ausbildung machen??

Startbeitrag von tom am 02.11.2003 22:06

Hallo Ihr,

ich überlege mir eine Ausbildung zum RA zu machen.
Zuerst zu mir: Ich bin 30 Jahre, momentan bin ich IT-Systemelektroniker, beschäftigt als Kopierertechniker und ich muß bald aufhören da die Firma Geldschwierigkeiten hat.
Ich habe vor 2,5 Jahren die Umschulung zum IT-SE gepackt und fühle mich noch nicht zu alt etwas Neues anzufangen.
Zur Arbeit des RA habe ich mich informiert, mir ist klar worum es geht und ich bin im Aussendienst eh schon abgebrüht worden (aufgebrachte Anwender und die ganze Schei*** der Branche).
Nun möchte ich Euch nach Eurer Meinung fragen ob ihr mir von der Ausbildung abraten würdet oder ob ich es machen soll, vom meinem Lebenslauf her.

So long

se7en

Antworten:

Hallo Tom,

also ich wiederhole mich derzeit des öfteren. Auch Dir den guten Tipp: Lies die anderen Beiträge im Forum. Der Rettungsdienst ist ein Beruf, der nicht gut bezahlt ist, ein Beruf wo man Dich bei einem Fehler im Regen stehen lässt, ein Beruf wo Du von allen Seiten Keile bekommst und zwar von den Ärzten, die einen RettAss am liebsten hinterm Steuer sehen würden, von Seiten der Behörden, die es am liebsten hätten, wir würden umsonst arbeiten und bei Dir muss ich sagen, der Vergleich Aussendienst/RettAss also sorry, das ist wie Äpfel und Birnen vergleichen. Sie wachsen beide an Bäumen, ihre Grundform ist von weitem gleich, aber aus der Nähe betrachtet haben sie nichts gemein.

Wenn Du meinst Du wirst in dem Beruf gefordert, dann wirst Du aber immer wieder durch Gesetze und Vorschriften eingebremst, immer wieder stösst Du an Deine Grenzen. Stell Dir nicht vor, das Du jeden Tag raus fährst und Leben rettest! Du hast die Oma, die Dir den Wagen vollkotzt, den Besoffenen, der Dir die Fresse poliert, 12 Stunden Schichten. Dein Privatleben leidet wie sonst was.

Also was versprichst Du Dir davon? Das Du etwas bewegen kannst? Du möchtest der Beste sein? Du möchtest raus fahren und Leben retten? Schöner Traum, aber die Realität ist anders. Kaum eine Branche hat so eine hohe Arbeitslosenquote und kaum ein Job hat so eine hohe Fluktuation wie der Rettungsdienst. Es ist egal wie sehr die Orgs diese Zahlen schönen, die Realität ist nun mal so!

Ein weiterer Faktor ist die eigene Gesundheit! Täusch Dich bitte nicht, was dort auf Dich zukommt! Die 80Kilo-Omi aus dem 6. Stock, Hamburger Altbau, enges Treppenhaus, die Trage über das Treppengeländer, immer auf die Hüfte und die Bandscheibe!
Ach ja: Städte wie Hbg, Berlin, dort kommst Du eh nur über die Berufsfeuerwehr rein!


Das ist der Alltag der Assis! Und das willst Du??



Euer Indianer



von Cherokee - am 02.11.2003 22:39
Hallo Cherokee,

danke für Deine Antwort.
Diese Sachen habe ich mir schon gedacht, so ists nicht.
Ich hab auch nochmal nachgeschaut und ich werde erstmal als Rettungssanitäter anfangen. Zu meinen Kunden gehört eine Organisation der Notfallrettung( Namen wg. Datenschutz nicht genannt) bei denen ich die Ausbildung machen könnte.
Hm, was Du geschildert hast ist heftig, ich hab auch nochmal in anderen Foren mich umgeschaut, ich möchte in dem Bereich arbeiten.
Stress habe ich ohne Ende bis kurz vor dem Magengeschwür auch schon gehabt, habe 16 h am Stück gearbeitet, nur war mir der Zweck nicht passend. Den Stress tue ich mir lieber an wenn ich jemanden helfen kann und nicht jemanden seine Taschen zu füllen, wenn Du verstehst was ich meine.
Freizeit hatte ich auch nicht so viel im meinem alten Job, das kann ich wegpacken.

Gruß

se7en

von tom - am 03.11.2003 17:33
Wieso machst du dann die Arbeit als Rettungsassistent? Und jetzt komm bloß nicht mit dem Argument, daß es nichts anderes gibt!

Verzeihe mir, aber ich finde es wirklich zum kotzen was Du hier schreibst und wie Du den Beruf beschreibst. An Hand deiner Aussagen in deinem Post sieht man, daß Du außer der Tätigkeit als Rettungsassistent keinerlei Ahnung und Erfahrung in der Welt der Berufstätigkeit gemacht hast. Und die Berufserfahrung als Rettungsassistent kann auch nicht groß sein und muß auf einen örtlich wirklich sehr begrenzten Raum gesammelt worden sein.

MfG

von MfG - am 03.11.2003 22:29
@Cherokee

Wieso machst du dann die Arbeit als Rettungsassistent? Und jetzt komm bloß nicht mit dem Argument, daß es nichts anderes gibt!

Verzeihe mir, aber ich finde es wirklich zum kotzen was Du hier schreibst und wie Du den Beruf beschreibst. An Hand deiner Aussagen in deinem Post sieht man, daß Du außer der Tätigkeit als Rettungsassistent keinerlei Ahnung und Erfahrung in der Welt der Berufstätigkeit gemacht hast. Und die Berufserfahrung als Rettungsassistent kann auch nicht groß sein und muß auf einen örtlich wirklich sehr begrenzten Raum gesammelt worden sein.

MfG

von MfG - am 03.11.2003 22:30
Hallo MFG,

wie war Deine Ausbildung, bzw. was hast Du vorher gemacht?
Gerne würde ich auch mal Deine Erlebnisse lesen.
Cherokees scharfer Ton über den Job...da könnte ich dasselbe über meine Arbeit als Server-Admin schreiben....Zeitdruck, nervende Anwender, uneinsichtige Geschäftsleitung, totale DAUs als Entscheider.....usw.
Ne, die IT ist tot, da verdienen nur noch Leute Geld die schon lange reingewachsen sind...auch alles negativ, aber trotzdem besser als den ganzen Tag als Buchhalter irgendwelche Zahlen einzuhacken. IT kann gut sein, aber nur die aller, allerbesten mit massig Fortbildung und Hard/Software( natürlich auch zuhause) überleben.
Nun, wie dem auch sei, schreib mir mal Deine Erfahrungen.

So long

se7en

Someday, we`ll laugh about it nervously and change the subject(attrition.org)

von tom - am 03.11.2003 23:15
Hallo tom !

Grundsätzlich spielt es keine Rolle, welche Tätigkeit bzw. Ausbildung du bereits gemacht hast, um die Ausbildung zum Rettungsassistenten zu absolvieren. Rettungsassistenten kommen aus vielen Bereichen, es gibt Handwerker, Bürokaufleute, Pflegekräfte...

Wichtig ist das Interesse am Beruf und natürlich die gesundheitliche und persönliche Eignung. Auch bist du natürlich mit 30 keinesfalls zu alt, diese Ausbildung zu machen bzw. in diesem Beruf zu arbeiten.

Deine Tätigkeit im Aussendienst ist allerdings mit der Arbeit und dem Aufgabengebiet im Rettungsdienst nicht zu vergleichen. Selbstverständlich hast du auch hier (gerade hier) "Kundenkontakt", die Anforderungen, die hierbei an dich gestellt werden, sind allerdings völlig andere. Es ist ein grundlegender Unterschied, ob es um technische bzw. Verständnisfragen der Kunden geht, oder um die Gesundheit bzw. das Leben der Patienten. Dies muss ich dir hier aber sicherlich nicht näher erläutern, du hast dich nach eigener Aussage ja bereits über den Beruf informiert. Empfehlen würde ich dir - sofern irgend möglich - ein vorhergehendes Praktikum im Rettungsdienst um objektiv entscheiden zu können, ob dieser Beruf wirklich deinen Vorstellungen und Interessen entspricht.

Es gibt - wie Cherokee bereits geschrieben hat - in der Tat viele Punkte, über die man sich im Klaren sein sollte, bevor man sich wirklich entschliesst, diese Ausbildung zu beginnen (zumal sie derzeit noch überwiegend selbst finanziert werden muss). Dennoch ist die Arbeit als Rettungsassistent spannden und fordernd und kann sehr befriedigend sein sofern man bereit ist, auch einige Abstriche zu machen.

Wie bist du auf den Beruf des RettAss gekommen, hattest du bereits irgendwelche Erfahrungen mit dem Rettungsdienst bzw. dessen Arbeit machen können ?

von Daniel Grein - am 04.11.2003 07:22
@MFG

also erst mal möchte ich Dich bitten, Dich im Ton etwas zu mässigen. Es steht Dir frei mich zu kritisieren und ich nehme Kritik gerne auf; denke auch darüber nach. Aber wie gesagt, der Ton macht hier die Musik.

Ich habe hier kein Interesse Dir zu erklären, zu schildern, oder gar Rechenschaft abzulegen, wie und wo ich meine Erfahrungen gesammelt habe, ich finde es jedoch dreist, das Du Dir anmasst zu wissen wo und wie ich Erfahrungen gesammelt habe. Ich kann Dir nur sagen, das meine Erfahrungen sich auf ein grosses Einzugsgebiet beziehen; zwar jetzt nicht direkt als RettAss, aber in Zusammenarbeit mit den HilfOrgs und anderen Einsatzkräften. Ebenfalls die Selbstständigkeit kenne ich. Du scheinst ein Problem damit zu haben, das ich auch einmal die negativen Seiten aufzeige und mit verlaub, wir haben jetzt im Vollzeitlehrgang Leute dabei, die auf die Frage, warum sie in den Rettungsdienst wollen antworten, das sie "gerne Auto fahren", sie "Menschenleben retten" wollen und einfach eine falsche Vorstellung von dem Beruf haben.

Mein eigentlicher Beweggrund den Job so zu schildern ist aber folgender: Wenn jemand eine gesicherte Existenz, so wie es bei Tom der Fall ist, hat soll er einfach darüber nachdenken, ob er das alles ggf. auf sich nehmen will. Hier bei uns ist die Zusammenarbeit mehr als gut mit den Ärzten, ABER es ist auch anderes zu hören! Oder willst Du jetzt etwas anderes behaupten? Wie viele Einsätze sind bei Dir denn wirklich "leben retten"? Ist die Schilderung der Arbeitsmarktsituation denn falsch? Berichtige mich doch wenn in den konkreten Punkten, anstatt Dich im Ton zu vergreifen und sagen, "es sei zum kotzen", was ich schreiben würde.

Ich habe weder gesagt, das Tom zu alt ist, noch das der Job schlecht ist.
Vor allem: Tom fühlte sich nicht angegriffen und wenn wäre er der einzige, der sich hätte auf den Schlips getreten fühlen dürfen.

Euer Indianer



von Cherokee - am 04.11.2003 16:47
Guten Abend,

danke für Eure Antworten.
Tja, wie bin ich auf die Idee gekommen. Kurz:és hat mich seit dem Zivildienst immer schon interessiert, der Dienst am/für Menschen. Überlegt hasbe ich mir nach der Lehre irgendwann mal als Erzieher zu arbeiten, aber da siehts ja ganz düster aus wie meine damalige Freundin (Ex-Erzieherin, heute bei der Post) mir bestätigte.
Finanzielle Gründe haben mich halt in die freie Wirtschaft gedrängt, wo natürlich besser verdient wird, auch kein Thema. Aber es ist der Sinn meiner Arbeit der mich erfüllt.
Heute habe ich mich auch nochmal beim Personalchef unseres Bezirkskrankenhauses, da war ich auf Service, erkundigt wie es bei uns in der Region aussieht. Er sagte mir es gäbe einige stellen zu besetzen. Ausserdem würden die Malteser die Ausbildung finanzieren wenn man sich dann für 3 Jahre verpflichtet. Ist dem so, oder nur in Ausnahmefällen?
Wie wars bei Euch mit der Ausbildung?

BTW: Es häufen sich die Gelegenheiten an denen ich Unfälle gesehen habe seit ich mir Gedanken über diese Ausbildung mache, komisch...oder soll mir das so geschehen?*philosphier*

Gute Nacht

se7en

von tom - am 04.11.2003 23:59
Dass die Ausbildung durch den MHD bei gleichzeitiger Verpflichtung finanziert wurde, war mir bekannt. Ob dies allerdings aktuell noch der Fall ist, ist mir nicht bekannt, das solltest du direkt über die zuständige Geschäftsstelle klären. Allerdings betraf dies den Einsatz als ehrenamtlicher Helfer, also die Verpflichtung, über einen gewissen Zeitraum eine gewisse Anzahl an ehrenamtlichen Diensten im Rettungsdienst zu leisten. Möchtest du den Beruf aber hauptamtlich ausüben, solltest du dich über die genauen Regelungen der Finanzierung bzw. deines Einsatzes genaustens erkundigen.

Woher der Personalchef eures Krankenhauses über die Besetzung von Planstellen im Rettungsdienst informiert ist, ist mir ein Rätsel, da dies eigentlich zwei getrennte Bereiche sind und ich mir nicht vorstellen kann, dass dieser über den langfristigen Personalbedarf im Rettungsdienst informiert ist. Hier solltest du dich besser beim zuständigen Rettungsdienstleiter informieren.

Dass du nun häufiger auf Unfälle aufmerksam wirst liegt vermutlich in der Natur der Sache. So wirst du auch an jeder Strassenecke genau den Pkw sehen, denn du beabsichtigst zu kaufen ;)
Hieraus gleich eine "Berufung" zu deuten, halte ich für gewagt.

von Daniel Grein - am 05.11.2003 00:48
Hallo Daniel,

vielen Dank für Deine Antwort.
Ich gehe heute zu den Maltesen und werde mich da genau erkundigen.
Vielleicht(oder hoffentlich) kann ich da mal mitfahren und mich mit jemanden unterhalten.

Machts gut Leute

se7en

von tom - am 05.11.2003 06:30
hi tom

trotz allem gesagten nun auch noch mein senf dazu:
jetzt hast du hier ein paar subjektive eindrücke von der arbeit als rettungsassistent. sowas zu erfragen und zu sammeln kann den vorteil haben, dass du auf diese art dinge erfährst, die du so in der form noch nicht in betracht gezogen hast. die postings oben sind meines erachtens aber keinesfalls das, wonach du entscheiden solltest, ob du dieser tätigkeit nachgehen magst oder nicht.
die meisten fragen zu deinem eventuell zukünftigen beruf musst du dir da wohl schon selbst stellen und vergleiche etc einholen, ich nehme an, das ist dir ja bekannt, bist ja nicht direkt schulabgänger.
wäre ich an deiner stelle, würde ich mit der frage anfangen, ob ich mich für geeignet halte, diesen beruf auszuüben. rettungsdienst ist mit physischer sowie aber auch psychischer belastung verbunden. um das herauszufinden würde ich bei dieser art job ein praktikum in erwägung ziehen. desweiteren würde ich mich fragen, wie ich mir diese ausbildung finanziere und wie ich mich selbst in der zeit finanziere. welche möglichkeiten gibt es, um diesen beruf zu erlernen, es gibt mit sicherheit auch hier verschiedene schulformen. wie sieht der stellenmarkt aus (ok, is fast überall das selbe aber so in etwa kann man noch vergleichen). wie sehen meine chancen für später aus. wenn ich nicht mehr aktiv auf einem rettungswagen mitfahren kann. habe ich möglichkeiten mich weiterzubilden, in andere bereiche auszuweichen usw usw ich bin mir sicher, dir fallen da auch noch einige dinge ein, die hier aber den rahmen sprengen würden. nur fazitweise behaupte ich, bekommst du hier in einem forum nichts entschieden, was du selbst - ganz alleine für dich - entscheiden musst.

viel glück dabei



von Angeldust - am 08.11.2003 02:22
Hallo zusammen....

Mit großer Begeisterung laß ich Deinen Beitrag im Forum.Als neues Mitglied
dieses Forum´s möchte ich dazu auch äußern.
Also ich an Deiner Stelle Tom,würde die Ausbildung sofort machen.Wenn ich es könnte muß ich dazu sagen.
Ich bin jetzt seit 7 Jahren in der Altenpflege tätig,bin 28 Jahre,es fehlen mir aber die finanziellen Mittel dazu.Ich habe mich schon überall erkundigt,aber es gibt keine finanziellen Hilfen dafür.Ich finde es sehr traurig,das es soweit gekommen ist.Ein Menschenleben ist heute nichts mehr wert.Wenn Du aber Tipps für mich hast bezgl.Finanzierung würde ich mich über eine kleine Info freuen.Ich wünsch Dir jedenfalls alles Gute und viel Glück bei der Ausbildung. :meinung:

von Rettung75 - am 11.11.2003 19:41

hi leuts!

Ich habe mir eure comentare grob durchgelesen und habe seiten im rettungsassistent gesehen die ich nicht für möglichgehalten hätte.

Ich bin 18 und will 3 jahre Ausbildung Als Arzthelferin machen um mir die schule als Rettungsassistent zu leisten.

Mich würde es intresieren wifiel geld man so als rettungsassistent verdient.

Auserdehm noch die ganzen vor und nachteile die man bedenken sollte.

Ich hoffe ihr könnt mir helfen.

MFG saschan

von Saschan - am 23.01.2004 19:00
@saschan

Hey, schau mal im Forum nach. Die Themen sind hier u.a. von Daniel sehr ausführlich behandelt worden. Du hast hie auch eine Suchfunktion und ich denke nicht, das hier alles wieder aufgewärmt wird.

Einfach etwas blättern!

Euer Indianer



von Cherokee - am 23.01.2004 20:24
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