellen , daß es allein schon deshalb gut sein kann , weil man sich da ja fallen lassen muß , denk ich. Also die Kontrolle über sich hergeben muß , sozusagen. Und das ist eine Übung die bei Ängsten nur gut sein kann!!!
Wär gespannt was deine Neurologin sagt, wegen medis. Halt mich auf dem laufenden , wenn du magst...

Alles Liebe, maya


von maya - am 08.01.2007 14:59
Hallo Maya, hab heute mit meiner Neurologin gesprochen. Also was du gemacht hast, meint sie, ist mehr als hart. Ich gehe den leichteren Weg und nehme etwas mehr Medis. Die Neurologin meint auch, dass es eigentlich ein Wunder ist, dass es mir mit meinen Belastungen (sehr viele Entscheidungen, die ich als Alleinerziehende bezüglich meinem Kind jetzt fällen muss und meine Vergangenheit) so gut geht. So das war jetzt mein Bericht. Wie geht´s dir so?! Briggi

von Briggi1 - am 11.01.2007 14:05
Hallo Briggi!

Ja, mein Therapeut packt das auch nie wenn ich ihm davon erzähle! Er sagt dann nur so Dinge wie : wow, unglaublich, das schaffen sie?.... Ich hab das ja nicht mit ihm so behandelt das Thema direkt, bin auch nicht direkt deswegen bei ihm. Aber bei meinen Erzählunge und den Gesprächen kam es halt manchmal zur Sprache. Und ich denke schon , daß mich die Therapie diesbezüglich auch weitergebracht hat, nur irgendwie unbemerkt sozusagen. Es stimmt, es ist auch hart, drum sagt ich ja , noch nie in meinem Leben hat mich etwas so derartig gefortert. Nichts. Aber es lohnt sich so sehr, und im Nachhinein, denkt man ganz anders drüber, man denkt sich dann: Na wenn ich das gewußt hätte, das es so einfach geht,.....
Es ist ja nur deswegen so hart weil man so unendlich Angst hat! Angst vor etwas , was gar nicht passiert! Das ist das harte. Und wenn man schon wüßte vorher , daß ja nix passiert, wenn man es echt wüßte, ( und das geht aber nicht , weil echt wissen tut man es nur durch eigene Erfahrung) dann hätte man keine Angst und es wär ganz einfach. Und das alles weiß man eben erst im Nachhinein.
Hm , wohl ziemlich verwirrend, was ich da so von mir geb, aber ich kanns nicht besser erklären!
Ich hab in meinem Leben die Erfahungen gemacht, daß ich mit dem mir im Moment einfach erscheinenden Weg im Endeffekt nicht wirklich dahin komme wo ich sein will.
Vielleicht ist das bei mir auch mit ein Grund warum ich A und P überhaupt bekommen hab , weil ich es mir halt oft schwer mach und alles sehr genau nehme, weil es gibt bei mir sonst keine handgreiflichen Gründe, nur ein paar Möglichkeiten, woher es kam. Wenn es so ist , dann ist meine Art zu leben ein Grund daß ich es bekommen hab , und ich hab es der Art zu verdanken, daß ich es wieder los wurde. Auch arg, oder? Aber ja, so ist das Leben, man muß seine Erfahrungen machen, und mit jeder Erfahrung die man gemacht hat , wird man klüger. Man lernt nie aus, davon bin ich überzeugt. Wie auch immer, ICH LIEBE DIESES LEBEN mit allen, was dazugehört!

Ganz liebe Grüße, maya

von maya - am 12.01.2007 12:14
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.