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Informationen zum Thema:
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Berufsbild Rettungsassistent
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
petty, sushi, Axel, Daniel Grein, Alina

Frau-Arbeitsmarktchancen!

Startbeitrag von Alina am 30.04.2003 11:07

Hallo,

ich will eine Ausbildung als RA machen und hab mir auch Gedanken dazu gemacht...ja und da es jetzt auf dem Arbeitsmarkt eh nicht so toll aussieht ist meine Frage, ob denn männl. RAs vor weiblichen bevorzugt werden, man stelle sich die Sitution vor:
Eine korpulente alte Dame stürzt daheim( ihr Heim ist bspw. im 5 Stock-kein Lift) der krankentransport holt sie ab...als Frau hab ich doch keine Chance sie, natürlich mit Kollegen, hinunterzubringen!!!

was habt ihr für erfahrungen gemacht?! Und werden männl. RAs bevorzugt???

Viele Grüße Alina

Antworten:

Hallo Alina,

zunächst einmal finde ich es klasse, dass du dich für den Beruf der Rettungsassistentin interessierst. :spos:

Grundsätzlich steht der Beruf Frauen ebenso wie Männern offen, auch wenn bisher die Männer eindeutig überwiegen.
Zunächst entscheident sind die Zugangsvoraussetzungen, die unter anderem besagen, dass eine "gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Berufs" vorhanden sein muss. Demnach wird z.B. ein extrem übergewichtiger Interessent ebenso wenig Chancen haben, wie ein extremes "Leichtgewicht". Warum dies so ist muss hier nicht näher erklärt werden, dein angeführtes Beispiel verdeutlicht dies.
In Berufen von Polizei und Feuerwehr sind diese körperlichen Zugangsvoraussetzungen noch deutlicher geregelt. Sind diese Voraussetzungen gegeben, steht einer Ausbildung nichts mehr im Wege.
Die Arbeitsmarktlage sah in den letzten Jahren so aus, dass weit über Bedarf neue Rettungsassistenten/-innen ausgebildet wurden und es dadurch zu einer hohen Arbeitslosigkeit unter den reinen RettAss kam. Eine ältere Erhebung des Arbeitsamtes wies einen jährlichen Bedarf an 300 neuen RettAss aus, eine Anzahl, die durch gerade einmal 10 Schulen jährlich ausgebildet werden können. In Deutschland gibt es derzeit ca. 100 Rettungsassistentenschulen !
Zwischenzeitlich ist der Bedarf an RettAss leicht angestiegen, in Anbetracht der momentanen Lage dürfte dies aber stagnieren bzw. wieder zurückgehen. Nichts desto trotz ist es aber seltsamerweise der Fall, dass viele Rettungsdienstbetreiber einen Mangel an ausgebildeten RettAss haben. Wer flexibel ist hat gute Möglichkeiten auf eine Anstellung.
Was die Einstellung von Rettungsassistentinnen betrifft, so kann ich nur eine grobe Aussage machen. Glücklicherweise hat man heute erkannt, wie wichtig weibliches Personal im Rettungsdienst ist. So gibt es zahlreiche Situationen, in denen eine RettAss auf eine Patienten einen positiveren Einfluss hat, als ihr männlicher Kollege. So gibt es im Allgemeinen kaum noch Vorbehalte gegenüber weiblichem Rettungsdienstpersonal, Ausnahmen gibt es natürlich auch hier. Ein zukunftsorientierter, aufgeschlossener Personalchef wird aber eine Bewerbung aufgrund der "weiblichkeit" nicht ablehnen.
Natürlich gibt es aber auch immer wieder Situationen, in denen eine weibliche RettAss benachteiligt ist. So kann es z.B. vorkommen, dass gerade von männlichen Patienten unpassende Bemerkungen ausgesprochen werden. Auch auf dein Beispiel möchte ich kurz eingehen: bisher hatte ich mit weiblichen Kolleginnen keine Probleme, Patienten zu transportieren und falls es doch einmal nicht anders gehen sollte, kann man ein zweites Fahrzeug zur Unterstützung anfordern. Natürlich sollte gerade weibliches Personal sich der teilweise extremen (körperlichen) Belastung bewußt sein.

Auf meiner Wache arbeiten derzeit 3 hauptamtliche Kolleginnen von insgesamt 21 Kollegen.

von Daniel Grein - am 30.04.2003 13:53
Hallo Alina,

nachdem Daniel Grein schon sehr ausführlich auf Deine Frage geantowrtet, bzw. beantwortet hat, möchte ich meine persönlichen Erfahrungswerte Dir mitteilen.

Generell bin ich der Meinung daß Frauen das Niveau auf einer Rettungswache anheben. So mancher männlicher Kollege überlegt sich dann die eine oder andere Aussage anderst, bzw. behält Sie für sich.

Der Beruf des Rettungsassistenten bringt aber einen hohen Anspruch an den Körper & Geist mit sich.

Ich habe schon einige Frauen im RD gesehen die sich schwer getan haben einen Patienten zu überheben, geschweige denn Ihn mit einem Kollegen die Treppe hinunter zu tragen.
Es muß einfach jedem RD-Mitarbeiter, ob Frau oder Mann, bewusst sein, daß dieser Beruf "auf die Knochen gehen kann".
Aber ich denke daß das jeder mit sich selber ausmachen muß ob er sich das zutraut oder nicht !?
-Ich kann hier jedem nur empfehlen dies bei einem ausführlichen Praktikum sich anzuschauen und es auszuprobieren.

Aber über einen Punkt wird oft nicht geredet: -und so wie ich meine absichtlich! -Die Psyche des RD-Mitarbeiter und somit seine psychische und physische Belastbarkeit. Dieser Punkt wird oft als nicht vorhanden angesehen und schön unter den Teppich gekehrt.
Ich denke nicht umsonst gibt es viele Kollegen die zur Flasche greifen und so versuchen Ihren Problemen Luft zu machen.
Mit zunehmendem Alter und Erfahrung muß ich sagen daß auch die Zeiten zunehmen andenen ich mir über so manchen Einsatz Gedanken mache. Irgendwann hat man selber Familie; -ein Kindernotfall wird evtl. gleich anders angesehen und bewertet. Viele Kollegen mit denen ich gesprochen habe erzählen mir von diesem Problem.

Als Hauptaufgabe sehe ich auch nicht (nur ?!) das "Retten" von Patienten, sondern vielmehr das "Dasein für Ihn" in seiner Ausnahmesituation. Man baut oft in dieser kurzen Zeit ein so enges Vertrauensverhältnis auf, das auch nicht enttäuscht werden darf.
Wenn man das nicht möchte/kann als RA und sich hierbei verstellt, so denke ich ist muß man sich Gedanken machen ob dieser Beruf der Richtige ist.

Fazit: Der Beruf des RA hat eben nichts mit "Blaulichtfahren" zutun.
Egal welches Geschlecht sich für diesen Beruf entscheidet,
sollte man sich gut überlegen ob die körperliche Beschaffenheit
diesen Beruf auf dauer aushält.
Hier gibt es von beiden Geschlechtern gleichviele .....

Neben der körperlichen Eignung sollte jeder RA-Anwärter sich
vorher gut gedanken machen ob er seinem evtl. zukünftigen
Beruf Mental stand halten kann.
Hier sehe ich nur das Problem daß man diesen Aspekt nicht
während eines Praktikums sich beantworten kann.


Es gibt viele Kreisverbände die gegen Frauen ein Voruteil besitzen.
Oft geht es einem Kreisgeschäftsführer bzw. Rettungsdienstleiter weniger um die körperliche Eignung, sondern vielmehr um die Wirtschaftliche Eignung.
Hier herrschen Gerüchte daß wohl Frauen im RD öfters krank sind als
Ihre männlichen Kollegen. Zudem kommt noch die Gefahr der Schwangerschaft die wohl am meisten anhängt.

Ich möchte an jeden zukünftigen RD-Mitarbeiter appelieren sich mit diesem Beruf gut auseinanderzusetzen, ihn und die eigene Person kritisch zu betrachten und alle für und wieders zu erörtern (Arbeitszeit;Männerdomäne;Eigendarstellung etc.).

Wenn man von sich überzeugt ist und dies seinen zukünftigen Arbeitgeber spüren lassen kann, so denke ich werden Männer nicht bevorzugt.


Die Ausstrahlung macht's!

Das Ziel ist der Weg, halte es Dir vor Augen und Du wirst es schaffen!

Viel Glück!

von Axel - am 17.05.2003 22:06
Auf unsere Wache haben wir einen relativ hohen Frauenanteil (unsere letzten drei Azubis waren z.B. weiblich) und im täglichen Dienst ist das sehr positiv. Körperlich sehe ich keine Probleme, Männer wie Frauen haben nur eine Wirbelsäule, die so oder so geschont werden sollte. In der Praxis sieht das bei uns so aus, das wir lieber einmal zuviel als einmal zuwenig Tragehilfe anfordern.
Allerdings möchten die Kolleginen ungern Nachts als rein weblicher RTW unterwegs sein.

Ansonsten schau mal in mein posting vom "Laufbahnberatung"-Thread. Lass es sein, lern was anderes. Dieser Beruf hat zumindest hinsichtlich des finanziellen keine Zukunft.

Sushi

von sushi - am 25.07.2003 21:01
hi
hätt mal ein paar fragen, vielleicht könnt ihr mir ja helfen, bin 25 jahre alt und zurzeit im studium sozialarbeit. der ra war immer mein traumberuf der sich durch geldmangel etc nie verwirklichen ließ. ich merke aber das ich nach meinem studium im moment keine perspektive sehe ,interessemaßig. was mach ich jetzt? kratz ich geld zusammen und wag es?brech ich das studium ab?wie sehn meine chancen später auf dem arbeitsmarkt aus? gibt es andere möglichkeiten zu dieser ausbildung?

von petty - am 16.08.2003 10:44
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