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Diskussionsforum-Angststörungen
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
katrin, reismeister, Blue, Wolfgang, grashalm77, nirak

Panikattacke im "Vorstadium"?

Startbeitrag von grashalm77 am 13.02.2007 21:41

hallo ich bin neu hier nd hab eine Frage an euch:

Fangen solche Panikstörungen schleichend an, oder sind die plötzlich da? weil ich habe seit längerem ständige Schwierigkeiten beim Atmen und ein starkes Beklemmungsgefühl in der Brust. Auch manchmal stechende kurze Schmerzen in der Brustgegend.

Hatte auch stark überhöhten blutdruck, war deshalb bei internisten, aber haben nichts organisches gefunden.

Ich habe nur einige Symptome, aber nicht die akuten Zustände.... sind das anfangende Panikattacken? oder gibt es nur entweder Panikattacke oder nicht Panikattacke?

Antworten:

lieber grashalm,

ich bin erst 19 und habe seit 1 jahr angstzustände und panikattacken. bei mir waren die attacken am anfang sehr stark, wie das bei anderen ist weiß ich nicht so genau. seit einen jahr sitz ich nur zuhause und kann habe angst meine wohnung zu verlassen. Mein Psychologe macht mir in der hinsicht wenig Hoffnungen, da er sagt das er von "dieser", "meiner" Angst noch nichts gehört hat!! Ich bin mir ziemlich unsicher ob er mir auch wirklich helfen kann.

Panikattacken können auch mit innerlicher Unruhe anfangen, so wars bei mir. Erst werde ich total unruhig, bekomme Herzrasen, Angst zu sterben usw. Das passiert alles nur weil ich mich selber in die Angst hineinsteiger. Ich möchte dir nicht unnötig Angst machen, aber als ich solche anzeichen wie du hatte, bin ich zum Nervenarzt gegangen.

Liebe grüße katrin

von katrin - am 13.02.2007 22:18

@Katrin

Hallo Katrin,

"seit einen jahr sitz ich nur zuhause und kann habe angst meine wohnung zu verlassen. Mein Psychologe macht mir in der hinsicht wenig Hoffnungen, da er sagt das er von "dieser", "meiner" Angst noch nichts gehört hat!!"

Das Problem liegt nicht an Dir. Natürlich gibt es unendlich viele Angstformen. Genau so, wie es unendlich viele (reelle - sorry, muß halt genau sein) Zahlen zwischen 0 und 10 gibt. Um ein wenig Übersicht zu bekommen, kann man natürlich so eine Art Klasse bilden: Die Zahlen von 0-1, 1-2 ... 9-10. Dann hat man 10 Kategorien. Und so ist es doch auch mit den Ängsten: Man kann gewisse sich ähnelnde Ängste zusammenfassen und dann von gewissen Angstgruppen sprechen.

Aber von was ich gar nichts halte ist, daß Du so eine ganz besondere Angst haben sollst, die nirgenswo hinpaßt und deshalb nichts dagegen machbar ist. Du hast eine Angst - und die hat ihre Gründe - egal wie verwinkelt und unnachvollziehbar die auf den ersten Blick sein mögen.

Alleine aus Deinen Zeilen zumindest sehe ich nichts, was da so eigenartig sein soll.

Vielleicht magst Du ja etwas davon erzählen.

Gruß

Wolfgang

von Wolfgang - am 14.02.2007 07:53

Re: Wolfgang

guten morgen wolfgang,

klar ist auch diese Angst heilbar und ich denk auch das sie irgendwo hineinpasst... nach 10 Sitzungen beim Psychologen dachte ich, ich wär "geheilt", aber danach musste ich feststellen das die innere Unruhe wieder kommt. Seit der 17 Sitzung habe ich ständig Rückfalle, heute ist die 19 Sitzung. Das sind 2 Wochen voller Angst. Die Nächte werden immer kürzer, weil ich nicht schlafen kann und die Tage länger, weil ich mich ja um meine kleine Tochter kümmern muss.
Gestern war ich zum ersten mal wieder einkaufen, ich dachte ich würd mir in die Hose machen, vor dem Geschäft wollte ich schon wieder umkehren, aber dann bin ich einfach einkaufen gegangen, wenns passiert dann passierts!!! Neben Herzrasen und anderen Ängsten wurde die Unruhe immer heftiger....hab dann nach fünf min das Geschäft blitzartig verlassen.

Naja, heute wo ich 12 zum Psychologen muss, merk ich jetzt schon das es mir dabei gar nicht gut geht, bin total unruhig und die Angst, dass ich mir in "die hose mach" wird sicher auch wieder kommen. Ohne Notfallmedi geh ich gar nicht raus... Bin ja mal gespannt was heut auf mich zukommt.........!

Gruß Katrin

von katrin - am 14.02.2007 08:48

Re: @Katrin

Hallo Katrin,

vielleicht könntest du mal etwas mehr über deine Angst erzählen? ich meine,
was macht dir eigentlich so Angst?
Das mit dem rausgehen, also das kenn ich auch. Konnte auch einmal längere
Zeit nicht die Wohnung verlassen. In Geschäften habe ich mich absolut unwohl gefühlt.
Also so neu erscheint mir deine Angst nicht zu sein.
viele Grüße

von nirak - am 14.02.2007 13:08

Re: @Katrin

hallo nirak,

ganz am anfang hatte ich angst mir in die hose zu machen. als ich letztes jahr mit meiner freundin in der stadt eisessen war ist mir am nachhause weg was schreckliches passiert... das eis hat die ganze "sache" wohl "weich" gemacht, ich hab mir vor allen leuten in die hose gemacht... seitdem war die angst noch größer, konnte nicht raus gehen und so weiter, den ganzen sommer habe ich mit meinen kind zuhause verbracht.

Als ich eines Abends im Hof draußen gesessen bin gings richtig chaotisch zu in meinen kopf, ich hatte angst mir etwas anzutun. Hab diese Symptome aber nicht weiter beachtet. Als ich mit meinen damaligen Freund dann ins Bett ging, gings so richtig los, erst musste ich aufs klo und hab nur an die Angst in mir gedacht, ich wollte das nicht wahrhaben und dachte es wäre nur ein phase... als ich es nicht mehr ausgehalten hab, hab ich ihn aufgeweckt... er wollte mich natürlich gleich einliefern lassen....

Am nächsten tag kam der vater meines kindes und hat den notarzt gerufen. er verschrieb mir Lorazepam 2,5mg... ich war natürlich gleich total down, aber bin am selben tag noch 60 km mit dem auto gefahren. ein kleiner erfolg. mit der zeit konnte ich wieder weitere strecken laufen... bis zu meinen rückfall vor 2 wochen.

Heute war ich beim psychologen. er ist nicht begeistert das es mir so schlecht geht, aber er sagt ich muss es einfach darauf ankommen lassen. ich muss die angst durchgehen, dafür bin ich zu schwach. deswegen habe ich heute mit meiner mutter beschlossen das ich mich in stationäre therapie begeben muss.

liebe grüße katrin

von katrin - am 14.02.2007 14:43

Re: @Katrin

Liebe Katrin,

ich kann deine Angst sehr gut nachvollziehen - ich habe die gleiche und zusätzlich noch die Angst vorm Erbrechen (bei mir oder anderen - da stehe ich Todesängste aus).

Auch dass es dir vor dem Besuch beim Psychologen schlechter geht. Das ist bei mir auch so - vermutlich aus dem Grund, weil ich weiß, dass ich mich dort wirklich mit meinen Ängsten auseinander setzen muss. Sie hinterfragt alles und kramt tief in mir, so dass es manchmal wirklich schon weh tut ...

Und auch Rückschläge gehören leider immer wieder dazu, dadurch weiß man dann erst, wie weit man in der Therapie schon gekommen war. Ausserdem gehören schlechte Zeiten zum Leben - wir haben nur leider verlernt vernünftig damit umzugehen ...

Lass den Kopf nicht hängen ... es wird wieder besser - auch wenn es manchmal nicht danach aussieht. Aber nach Regen scheint nunmal immer wieder die Sonne - auch für uns.

LG Blue

von Blue - am 14.02.2007 15:25
he!

naja, eine allgemein gültige antwort gibt es hier wahrscheinlich nicht.

wenn wirklich 100% abgeklärt ist, dass rein physisch alles ok ist (hol dir am besten noch eine zweite meinung ein!) dann kanns wohl in richtung psychische überanstrengung, angststörung, burn out... gehen.

der "klassische" weg den ich auch durchgemacht habe fängt mit genau solchen symptomen an, hoher blutdruck, enge in der brust, körperliche unruhe, zappelig sein, einfach nicht abschalten können.
ich habe damals in diesem anfangsstadium versucht mit mentalem training dagegenzusteuern, heute sage ich - ich hätte besser meine anforderungen an mich selbst herunterschrauben sollen.

panikattacken sind meiner erfahrung nach erst die konsequenz von "stadium 1" - aber der entscheidende schritt in richtung angststörung. schweissgebadet wachst du mitten in der nacht auf und glaubst du stirbst jetzt - der notarzt kommt und alles ist wieder normal.

"stadium 3" würde ich mit wiederkehrenden panikattacken beschreiben. dann fängt die angst an, dass mit dir was KÖRPERLICH nicht stimmt - du rennst von arzt zu arzt - keiner findet was und jeder rädt dir eine auszeit zu nehmen - und eigentlich stimmts - das einzige was wahrscheinlich hilft ist so FRÜH wie möglich dir eine auszeit zu nehmen! triff freunde, fahr auf urlaub, nimm das leben leichter

in "stadium 4" gibts dann (fast) keine panikattacken mehr - das ganze hat sich generalisiert - man ist kondizioniert. ständige unruhe, herzklopfen, müdigkeit, traurigkeit, nasse hände, schwitzen, neben sich stehen, sich nicht konzentrieren können.

aber was nützt?
ich habe DMSA kuren gemacht um das quecksilber von meinen amalgamplomben aus meinem körper zu entfernen, ich habe vitamin B12, B6, B2, selen, ubiquinon und was weiss der geier geschluckt, ich trinke keinen kaffe und keinen alkohol und nehme johanniskraut tabletten.

ausser den johanniskraut tabletten nützt nichts, aber die beste therapie ist ablenkung!

TRIFF FREUNDE; MACHE REGELMAESSIG SPORT; LASS DIR ZEIT BEI ALLEM WAS DU TUST - KONDIZIONIERE DICH AUF LANGSAMKEIT!!!

es ist nichts auf der welt wert, dass du den beschriebenen weg weitergehst!

liebe grüsse reismeister



von reismeister - am 14.02.2007 18:55
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