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Diskussionsforum-Angststörungen
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21
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
Claudia (die alte), elisabeth, Glücksklee, Marcel, Karsten, Amanda, Kanti

Mir geht es nach langer Zeit wieder scheiße

Startbeitrag von Claudia (die alte) am 06.01.2008 13:19


Hallo an alle,

erstmal noch ein gesundes neues Jahr bevor ich anfange zu jammern.

Nach fast einem Jahr ohne wesentliche Ängste geht es mir wieder schlechter, vor allem nach einem Vorfall in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag.

Ich bin gegen 2.00 Uhr nachts aufgewacht und verspürte so eine innerliche Unruhe. Habe dann immer in mich reingehorcht ob es besser wird. Natürlich nicht, es wurde schlechter. Bis ich immer mehr Angst bekam, aus dem BEtt raus bin, Fenster geöffnet habe. Aber die Angst wurde immer schlimmer. Ich bekam nur noch schlecht Luft, habe vor Angst meinen Mann geweckt und bin in die Küche. Ich hatte so eine Angst, als würde ich gleich sterben. Dachte ich kippe jeden Moment um. Mir wurde innerlich ganz heiß, aber eigentlich irgendwie auch kalt. Ich habe gleich eine Beruhigungstablette genommen und saß dann noch 1/2 Stunde in der Küche. Das Schlimmste war nach 20 Minuten vorbei.

Am nächsten Tag bin ich in der Reha-Klinik (in der ich arbeite) zu unserer Kardiologin und habe ein EKG schreiben lassen. Soweit ok bis auf eine diskrete Senkung der ST-Strecken im Hinterwandbereich. Die Ärztin möchte morgen noch ein Vergleichs-EKG machen um zu sehen ob die ST-STrecken-Senkung bei mir immer vorhanden ist, oder ob evtl. doch was war in der NAcht. Aber sie sagte mir auch gleich, wenn sie einen schlimmen Verdacht hätte, dann würde sie einen sogenannten Troponin-Test machen, das ist ein Schnelltest bezüglich Herzinfarkt. Sie tat es nicht und schickte mich auch nicht zum Hausarzt. Also denke ich, hatte sie auch keinen schlimmeren Verdacht.

Aber was war das? War es vielleicht eine richtig heftige Panikattacke? Ich leide ja an der Angststörung, aber ich hatte noch nie so heftige Panikattacken wie manch andere hier im Forum. Und die letzten Monate ging es mir auch echt gut.

Aber seit November haben wir tierisch Stress in der Firma. Überstunden, Heilig Abend arbeiten, Samstag arbeiten, zwischen Weihnachten und Neujahr arbeiten usw, vor allem viel psychischen Streß, weil das Arbeitsklima so bescheiden ist. Dazu kommt der Streß zu Hause. Häufige Proben der Kinder für das Krippenspiel. Ich selbst hatte viele Chorauftritte in der Weihnachtszeit usw.
War das alles zuviel?

Habe die letzten 2 Wochen schon immer Bauchweh gehabt und auch manchmal Übelkeit.

Nun habe ich immer Angst vor der Nacht und davor daß es wieder passiert.

LG Claudia (die alte)










Antworten:

Hallo Claudia!
Ja, das ist deine Angst! Du sagst doch selbst, du hattest Stress...das ist normal, außerdem gerade wenn es gut läuft, verändert sich die angst, damit sie dir wieder angst einjagen kann, denn das ist ein spiel, das musst du durchschauen! ich bin auch mind. 1mal am tag davon überzeugt jetzt bekomm ich was, das is nicht die angst und trotzdem erkenn ich das muster!! sie sucht sich neue dinge um mich zu beeindrucken und dann denk ich einfach: ok, wenn was wirklich schlimmes sein sollte...falls ich um oder so, mir wird immer geholfen. wenn ich realistisch bin, kann ich nicht totkrank sein und herzinfarkte bekommen nur leute die strakes übergewicht haben, rauchen, trinken...nicht WIR!! wir tun ja alles das wir gesund bleiben! denk mal über die leute nach, die sowas bekommen könnten...genauso wie schlaganfälle! die wahrscheinlichkeit das es sich jedesmal um was ernste und nicht die angst/panik handelt, ist so gering, bzw. nicht vorhanden!! wenn du was richtig schlimmes hast, hätte deine kardiologin was gesagt, die schicken keinen heim der kurz vorm sterben ist!!!
ich kenne das auch, ich hab mal nachts, was heißt mal...schon öfters irgentwie gemerkt und dann "oh gott..." überlegt, da steigt automatisch die panik hoch und man bekommt alle symptome! das beste mittel gegen das: sofort erkennen: ahaa...ich denk das ist was schlimmes...und vorallem das oh gott streichen und ganz realistisch die sache angehen! sich bewusst entspannen und an was tolles denken! ODER: sich dem hingeben!!! für mutige eben!! genau hinhören was da ist, aber NICHT beurteilen!! hier haben schon viele davon gesprochen das sie das tun! ich mach das auch und mehr als ne sekunde angst hab ich net! ich weiß mir passiert nix, ich bin gesünder als andere menschen und die sagen nicht ständig, gleich ists vorbei!!
ich hoffe ich konnte dir helfen!?
lg

von Glücksklee - am 06.01.2008 17:21
Hallo Glücksklee,

danke für deine Antwort. Ich bin innerlich so gespalten, denke zu 50 % es war Panik und zu 50% daß es doch was ernstes war. Aber ich wüßte nicht was, bei einem Herzinfarkt wäre es wohl eher anders ausgegangen. Mit 37 ist man nicht unbedingt ein Kandidat für Herzinfarkt, aber nichts ist unmöglich, hat es auch schon gegeben. Mich hat eben diese Luftnot so panisch gemacht, das kannte ich von meinen bisherigen Angstattacken nicht, vielleicht war es auch so schlimm, weil es nachts war, ich weiß nicht. Aber kann man denn nachts aufwachen und eine Panikattacke bekommen?

Ich weiß aus Erfahrung, daß die Angst sich immer neue Wege sucht. Habe das schon zur Genüge durch. Aber jetzt ging es mir so lange gut. Und nun wieder das. Es war so ganz schrecklich, so schlimm wie noch nie, ich dachte auf dem Weg in die Küche, ich würde gleich umkippen, ach einfach gräßlich. Vielleicht war doch alles zuviel, ich weiß nicht.

Dazu kommt noch, daß ich im August einen mir sehr nahe stehenden MEnschen verloren habe. Er lag nach schweren Herzrhythmusstörungen mit nachfolgender Embolie im Koma, ist zwar wieder aufgewacht aber mit einer Hirnschädigung und nach 4 Wochen ist er verstorben. Das belastet mich bis heute enorm, täglich sind meine Gedanken bei ihm, weil er 15 Jahre so eine Art Ersatzvater für mich war. Zudem war er erst 57 Jahre alt. Ich konnte mich nicht richtig von ihm verabschieden, weil er 200 km weiter weg im Krankenhaus war. So konnte ich nicht immer dort sein. Heute habe ich Schuldgefühle, weil ich nicht Urlaub genommen habe und dort geblieben bin. Es tut mir so weh, weil ich nicht weiß, ob er es gemerkt hat, wenn ich ihn besucht habe. Dieses Erlebnis kommt noch dazu und belastet mich, wie schon erwähnt, seit August.

Ich danke dir trotzdem für deine Antwort. Morgen bin ich schlauer, denn da wird noch ein Kontroll-EKG gemacht. Ich melde mich morgen wieder. Habe schon wieder Schiss vor der Nacht.

LG Claudia (die alte)


von Claudia (die alte) - am 06.01.2008 19:33
Hey!!
Schön das es wenigstens 50% sind, die du glaubst das es panik ist! schon mal wichtig!! das mit nachts ne panikattacke! oh ja, ich kann dir sagen, ich hatte das auch öfters, sogar herzrhytmusstörungen hab ich, mal mehr mal weniger. kardiologe sagt, alles ok, obwohl ich beim belastungs ekg kaum konnte, weil hyperventiliert! langzeitekg mit herzstolpern und herzschmerzen...alles ok...nix schlimmes, hat jeder, nur net jeder merkts und sagt es sei schlimm! sogar beim sport hab ich des und ich leb noch! das herz will uns ja was sagen, nicht umbringen!! ich hab z.b. wenig liebe erfahren. ich bin wohl jemand der viel braucht und sich alles zu herzen nimmt (da haben wirs schon lol).ich versuche halt mir vorzustellen liebe zu bekommen, meine einstellung zu ändern! du hast viel mitgemacht! das ist so typisch!
ich habe zwar keinen menschen verloren, aber meine mutter hat brustkrebs, ich habe unter stalking gelitten und war oft außenseiter! ich versuchs auch so zu sehen wie lucinda bassett in ihrem buch "angstfrei leben" beschreibt: wir sind was besonderes! unsere fähigkeit zu beobachten, kreativität, das sensibel sein...alles das ist was tolles, nur muss man es für sich nutzen, nicht gegen sich!!
ok, genug geredet, warten wir mal was morgen bei dir raus kommt! nämlich nix, das sag ich dir jetzt schon und wegen heut nacht! mach dir keine sorgen, jemand der echt ein herzproblem hat, kommt gleich ins kh und is bewusstlos und so! also: nur panik!!! kennen wir ja schon!
lg

von Glücksklee - am 06.01.2008 20:16
Du sollst dir keine Sorgen machen..mit Sicherheit ist es nichts ernstes. In der Tat, wenn man Herzprobleme hat, dann kommen Lähmungserscheinungen, man läuft blau an und es sind tierische Schmerzen im Brustkorb bereich etc.

Das was du beschreibst ist eine typische heftige Panikattacke...die hab ich auch oft nachts, manchmal kommt es einem sehr schlimm vor, weil man sich durch das Aufwachen sehr erschreckt und es einem viel schlimmer vorkommt als es ist.

Zudem bist du in deinen Gedanken durch den Vorfall mit der verstorbenen Person mental "vorbelastet" und hast Angst, die Krankheit auch zu haben.

Lass sich bei dem Arzt gut durchchecken, aber ich glaube, wir wissen alle in diesem Forum, dass die Ärzte nichts organisches finden werden.

Man möchte natürlich seine Angst irgendwie physisch erklären, dann hat man eine Diagnose. Wir alle suchen nach einer plausiblen Erklärung füe unsere "Zustände" und die gibt es:

Man bekommt PAs in der Regel, wenn der Körper sich entspannt und das ist in vielen Fällen in der Nacht so. Dadurch, dass du dich beim schlafen entspannst, "entlädt" sich deine Angst oder dein verborgener Stress, in dem es plötzlich ganz viel Stresshormone ausschüttet. Beim schlafen hat ja der Körper diese Möglichkeit...es ist sehr unangenehm, aber wenn der Körper und die Seele keine Möglichkeit haben sich genügend und gezielt zu entspannen ( und das ist bei dem Stress den du hattest mit Sicherheit der Fall) und mentale Stärkung zu holen oder Übungen zu praktizieren, dann kommt so was ätzendes...

Man kriegt keine Luft, wei der Körper durch den plötzliche Ausschüttung der Stresshormone hyperventiliert...und dann gehts nur noch berg ab, man dreht nur noch am Rad und steigert sich derart in die PA rein, dass es lange dauert, wieder runterzukommen.

Ich versuche solchen Attacken in der Nacht nicht mehr nachzugeben, sonst ist die ganze Nacht im Eimer...ich sage mir in solchen Fällen ganz bewusst und immer wieder, dass es nur eine PA ist, versuche dann tiefer zu atmen, mache schnell das Fenster auf und schließe ganz fest die Augen und versuche dann trotz (!!!) der PA wieder einzuschlafen. Es war am Anfang sehr schwer, doch irgendwann bin ich tatsaächlich eingeschlafen...das war zwar ganz kleiner Erfolg, doch ich habe auch was wichtiges gelernt.

ES GEHT! Und du wirst es auch schaffen! Habe viel geduld und bleib bewusst ganz ruhig...irgendwann ist auch die schlimmste PA vorbei! Garantiert! So sind wir nun mal und müssen dadurch!

von Kanti - am 06.01.2008 21:44

Bin neu hier

So habe mich dazu bekannt das ich unter Panikattacken leide.Schob es naemlich vorher immer auf ein gesundheitliches Problem,musste aber erkennen das es tatsaechlich Panikattacken sind.Ob das ein erster Schritt zur Besserung ist???????
Naja wie auch immer.
Weiss jetzt zumindest ueber mein problem bescheid.
Und das laesst mich schon etwas besser fuehlen.
Habe gesehen in diesem forum das ich damit nicht alleine bin und wuerde mich freuen,mich mit anderen darueber austauschen zu koennen.

von Amanda - am 07.01.2008 15:32

Hallo ihr beiden,

danke erstmal für eure Antworten.

Habe ja heute das Kontroll-EKG machen lassen. Es ist zu 99% unverändert. Also habe ich wohl so ein EKG mit dieser sogenannten ST-Senkung. Die Kardiologin sagte, kein Grund zur Sorge, um mich ganz zu beruhigen macht sie am Freitag ein drittes EKG und dann ist hoffentlich die Angst weg.

Sie fragte auch, ob ich zuvor was geträumt habe, und dem war auch so.

Ja ich denke schon, daß es eine PA war. Aber ich hatte es halt noch nie in dem Ausmaß und im letzten Jahr überhaupt nicht mehr. Aber eigentlich ist es immer so, daß mein Körper irgendwie reagiert, wenn ich viel STreß habe. Ich sollte das eigentlich inzwischen wissen, nach 3 Jahren Angststörung. Aber es war eben so heftig und ich war gar nicht mehr auf so einen Rückfall gefasst.

Wißt ihr, ich habe damals die Angststörung nach der Herz-OP meines Sohnes entwickelt. Damals wußte ich ja gar nicht was mit mir abging und ich konnte damit noch wesentlich schlechter umgehen als heute.

Durchuntersucht wurde ich in den vergangenen Jahren zur Genüge. In den letzten 3 Jahren hatte ich bestimmt 5 EKG, 2 Echokardiographien, eine CT-Untersuchung des Kopfes, 4 mal Sonographie und diverse Blutuntersuchungen sowie eine Knotenentfernung in der Brust, alles o. k. Hatte zudem mit 2 Schlaganfällen in der Familie zu tun (Vater und Oma). Manchmal denke ich schon, ich bekomme eine Prüfung nach der anderen auferlegt und immer wenn es mal länger gut geht, kommt wieder irgendeine Scheiße dazu.

Aber ich muß auch sagen, daß mich die Angststörung einiges gelehrt hat. Vor allem die Psychotherapie, die ich seit 2 Jahren mache, hat mir die Augen geöffnet.

Mein Mann nahm ich letzte Woche in der Nacht gar nicht richtig ernst, das machte mich echt wütend. Am nächsten TAg sagte er dann ich müsse doch langsam mal wissen, daß mein Körper nach Streßzeiten immer dann, wenn es wieder ruhiger wird, auf irgendeine Weise reagiert. Er hat ja so Recht, aber in dem Moment, hat man halt einfach Angst.

Ich danke euch trotzdem, daß ihr mich mental unterstützt habt. Heute morgen im Auto hatte ich schon wieder so einen Anflug einer leichten Angstattacke. Habe ganz langsam geatmet, länger ausgeatmet als eingeatmet und es wurde nach ca. 2 Minuten besser.

Nun bin ich erstmal etwas beruhigt, so richtig beruhigt werde ich erst am Freitag sein.

LG Claudia (die alte)

von Claudia (die alte) - am 07.01.2008 15:44
Hallo Claudia,

hm, hab erst heute gelesen, dass es dir so schlecht ging, das tut mir leid!!

Aber Gott sei Dank warst du schon bei der 2. Untersuchung, so bist du zumindest beruhigter und ja am Freitag wirst sehen, dass wirklich alles OK ist, dann wirst du ganz beruhigt sein. Ich bin mir ganz sicher, dass es eine PA war und ja in der Nacht ist das besonders schlimm, fies..... ich hatte bisher Gott sei Dank nur ganz selten das "Vergnügen", .....3x auf Holz geklopft ;) .
Du hattest wirklich einen enormen Stress und vielleicht zeigte dein Körper, dass es einfach zu viel war und ja in der Ruhe kommen meist die PA`s. Ich kenn das auch, bin aber auch immer wieder aufs Neue verwundert.
Ja ich denk auch, dass es mit dem Tod deines Ersatzvaters zu tun hat, mental vorbelastet (besser hätte ich es gar nicht ausdrücken können) und dann arbeitest du auch in einer Klinik...
Ach ja es ist nicht einfach, hm, wg. dem Tod verarbeiten deines Ersatzvaters würde dir eine Trauergruppe helfen? Fiel mir nur eben ein.
Vielleicht kannst du dich noch erinnern, aber in unserer Familie gab es einen ähnlichen Todesfall und meiner Nichte gehts damit schlecht, sie ist 13 und ja zu Weihnachten da ging es ihr auch gar nicht gut. Ich hatte nciht so ein enges Verhältnis, da tut man sich ja immer leichter...
Übrigens mir tat mein Unterschenkel so weh, schon über eine Woche, so ein Ziehen und so weiter, ich wurde total panisch, Thrombose....alles mögliche fiel mir ein. Gestern war ich dann doch Hausarzt und er meinte, na ja doch anschauen lassen. Also rief ich heute an, wg. Termin Ultraschalluntersuchung wg. Thromboseverdacht und die Dame meinte zu mir, gleich kommen, da ja gefährlich und so weiter. Ich wurde noch panischer und schnappte meine Kleine und fuhr gleich los. Gott sei Dank alles Ok, vielleicht Zerrung oder so, aber die Zeit bis zur Untersuchung, im Wartezimmer war sehr schlimm. Schwindlig, Hitzewallungen, ... aber meine Kleine lenkte mich doch ab... na ja, vielleicht als kleiner Trost, dass ich auch auf der Panik-Welle war.....

Ich wünsch dir alles Liebe und du wirst am Freitag sehen, dass alles OK ist und auf so eine genaue Untersuchung kannst du dich mit Sicherheit verlassen!!!

Ach ja mein Mann reagiert auch manchmal so.... eben auch wg. meinem Bein. Ich war schon total fertig, heulte und so weiter... er meinte, dass ich mich doch nicht dauernd so reinsteigern solle...ja er hat auch Recht. Aber zu seiner Verteidigung muss ich sagen, er hat mir schon sehhhhhhr oft geholfen...

Liebe Grüße
Elisabeth

von elisabeth - am 08.01.2008 21:57

Hallo Elisabeth,
danke für deine Antwort. Bin heute zu Hause, da es letzte NAcht wieder so war, nur nicht so heftig. Ich bin gegen 0.15 aufgewacht, war ganz ruhig und dachte mir, hoffentlich schlafe ich wieder ein und hoffentlich wird mir nicht wieder so komisch. Nein sagte ich mir, ich bin ja ganz ruhig, was soll schon passieren. So ging das 10 bis 15 Minuten und dann merkte ich doch, daß ich wieder Angst bekam, und es ging wieder los. Mir wurde komisch, ich hatte ein Beklemmungsgefühl. Aber ich habe versucht ganz bewußt zu atmen, habe mir selbst gut zugesprochen und es wurde besser. Aber nach 10 Minuten ging es wieder los und da wurde die Angst größer. Setzte mich ins Bett und sagte laut vor mich hin: "Du kriegst mich nicht, du Scheiß Angst, nein du kriegst mich nicht usw. Es wurde auch diesmal besser, aber die Angst blieb. Bin dann aufgestanden und habe mich aufs Sofa im Wohnzimmer gesetzt. Dort fing ich dann richtig an zu zittern und zu frieren, eigentlich ein Zeichen einer Panikattacke, das war früher auch immer so, wenn es mal heftig war, habe ich hinterher gefroren. Ich schaute dann 1 h TV und bin dann 1.30 wieder zu Bett, habe gelesen bis 2.15 und schlief dann wieder ein. Allerdings habe ich wieder eine Beruhigungstablette genommen, weil die Angst so groß war.

Nun habe ich mich entschlossen, meinen Hausarzt aufzusuchen. Als alter Angsthase weißt du ja, daß es einem doch keine Ruhe läßt. Die Gedanken kreiseln ständig, ob ich was habe oder nicht, ob das Angina pectoris-Symptomatik war usw.

Über eine Trauergruppe habe ich auch schon nachgedacht, muß nur mal sehen, ob es hier bei uns so was gibt. Wie findet man das raus? Evtl. übers Internet oder?.

Ja die letzten MOnate waren schlimm und tief im Innern denke ich auch, daß der jetzige Zustand etwas damit zu tun hat. Erstens der Todesfall, den ich einfach nicht verarbeiten kann, weil er auch was mit dem Herz hatte. Vielleicht hat mein Unterbewußtsein das schon wieder so abgespeichert, daß ich nun denke, ich hätte auch was mit dem Herz. Dazu der wirklich viele STreß im Dezember. Fast täglich 7,5 h Arbeit, dazu Haushalt, zwei Kinder, 4 Weihnachtsfeiern abgedrückt im Dezember (nach der Arbeit), Auftritte mit dem Chor (meist Sonntags, also nichts mit Ausschlafen), Über die Weihnachtstage keinen Tag Urlaub und den ARbeitsstreß eigentlich schon seit Mitte letzten Jahres, dazu eine Chefin, die null Verständnis für uns alle aufbringt usw. Also das Faß ist eigentlich am Überlaufen. Wahrscheinlich habe ich die Warnsignale nicht bemerkt, um früher kürzer zu treten. Nun habe ich die Kacke wieder am Dampfen.

Als ich in der KLinik anrief um zu sagen, daß ich zum Arzt gehe, kam gleich wieder:"Hast du wohl auch Durchfall"? (bei uns grassiert gerade Durchfall in der Klinik). Ich wollte nicht sagen, was ich habe und muß es ja auch nicht tun, so sagte ich nur: "Ja, auch". Denn ich kenne es noch von damals, als es mir schon mal nervlich so sch....... ging. Ich war viel zu redselig und hinterher wurde über mich gesprochen, bzw. hat es kaum einer verstanden und es kamen immer Sätze wie :"Nun habe dich mal nicht so, wir hatten alle schon mal Angst usw.". Deswegen habe ich mir abgewöhnt, zu viel darüber zu reden Ich rede nur noch, wo ich auch weiß, die verstehen mich.

Liebe Elisabeth, hoffentlich habe ich keine Lungenembolie oder so was? Aber ich glaube, dann wäre es schon passiert oder? Mir macht es so Angst, weil es nachts war. Am TAg würde mich das denke ich, nicht so sehr aus der Bahn werfen.

Ist gut, daß dein Bein o. k. ist. Wie geht es dir sonst so? Du bist auch noch nicht völlig angstfrei oder?. Wie alt ist die Kleine jetzt eigentlich? Ich hoffe, die Kleine läßt dich mittlerweile nachts besser schlafen.

Auf jeden Fall danke ich dir für die Antwort. Wenn ich beim Arzt war, werde ich mich wieder melden.

LG Claudia (die alte)


von Claudia (die alte) - am 09.01.2008 07:37
Liebe Claudia,

wir kennen uns ja auch schon seit Jahren.
Mach Dich nicht verrueckt, Du kennst diese Symptome alle und es haengt 100% mit dem Todesfall in Deiner Familie zusammen.
Auch ich weiss, dass dieses Herzstolpern jederzeit wiederkommen kann und ich werde wieder Panik haben, wenn es da ist.
Du hast ja nichts mit dem Herzen.
Allerdings muss ich einigen Aussagen hier ueber Herzerkrankungen und Symptomen widersprechen.
Es werden falsche Aussagen gemacht, die einfach nicht zutreffen.
Davon lass Dich nicht aengstigen.
Vertraue Deinem Arzt, denn der ist verpflichtet, Dir zu sagen, wenn etwas nicht stimmen wuerde.

Marcel

von Marcel - am 09.01.2008 08:35
Hallo Claudia,

ja die "lieben" arbeitskollegen/innen, hab da auch schon meine Erfahrungen damit gemacht, oder überhaupt mit den Reaktionen diverser Leute. Darum erzähl ich es eher nicht mehr jedem .....
Es geht eh niemanden etwas an, was du hast, welchen Grund du hast daheim zu bleiben und ich hätte auch "wg. Durchfall" gesagt.
Ein wenig Ruhe schadet dir sicher nicht, wäre sogar ganz gut.

Wieder in der Nacht eine PA, ja das ist schon nervig. Aber ich find du bist sehr gut damit umgegangen. Und die Beruhigungstablette macht doch ncihts, du nimmst die ja soooo selten. Welche nimmst du da eigentlich, Xanor?
Sorry ich meld mich nachher noch mal, aber ich habe die Zeit übersehen, muss leider gschwind weg.

Bis später
LG
Elisabrth

von elisabeth - am 09.01.2008 11:27
Hallo noch mal,

hab nun doch Zeit.

Hm, wg. der Trauergruppe, ich denk schon übers Internet. Ansonsten vielleicht sogar bei der Krankenkasse, Spital... weiß leider auch nicht so genau.

Wg. deiner Panikattacken in der Nacht. Hab eben noch mal überlegt und ich hatte ja solche massiven Zustände, nach der Geburt meiner Kleinen.Massive Schlafstörungen, sämtliche Symptome ..und nur habe ich das vergessen, da ich ja oben geschrieben habe, dass ich das sehr selten gehabt habe, PA in der Nacht. Man sieht, man vergisst das, hätte ich nie geglaubt, war einer der schlimmsten Zeiten meines Lebens und wünsch solche Zustände nicht mal meinem ärgsten Todfeind. Und damals emfpand ich das auch ganz schlimm und grad in der Nacht es so arg, find ich, da alles sehr ruhig und ich dachte in dieser Zeit, dass sehr oft meine letzte Stunde geschlagen hat.
Ich dachte mir ebenso wie du "hoffentlich schlafe ich wieder ein, hoffentlich bekomm ich nicht wieder Panik ...." und das war bei mir falsch, damit setzte ich mich unter Druck.
Am Besten hat mir geholfen, es zu akzeptieren, dass ich solche Zustände hatte und mir immer wieder sagte, "es ist nichts tragisches, mein Körper zeit mir nur, dass alles für mich viel ist und wenn ich nicht wieder einschlafe auch EGAL. Und mein Körper hat schon so viel ausgehalten und er wird auch , falls ich Panik bekomme, auch gut aushalten. Und ich bin gesund! Und es wird wieder, .....".
Und es wurde besser und die PA in der Nacht weniger und falls Panik hochkam, ja dann kam sie halt...und du weißt ja je mehr man sich dagegen wehrt, umso heftiger sind sie , die PAs. Und beim ins Bett gehen dir sagen, warten wir einfach ab, wie die Nacht wird... falls ich aufwache, macht auch nichts....
Hm, ich hoffe , ich hab nicht recht verwirrt geschrieben, aber schriftlich ist das nicht so einfach für mich.
Und übrigens du hast sicher keine Lungenembolie, auch keinen Herzinfarkt oder sonst was. Es ist nur die Psyche!!!! die dir Streiche spielt!!! Einfach sehr viel für dich gewesen!!!
Klar, wenn es dir hilft, geh auch noch zum Hausarzt... am Freitag hast eh auch noch die Untersuchung, da wirst du auch hören, dass du fit und OK bist!

Mir gehts jetzt wieder gut, da ich bei der Untersuchung wg. dem Bein war. Auch vorher ging es mir ganz gut. Ich hatte meinen letzten Einbruch, Angstphase, weiß auch nciht wie ich sagen soll, im Sommer. Die Zeit vorm Urlaub, ja das war auch nervig... schlimm... wollte nicht mal auf Urlaub fahren. Aber im Urlaub traumhast und gut ging es mir... und seitdem , ich kopf auf Holz 3 x, gehts mir bis auf mein Beinchen-Vorfall, ganz gut!
Ich habe ja die AS schon so lange, 13 oder 14 Jahre... da hab ich immer Phasen , wos besser ist, dann wieder nicht so und ich merke auf jeden Fall, wenn viel los ist, dann muss ich aufpassen.
Meine Kleine ist jetzt 3, geht nun in den Kindergarten und ich bin auf Arbeitssuche. Da muss ich auch aufpassen, dass ich mich nciht zuviel reinsteiger , Panik bekomm, ob ich einen Job bekomme und so weiter... aber na ja wird schon. Die Kleine schläft besser, aber durchschlafen ist auch was anderes :angry: aber es ist trotzdem viel besser. Mein Sohn war nie so... na ja.

Alles Liebe!! Und Kopf hoch, es wird wieder besser!! Glaub mir!!
Und meld dich bitte, was bei der Unterscuhung rausgekommen ist....

LG
Elisabeth

von elisabeth - am 09.01.2008 12:07

Re: Bin neu hier

Hallo Amanda,

vielleicht ist das eine etwas ungewöhnliche Meinung, aber ich finde sogar, dass es äußerst positiv ist diese Erkenntnis zu haben. Nicht körperlich schwer krank zu sein, ist doch das Beste was man sich wünschen kann und PA's sind zwar unangenehm und störend, aber es sind nur Empfindungen, die einem nichts anhaben können. So wie sie aufgetaucht sind, können sie auch wieder verschwinden. Das funktioniert immer nur dann, wenn man sie als solche erkennt und entsprechend an sich arbeitet, um diese Krise zu überwinden.

Du bist auf gar keinen Fall alleine, wieviele Menschen ähnliche Probleme wie du / ich / wir hier haben, kann man warscheinlich gar nicht genau sagen.

Grüße

Karsten

von Karsten - am 09.01.2008 22:43

Hallo Elisabeth,

sorry, daß ich mich erst heute melde. War am Mittwoch beim Hausarzt, der hat dann auch noch ein EKG gemacht, also in 6 Tagen das dritte. Es war auch in Ordnung. Er ist der auch der Meinung, daß es psychisch ist. Auch wenn ich er nicht wüßte, daß ich das schon mal hatte, würde er auf die Psyche tippen und was ernsthaftes ausschließen, sagte er zu mir. Er sagte auch, daß es in der Nacht immer besonders schlimm empfunden wird, weil man sich schlecht irgendwo hin flüchten kann usw. Und wenn es wieder kommt, dann soll ich nicht erst lange überlegen, ob ich was zur Beruhigung einnehme, sondern ich soll es auch tun, da ich ja sonst selten was nehme.

Ich habe die Tavor für den Notfall. Und ich nehme sie auch nur im Notfall. Letztes Jahr habe ich z. B. von Januar bis Juli nichts genommen, und danach nur sporadisch, d. h. mal alle 2 Wochen 1/2 Tbl. oder auch mal 3,4 Wochen gar nichts, aber nicht täglich.

Ich werde mir nun Mühe geben, wieder mal einen Gang zurückzuschalten. Bin allerdings am Donnerstag wieder arbeiten gegangen, ich dachte, wenn ich zu Hause rumsitze, grüble ich nur.

Ich habe das EKG am Freitag in der Klinik, wo ich arbeite, nicht mehr machen lassen. Dachte mir, ich habe jetzt 3 EKG, das sollte eigentlich reichen, was meinst du?

Du hast recht, man vergißt das schon recht schnell, wie beschissen es uns vor 2 Jahren ging. Damals dachte ich auch, ich komme da nie wieder raus. Wenn ich diese heftigen PA damals nachts gehabt hätte, oh je, da hätte ich noch nicht so "gut" damit umgehen können wie jetzt. Mein Hausarzt hat sich auch gefreut, daß ich jetzt schon viel besser damit umgehe. Er hat eigentlich viel Verständnis für solche Psychosachen. Da bin ich recht froh. Erst mal wird die Angst wohl noch für eine Weile bleiben, vor allem nachts. Am Tag bin ich eigentlich wie immer in den letzten Monaten, d. h. ohne Angst, aber seit den beiden Vorfällen letzte Woche habe ich vor der Nacht Angst. Aber ich bin eigentlich guten Mutes, es kann nur besser werden. Nur wenn man in der Situation drinsteckt, denkt man halt doch wieder das Schlimmste. Du hast Recht, ich dachte letzte Woche auch, die letzte Stunde hat geschlagen. Komischerweise sah mein Mann das relativ gelassen, vielleicht auch gut so. WEnn er dann auch noch so verrückt wäre, wäre es keine Hilfe für mich. Frage mich nur manchmal, was wäre, wenn man mal wirklich was hätte?

Heute waren wir den ganzen Tag unterwegs. Zum Samstag 6.30 Uhr aufgestanden. Unser jüngster hatte ein Fußballturnier (20 km entfernt von uns). Das ging schon um 9.00 Uhr los. So sind wir heute alle mit dorthin gefahren. Danach waren wir gleich noch Schlitten fahren, da das Fußballturnier in einem benachbarten Wintersportort (Klingenthal im Vogtland) war. Hat Spaß gemacht und so waren wir erst gegen 16.00 Uhr zu Hause. Haben dann noch schön Raclette mit den Kids gemacht und jetzt bin ich auch ziemlich kaputt.

Wie viel Stunden möchtest du denn wieder arbeiten gehen und wie sieht das mit Jobs bei euch aus?

Ich kenne das mit dem Schlafdefizit. Meine beiden Jungs haben auch nie durchgeschlafen. Bei Lukas bin ich jede Nacht 4-6 mal aufgestanden, bis er 3 Jahre alt war und bei Janis ca. 2 mal die Nacht. Er schlief mit 2 Jahren durch. Das Schlafdefizit war für mich immer besonders schlimm. Aber das ist nun zum Glück vorbei.

Liebe Elisabeth, ich wünsche dir noch ein schönes Wochenende.

LG Claudia


von Claudia (die alte) - am 12.01.2008 20:19

Hallo Marcel,

danke für deine Antwort. Ich weiß eigentlich schon, daß es nur die Angst ist. Aber du weißt ja selbst am besten, wie das mit uns so ist. Und wenn es einen nach relativ langer Zeit wieder überfällt und dann noch so heftig, wie sonst noch nie, dann ist es besonders kacke. Mittlerweile habe ich mich wieder beruhigt, habe halt nur noch vor den Nächten Bammel. Aber ich reiße mich zusammen und versuche mich abzulenken. Mache abends im Bett immer Autogenes Training vor dem Einschlafen. Das habe ich ja in meiner akuten Phase damals gelernt. Man müßte es halt nur regelmäßig machen, wie mit so vielen DIngen.

WIe geht es dir denn so? Lange Zeit warst du ja nicht hier und ich dachte echt, du hast es geschafft, aber in letzter Zeit bist du auch nicht ganz so gut drauf oder?

Bist du wieder am arbeiten? Entschuldige meine Neugier, aber wenn man einen alten Hasen wieder trifft, hat man immer viele Fragen.

LG Claudia (die alte)

von Claudia (die alte) - am 12.01.2008 20:22
hallo claudia,

also ja ich würde auch sagen, 3x EKG reichen vollauf ;) und du kannst dich drauf verlassen, dass du gesund bist. ja ein guter hausarzt ist sehr viel wert ,das glaub ich dir. ich geh trotz umzug noch zu meinem alten hausarzt. er weiß mit mir umzugehen, klingt komisch ist aber so, er weiß von meiner AS und strahlt so eine ruhe aus.
klar vergeht deine angst vor der nacht wieder, ist auch irgendwie klar, dass dein körper nach dem "vorfall in der nacht" mit einer "erwartungsangst" "aufwartet", aber da du ja jetzt wirklich weißt, dass du gesund bist, es nur deine psyche ist, bin ich mir ´sicher, dass auch deine erwartungsangst bald verschwindet oder sogar schon verschwunden ist!!!

ja so ein tag mit viel unterwegs sein schlaucht ziemlich, obwohl es auch schön ist. mein sohn spielte auch mal im verein, da waren auch immer spiele.

ich möchte gern teilzeit arbeiten gehen, 20-30 stunden pro woche. hm, schwierig zu sagen, wie die joblage momentan ist, ich hab den eindruck nicht gar so schlecht, aber na ja oft sind halt beziehungen gefragt und auf eine stelle kommen schon sehr viele bewerbungen. vor allem bei jobs in großen firmen. mal schauen..... aber ich werde schon etwas finden, teilzeit ist mir schon sehr wichtig. ich kenn eh alles, vollzeit, 20 stunden, 25 stunden und 30 stunden und ich find man merkt jede stunde mehr bzw. weniger, natürlich auch finanziell.

ja da hattest du es auch nicht leicht, als deine beiden kinder kleiner waren und auch eher "nicht-schläfer" waren. schlafdefizit macht mich manchmal auch richtig fertig und wenn ich zu wenig schlaf habe, dann kommen auch leider PAs und so. na ja.... wie alt sind eigentlich deine kinder?

ach ja , dass du besser damit umgehen kannst, darauf kannst du wirklich stolz sein!!

alles liebe und na ja vielleicht doch einen gang zurückschalten!

lg
elisabeth






von elisabeth - am 14.01.2008 22:58
Hallo Elisabeth,

danke für deine Antwort. Also Lukas ist 10, wird im März 11 und Janis ist 7. MIttlerweile wird einiges einfacher, man merkt jedes Jahr bei den beiden. Und so hat man hin und wieder etwas mehr Zeit. Mehr ist relativ, denn durch die Arbeit und den Haushalt hat man immer noch genügend zu tun. Ich arbeite 35 Wochenstunden und das ist manchmal schon zuviel. Begonnen hatte ich mit 30 Wochenstunden, aber da ich damals immer genau das gleiche Pensum hatte wie die 8-Stunden-Kräfte, habe ich mich entschlossen, täglich eine Stunde ranzuhängen. Was ich aber mittlerweile schon manchmal bereue. Wie du schon sagst, man merkt jede Stunde. Und mein Mann ist als Bauleiter beruflich auch sehr eingespannt und kann zu Hause auch nicht immer gleich abschalten, außerdem kommt er oft erst spät nach Hause. Da ist man viel auf sich allein gestellt mit der ganzen Arbeit. Und mit Haus und Garten fällt nunmal mehr an, als mit einer Mietwohnung. Ich habe ja den Vergleich. Als wir noch zur Miete wohnten, hatte ich immer das Gefühl, daß meine Wohnung mehr in Schuß ist als jetzt das Haus. Aber alles kann man eben nicht schaffen. Wenn ich zwischen 15.30 und 16.00 nach Hause komme, bleibt nicht mehr viel vom Tag übrig. Da trinke ich erst mal in Ruhe einen Kaffe und rauche eine Zigarette (ich weiß, ist nicht gut). Dann haben die Kids natürlich auch immer was auf dem Herzen und der Haushalt schreit auch nach mir. Und da die zwei morgens um 6.00 rausmüssen, weil die Schule schon 7.10 beginnt, muß ich auch immer drauf achten, daß es abends nicht so spät wird. Manchmal wünschte ich mir, ich könnte es mir finanziell leisten nur 3 Tage arbeiten zu gehen. Aber da bleibt ja gar nichts mehr übrig vom Gehalt. Und von irgendwas müssen wir ja schießlich leben. Alles wird teurer usw. aber das geht euch sicherlich auch so.

Meine Angst ist schon noch da, und momentan habe ich das Gefühl, daß ich wieder in die alten Muster verfalle, obwohl ich mir schon Mühe gebe. Heute war mir wieder ständig übel und die Angst kam über den Tag verteilt ansatzweise immer wieder hoch. Das macht mir schon zu schaffen. Gerade weil es so lange Zeit gut ging, bin ich jetzt wieder ziemlich kacke drauf. Aber ich habe am Freitag wieder eine Sitzung bei meinem Psychologen, und ich hoffe, er kann mich wieder etwas aufbauen. Zudem habe ich seit gestern Schulterschmerzen, teilweise ziemlich heftig, und auch noch links, und so kreiseln meine Gedanken wieder ums Herz. Ist eigentlich doof, ich habe die Beschwerden schon länger, mal mehr mal weniger, kommt mit Sicherheit vom Schreibtisch-Job, aber ich denke momentan wieder an was anderes. Heute war es ganz schön heftig, wußte teilweise gar nicht mehr, wie ich sitzen sollte. Muß nachher erst mal die Schulter einreiben.

Ach Mensch, das ist alles ein Mist. Ich hoffe nur, daß ich stark genug bin, mich da selbst wieder rauszuholen. Ist schon komisch, das alles immer erst nach Monaten kommt. Das mit dem Todesfall liegt nun schon 5 Monate zurück, und jetzt erst geht es mir so bescheiden. Aber ich denke auch täglch darüber nach, weil ich auch keinen Abschluß finde, weißt du. Ich weiß ja bis heute noch nicht genau, was damals alles passiert ist im Krankenhaus. Da ich kein Angehöriger war, habe ich natürlich nur begrenzt Auskunft bekommen, obwohl ich mich als Betreuer für die Gesundheit für ihn habe einsetzen lassen, da er ja im Koma lag, und selbst keine Entscheidungen mehr treffen konnte. Nun überlege ich ständig, ob ich das Krankenhaus noch mal anschreibe, meine Lage schildere, das ich halt innerlich nicht zur Ruhe komme usw. und ob ich evtl. noch Auskünfte bekommen kann, ich werde die Kopie des beglaubigten Schreibens beilegen, wo drinsteht, daß ich als Betreuer eingesetzt bin. Vielleicht klappt was. Da seine eigenen Kinder sich nicht gekümmert haben, und auch ich nicht an die Söhne rangekommen bin, habe ich nichts weiter erfahren. Es ist bis heute die Wohnung noch nicht beräumt, das Auto steht noch vor der Tür usw. Die Ämter arbeiten schon sehr seltsam. Er hatte ja noch Geld, da hätten wir ihn ordentlich beerdigen können. Aber die ganze Situation war so verfahren, weil eben die Söhne nichts damit zu tun haben wollte, konnte ich ja auch nichts machen, es sei denn ich hätte alle Kosten getragen. Und das konnte ich auch nicht, und das hätte Christian auch nicht gewollt. So hat er nur eine Beisetzung bekommen, die vom Amt bezahlt wurde, obwohl er noch Geld hat. Das ist so unsinnig, und jetzt wird von seinem Geld schon monatelang die Miete bezahlt und die Nebenkosten, das ist ein völliger Schwachsinn. LEtztens schrieb mich das Vormundschaftsamt an, und wollte die Sache mit der Betreuung regeln. Ich rief zurück und erzählte denen erstmal, daß Christian schon fast 5 Monate tot ist. Die wußten daß noch nicht mal, da bin ich fast aus allen Wolken gefallen, wie so was hier in unserem Staat läuft, traurig, echt traurig. Wenn das Geld alle ist, dann werden sie wahrscheinlich aufwachen. Ich habe noch nicht mal ein Andenken, das ist schon traurig. Aber ich muß wohl damit fertig werden.

So liebe Elisabeth, nun habe ich dich völlig zugesülzt, entschuldige bitte. Aber das ist was, was mich noch zusätzlich belastet.

LG Claudia (die alte)

von Claudia (die alte) - am 16.01.2008 19:27
hallo claudia,

hm, also wirklich sehr eigenartig, wie die ämter damit umgehen. so etwas kann man wirklich nicht verstehen... miete wird weiter bezahlt und so weiter. hoffentlich passiert nun etwas , dass die wohnung geräumt wird und so weiter.
ja abschließen wäre wichtig, sagt man. aber wie. das ist halt immer die frage. die ideee dem krankenhaus zu schreiben, find ich gut. wenn du an die verwandten nicht rankommst, ist das vielleicht die einzige möglichkeit. ja und die trauergruppe fällt mir wieder ein. aber das muss auch passen. ich wünsch dir ganz fest, dass du einen weg für dich findest um mit dem tod deines ersatzvaters abzuschließen!!! natürlich meine ich nicht, ihn zu vergessen.

35 stunden sind sehr viel, find ich auch. mit kinder, haus und so weiter. das probem ist ja immer, oder oft, wenn man mal augestockt hat, zurück"gehen" auf eine niedrigere stundenanzahl ist immer schwieriger...als aufstocken. hab ich halt schon öfters mitbekommen.
lukas und janis sind 2 liebe namen übrigens :) . klar, wenn die heimkommen, dann wollen sie auch immer etwas...
mein sohn ist schon 14 und ja auch er schreit "mama, hunger", wenn er nach hause kommt oder so in der art. dann die schule... ja du kennst das ja.
die kleine ist auch schon wieder krank.

ach ja , ich versteh dich ja so gut. wenn du schreibst, dass die angst hoch kam und so weiter...leider weiß ich heute gar keinen tipp, ich kann dich nur trösten, da ich heute
auch einen beschissenen tag habe. wobei es jetzt wieder gut geht, aber vormittags hatte ich alle möglichen zustände. herzrasen, beklemmung, dabei sehr nervös und eine große angst tod umzufallen. was ist dann mit der kleinen??? mein sohn kommt erst spät nach hause, heute!!! panik über panik. ich wollte mich ablenken, gelang mir nur sehr schwer...du kennst das ja. am liebsten wäre ich zu einer nachbarin gegangen um , ja ich weiß es gar nicht, um irgendwas zu bitten. einfach nicht allein sein zu müssen. ich ließ es dann doch bleiben. aber ich muss mir da etwas einfallen lassen. ab welchem alter können kinder hilfe holen. meine größte angst ist, dass die kleine nicht weiß was sie tun soll, wenn ich tod am boden liege.
nun denk ich wieder anders und ich falle nicht um und ich bin gesund...und bla, bla...aber nervig, nervig. und wie du schreibst, ich verfiel auch wieder in die alten muster und die angst hatte mich total im griff. dann dieser schwindel oder was das war.... ist so schwer zu beschreiben.
ich denk mir , die jobsuche macht mir auch zu schaffen, kommt doch immer leicht panik auf, ob ich eh etwas finde und so weiter...
ich wünsch dir alles liebe und am freitag einen guten termin beim psychologen , er wird dir gut tun!!

liebe grüße
elisabeth

von elisabeth - am 17.01.2008 12:54
Hallo Elisabeth,

ja, die Sitzung beim Psychologen hat mir gut getan. Wir haben alles ausführlich besprochen. Auch den Traum, den ich vor der 1 PA vor 2 Wochen hatte (träumte von Feuerwehr und Notarzt). Vor allem auch den psychischen Druck im Job seit Wochen, der Doc meinte auch, das es schon recht unmenschlich wäre, was da so abläuft. Ich habe mich also richtig ausgesprochen mit ihm, und er sagte auch, daß die Ängste durch den ganzen Streß wieder reaktiviert wurden. Bin sozusagen in einer ähnlichen Situation wié vor 3 Jahren (damals wurde ich immer von meiner Mama unter Druck gesetzt und traute nicht mich zu wehren, obwohl sie es nicht böse meinte, aber sie hat mich halt bevormundet. Und jetzt ist es der Druck, der von unserem Chef ausgeübt wird, und ich kann auch diesmal mich nicht groß wehren, weil es eben der Chef ist, und ich nicht sagen kann, du bist ein doofer Heini, verstehst du?. Also es ist so eine Art Parallele vorhanden. Der Doc sagte, ich solle mir vorstellen, er wäre mein Chef und ich solle mal das loswerden, was mir auf der Seele liegt. War zwar nicht ganz einfach, aber ich habe versucht zu sagen, was ich am liebsten meinem Chef mal sagen würde, aber mich halt nicht traue).

Nun ja, ich hatte am Donnerstag abend wieder eine PA. Ist echt kacke. aber es kann eigentlich nichts anderes sein. Ich wüßte echt nicht, was es körperliches sein sollte. Mir wird immer so mulmig, so ein komischer Schauer geht durch den Körper, das alles steigert sich über paar Minuten, dann wird die Atmung schneller der PUls geht hoch usw. Wenn dann alles halbwegs vorbei ist, zittere ich am ganzen Körper und mir ist kalt. Also eigentlich alles Anzeichen für eine PA. Und trotzdem sind im Hinterkopf immer die Scheißgedanken an was anderes.

So komischen Schwindel habe ich auch manchmal, aber das ist immer nur für Sekunden, ganz seltsam. Liebe Elisabeth, wir sind schon arg gebeutelt mit diesem Mist. Ich denke, ich werde mir mal wieder JOhanniskraut holen. Letztes Jahr habe ich das von Januar bis Juni genommen und da ging es mir echt gut damit.

Wie hältst du das eigentlich die vielen Jahre schon durch? Mir reicht dieser Rückfall jetzt schon wieder. Gestern morgen war ich so nieder, da hätte ich nur noch heulen können. Manchmal habe ich auch das Gefühl, mein Mann ist schon genervt, weil es jetzt wieder losgeht. Ich kann ja auch verstehen, daß es nervig für den Partner ist. Wie geht ihr in eurer Ehe damit um?

Wir haben heute ein Sch... Wetter, 10 Grad plus und dabei ziemlich stürmisch und regnerisch. DAs richtige Wochenendwetter. Dabei haben wir hier in der Nähe (ca. 20 kmI einen Weltcup der Nordisch Kombinierten (in Klingenthal). Die haben etwas Pech mit dem Wetter. Muß dann erstmal im TV gucken, wie es dort so läuft.

Ja, die Angst tot umzufallen habe ich auch manchmal, vor allem wenn ich immer diese Krankenberichte schreibe. In der Reha-Klinik sind oft so viele junge Leute, die sehr krank sind. Das gibt mir häufig schon zu denken, manchmal denke ich mich da zu sehr rein, das ist gar nicht gut.

Ich wünschte mir auch manchmal, ich könnte das alles so locker sehen, wie manch anderer und ich würde nicht soviel über MEdizin wissen, denn das ist nicht immer gut.

Mein Neurologe sagt immer, Schlaganfall und Herzinfarkt, dafür bin ich viel zu jung. Aber wenn ich dann, so wie letzte Woche, höre, daß die Gaby Köster auch einen Hirninfarkt hatte und so viele andere jüngere Menschen auch, dann steigert das meine Angst manchmal noch.

Aber nun wollen wir versuchen, uns das Wochenende bißl schön zu machen. Laß dich nicht unterkriegen.

Hast du eigentlich noch mit jemandem von früher aus dem Forum Kontakt?

LG Claudia (die alte)

von Claudia (die alte) - am 19.01.2008 13:19
hallo claudia,

das ist gut, dass die die sitzung gut getan hat. ja die chefs, ich hatte auch so einen sklaventreiber. ja und man kann fast nicht aus aus. eine gute idee, dass du mal alles rausgelassen hast, was dich stört und das zumindest beim psychologen los wurdest.

johanneskraut, ja das hab ich schon ein paar mal vorgehabt zu nehmen, aber irgendwie dann doch nicht. aber dir hats geholfen, ja vielleicht sollte ich es doch mal wirklich probieren.

ja das sind sicher PAs bei dir, nichts gesundheitliches. aber es nervt trotzdem, ich versteh dich ja und wie.
ja von dieser gaby köster hab ich auch gehört. ich kenn zwar íhre sendungen nicht, aber ich hab es auch arg gefunden und muss ebenso aufpassen, dass ich das dann nicht auf mich bezieh und klar, wenn du beruflich auch noch mit den krankheitsgeschichten zu tun hast... ja das würde mich auch beschäftigen. man darf das halt nicht auf einen selbst beziehen, sich abgrenzen, aber nicht immer so einfach, wie wir ja beide wissen. wenns mir gut geht, dann gelingt es mir. aber ich hatte schon phasen, da hab ich auch das lesen diverser postings hier gemieden, weil ich alles, wirklich alles auf mich bezogen hatte.
wie ich das schon so lang aushalte, gute frage :confused: . hm, na ja da ich ja auch gute bis sehr gute phasen hab, ´kann ich dann doch damit leben. mir ging es von august bis jänner gut. machte viel, wenn panik, dann nur kurz und ich sah viele sachen einfach cool :cool: . ja es hängt sehr viel mit dem richtigen bewerten der symptome zusammen. ich mag z.b. keine einkaufscentren, da die luft so schlecht, heiß und so weiter.... aber wenns mir gut geht, dann geh ich damit richtig um. mir wird heiß, komisch... dann bewerte ich das richtig, "es ist heiß hier, ich öffne mir den schal, komisch ist mir, macht nichts , wird schon wieder vergehen " und lenk mich ab... und AUS. ich kann das ja auch ganz anders , indem ich mich fürchterlich hineinsteigere und ja dann gehts mir so schlecht, dass ich rauslaufe.
und nach so vielen jahren als "angsthase", hab ich ja doch auch viel gelernt. aber nicht immer einfach...
ja mein mann war auch schon öfters überfordert mit mir. klar, nicht immer einfach, für ihn auch. aber auf der anderen seite gehört das halt auch dazu, dass man dem anderen beisteht.ich nahm meinen mann mal zum therapeuten mit... war ganz aufschlussreich für ihn.

ja ich hab noch mit joy kontakt, ihr gehts sehr gut! das ist wirklich schön und dir wirds auch wieder bald sehr gut gehen und PAs werden verschwinden. es ist halt momentan ein einbruch, stress und so weiter...aber wirst sehen, das wird wieder.

bei uns auch so warm, komisch. mag das irgendwie gar nicht so ..ja da ich dann denke, schlecht für kreislauf und so weiter.... angsthasengedanken halt.....aber na ja.....
weiß auch nicht, aber wenn du magst, dann kannst du mir auch unter meiner mail adresse schreiben. graf.zeppelin@liwest.at

alles liebe
liebe grüße
elisabeth

von elisabeth - am 20.01.2008 16:43
Hallo Claudia,

tja, mom geht es eher nicht so gut.
Bin ja letztes Jahr arbeitslos geworden und habe aber direkt eine neue Stelle gefunden.
Die beginnt nächste Woche.
Das bedeutet, ich habe jetzt circa 2 Monate "Urlaub" gehabt.
Aber was nützt der Urlaub, wenn es Dir nicht gut geht.
Hatte ja Ende 2006 so ne blöde Hauterkrankung bekommen, die mich hin und wieder ganz schön in Panik geraten läßt.
Das wird wohl wieder der Grund dafür sein, dass es mir nicht so gut geht.
Aber ich freue mich schon auf den neuen Job - muß erst mal für 2 Wochen nach Kopenhagen, zum Training.
Aber die Angst, das alles nicht zu schaffen ist immer präsent.

Marcel

von Marcel - am 21.01.2008 08:44
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