Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Berufsbild Rettungsassistent
Beiträge im Thema:
13
Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
leerRettAss, Daniel Grein, Cito, sushi, Mermaid, Cherokee, Dieter

wo und wie lange macht ihr die ausbildung bzw habt sie gemacht?

Startbeitrag von Cito am 04.11.2003 12:08

hi leutz!
wollt nur mal eben anfragen wo und wie lange eure ausbildung zum ra ging oder geht?
ich bewerbe mich um einen 3jährigen ausbildungsplatz als ra in hh - das ist soweit ich das gesehen habe auch einer der weniger verbreiteten fälle in dtl.! ist es öfter so dass die ausbildung in 2 jahren gemacht wird und dafür schulgebühren anfallen - ich kriege nämlich ein normales azubi gehalt (wenn ich das alles richtig verstanden habe) und muß zumindestens keine allg. schulgebühr bezahlen, wenn das mit dem platz was wird.

und das bewerbungsgespräch rückt näher...
ja, könnt ihr mir noch sagen was eurer meinung nach ein Ra umbedingt für den beruf an eigenschaften braucht, was sollte er überhaupt nicht haben. ihr habt doch bestimmt schon mehrere ras in eurem leben erlebt und bestimmt auch welche die aufgehört haben, oder?
wie hoch ist die seel. belastung bei notfall einsätzen und wie oft kommen sie in eurem alltag vor?
ich stell mir das berufsbild eher so vor dass notfälle eher einen seltenheitswert haben - eigentlich der aufgaben bereich im personentransport liegt!?
freu mich auf eure antworten. danke schnomal.
mfG

Antworten:

Hallo Cito,

es ist löblich, dass du dich auf eine 3-jährige Berufsausbildung hin bewirbst!
Dennoch:
Ein solches Modell wurde von den Ländern noch nicht verabschiedet. Es ist zwar angedacht, und es existieren wohl schon auch Modelle dazu.... aber ich denke nicht, dass diese Ausbildung, die du dann anfängst dich zum sog."Diplom-Rettungssanitäter" (Vorschlag für die neue Berufsbezeichnung der Bundesländer) ausbildet!
Mach dich da doch bitte nochmals richtig schlau!!! Bevor du 3 jahre lernst, und dich trotzdem "nur" Rettungsassistent schimpfen darfst.

2.) Ich selber bin hauptberuflich im städt. RD in Köln tätig. Von daher kann ich dir sagen, dass Notfälle an der Tagesordnung sind. Natürlich fährt man auch (gerade in einer Großstadt) für die eine oder andere HILO raus, aber ´dennoch gibt es auch den "Notfall á la Notruf".

mfg

von leerRettAss - am 04.11.2003 12:47
hi!

mir ist das auch neu dass man schon die 3-jährige ausbildung machen kann.
andere frage: fährt in köln die feuerwehr rd?
gruss

von Dieter - am 04.11.2003 16:15
Hallo Dieter,

bei uns in Köln fährt die Feuerwehr in Zusammenarbeit mit allen 4 HiOrgs (ASB,DRK,JUH;MHD) den städt. RD



von leerRettAss - am 04.11.2003 20:55
nein, ich glaube das ich mich trotzdem "nur" ra schimpfen darf.
mir gehts primär auch darum dass ich offensichtlich keine kosten für meine ausbildung habe und wie ein "normaler" azubi geld für meine ausbildung bekomme...
bin ich da einfach nur falsch oder schlecht informiert - dass die regelausbildung mit weiteren kosten insbesondere für die schule stattfindet!? oder ist das nur bei privaten ausbildungsstätten so?


[www.einkaufeninkoblenz.de]

--> da bewerb ich mich

mfG



von Cito - am 04.11.2003 22:08
Bei der hier angebotenen 3-jährigen Ausbildung handelt es sich um eine Stufenausbildung, wie sie im Zuge der Novellierung der RettAss-Ausbildung derzeit im Gespräch ist.
Bei dem "ersten Ausbildungsjahr" handelt es sich eigentlich um nichts anderes, als um die normale Ausbildung zum Rettungssanitäter. Nach erfolgreicher Abschlussprüfung wird der Azubi als Rettungssanitäter im Rettungsdienst eingesetzt und bekommt hierfür eine Vergütung. Mit Beginn des "zweiten Ausbildungsjahres" beginnt die eigentliche Ausbildung zum Rettungsassistenten, wie sie derzeit nach gültigem Rettungsassistentengesetz bzw. Ausbildungs- und Prüfungsverordnung durchgeführt werden muss. Auf eine Verkürzung (wie sie derzeit noch möglich ist) dieser Ausbildung aufgrund der vorangegangenen RettSan-Ausbildung wird verzichtet, sodaß die Ausbildung der momentanen Vollzeitausbildung zum RettAss entspricht.
Generell müssen die in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung aufgeführten Inhalte Bestandteil einer jeden RettAss-Ausbildung sein, auch wenn diese wie hier in Modellform durchgeführt wird.

Eine geänderte Berufsbezeichnung ergiebt sich hieraus nicht und verbietet sich nach geltendem Recht.

Die Novellierung der RettAss-Ausbildung soll eine Änderung der Ausbildungsstruktur ergeben sowie praxisbezogene Ausbildungsinhalte künftig stärker einbinden. Inwieweit diese Modellausbildung bereits darauf eingeht, ist mir leider nicht bekannt.

Generell finde ich den Vorstoß dieser Modellausbildung für begrüssendswert. :spos:

von Daniel Grein - am 05.11.2003 00:36
anzumerken ist noch, das in dieser dreijährigen ausbildung der lehrgang zum staatl. geprüften desinfektor enthalten ist. anzumerken ist aber auch, das die rs in erster linie im Krankentransport eingesetzt werden, denn so finanziert sich das ganze. anzumerken ist auch, das jeder, der diese sog. "dreijährige" absolviert, sich und anderen später den arbeitsplatz nehmen wird. denn ziel (zumindest des drk hh) ist es, 50% azubis und 50% HA zu beschäftigen...
ach ja, nochwas, notfallrettung wird in hamburg in erster linie von der bf duchgeführt, und die jungs sind auch ganz große hiorg-fans....

in meinen augen ist das ganz große verarschung, die zufälligerweise auf das datum fiel, als es kein zeitlichen sinn mehr hatte zivis einzusetzen. ich kenn leute, die diese ausbildung durchlaufen haben, und die sind/waren alles anderes als begeistert. und als ich auf dem diesjährigen desinfektorkurs miterleben durfte, wie sich diese hoffnungsvollen RA-Azubis ggü. dem restlichen auditorium und den dozenten verhalten haben, möchte ich in hh nicht von einem drk-rtw gerettet werden.

sushi

von sushi - am 05.11.2003 12:08
Die Modellausbildung, die Cito abosliveren möchte, wird aber nicht durch das DRK, sondern durch die GARD GmbH, also einen privaten Anbieter durchgeführt. Von einer zusätzlichen Ausbildung zum Desinfektor während der RettAss-Ausbildung konnte ich in der Beschreibung nichts lesen.
Ob und wieweit das DRK in HH ebenfalls eine 3-jährige finanzierte Ausbildung anbietet, ist mir nicht bekannt, meines Wissens werden aber sämtliche Ausbildungen über das Bildungszentrum Schlump in der DRK-Schwesternschaft durchgeführt. Hier jedenfalls wird derzeit keine 3-jährige Ausbildung angeboten.

Es ist allerdings richtig, dass der Einsatz nach erfolgreicher RettSan-Prüfung überwiegend im Krankentransport erfolgt. Es ist auch richtig, dass durch den Einsatz der Azubis Planstellen im Rettungsdienst durch diese besetzt werden. Dies sorgte auch schon im Zuge der Überlegungen zur Novellierung für Diskussionsstoff, da hier ebenfalls angedacht wird, die Azubis auf RS-Planstellen einzusetzen. Dies hat einerseits den Vorteil, den Azubi sehr praxisnah an sein künftiges Aufgabengebiet heranzuführen, andererseits werden dadurch Planstellen für potientelle arbeitssuchende RS blockiert. Allerdings bin ich der Meinung, dass für die hauptberufliche Tätigkeit im Rettungsdienst eine RettAss-Ausbildung auf jeden Fall angestrebt werden sollte und die Qualifizierung zum RettSan auf Dauer nicht ausreichend ist (auch aus arbeitsrechtlicher und rentenpolitischer Sicht).
Dass durch den Einsatz der Azubis im Krankentransport Einsparungen vorgenommen werden steht ausser Frage und ist gerade für ein privat geführtes Unternehmen vorteilhaft. Übrigens ergeben sich die gleichen Einsparungen auch durch den Einsatz von ehrenamtlichen Kräften. Ob die eingesparten Gelder wirklich zurück an die Kostenträger fliessen, sei dahingestellt ;-)

von Daniel Grein - am 05.11.2003 15:15
das mit der GARD hab ich übersehen, das macht es allerdings nicht besser... inwieweit eine Ausbildung zum RETTUNGSassistenten bei einem privaten KRANKENTRANSPORT-Unternehmen sinnvoll ist, sei mal dahingestellt...... die GARD soll zwar angeblich eine "Notfall-lizenz" der BF besitzen, in der Praxis bedeutet dies aber, das sie Verträge mit Pflegeheimen haben, und diese auch im Notfall primär anfahren dürfen. Hauptrettungsträger ist und bleibt die BF, und die Jungs und Mädels mögen die Gardianer noch lieber als die Hiogrs ;-)

die dreijährige ausbildung wird in hamburg zusammen mit dem DRK in Schleswig Holstein, hier v.a. KV Segeberg durchgeführt, ebenso "rühmt" sich der ASB Hamburg mit dieser sog. innovativen Ausbildung. und in der drk ausbildung ist der desinfektor integriert, genauso wie "fachenglisch".

also im gesamten nichts anderes als eine Verbesserung der Kostensituation, und zwar für den Träger....

sushi

von sushi - am 06.11.2003 20:34
Also ich mache meine Ausbildung bei den Johanitern in Ronnenberg. Ich mache die 2-jährige Vollzeitausbildung, da ich der Meinung bin, alles andere ist ein Kompromiss und zwar auf Kosten der zukünftigen Patienten.

Was sollte der zukünftige RettAss haben? Deine Signatur sagt doch eigentlich schon fast alles.
Du solltest kein Rettungsrambo sein. Sehen und wissen, das es Menschen sind, die dort liegen und Deine Hilfe brauchen. Du musst wissen, das Deinen Möglichkeiten Grenzen gesetzt sind. Du musst auch in der Zukunft mit den Widrigkeiten leben, die Unzuläglichkeiten sehen und jeder von uns, der diesen Beruf macht, sollte sehen, das wir Kollegen sind! Also MITEINANDER! Nicht gegeneinander!

Und meine persönliche Meinung ist einfach, das wir unseren Beruf gesellschaftlich endlich etablieren sollten! Wir sollten trotz unserer Pflicht im sozialen Bereich nicht vergessen, das es auch ein Beruf ist und wir verdammt noch mal auch davon leben müssen!!!!!! Also auch geldlich endlich unsere Wünsche und Forderungen unterstreichen!

Aber das hat nichts mit den Eigenschaften zu tun! Sei einfach MENSCH!


Euer Indianer



von Cherokee - am 06.11.2003 21:49
@Cito

Zitat

hi leutz!
wollt nur mal eben anfragen wo und wie lange eure ausbildung
zum ra ging oder geht?
ich bewerbe mich um einen 3jährigen ausbildungsplatz als ra
in hh - das ist soweit ich das gesehen habe auch einer der
weniger verbreiteten fälle in dtl.! ist es öfter so dass die
ausbildung in 2 jahren gemacht wird und dafür schulgebühren
anfallen - ich kriege nämlich ein normales azubi gehalt (wenn
ich das alles richtig verstanden habe) und muß zumindestens
keine allg. schulgebühr bezahlen, wenn das mit dem platz was
wird.


Die Mehrheit der in Deutschland ausgebildeten RettAss verfügt derzeit noch über eine verkürzte Ausbildung (RettAssG §8) oder ist übergeleitet (RettAssG §13). Eine Vollzeitausbildung (2 Jahre) hatten im Jahre 1997 ca. 25% der RettAss absolviert. Über die Modellausbildungen (3 Jahre) liegen mir keine Zahlen vor, diese dürfte aber gering sein.
Im Regelfall sind die Kosten der Ausbildung vom Schüler selbst zu tragen.
Die Novellierung der Ausbildung soll in diesen Punkten Abhilfe schaffen, der momentane Regelfall der verkürzten Ausbildung soll erschwert, die Ausbildung selbst durch die Rettungsdienst-Träger finanziert werden.

Zitat

und das bewerbungsgespräch rückt näher...
ja, könnt ihr mir noch sagen was eurer meinung nach ein Ra
umbedingt für den beruf an eigenschaften braucht, was sollte
er überhaupt nicht haben. ihr habt doch bestimmt schon
mehrere ras in eurem leben erlebt und bestimmt auch welche
die aufgehört haben, oder?


Überhaupt nicht haben sollte er ein Helfersyndrom oder eine übertriebene Hilfsbereitschaft. Dies kann sehr schnell zu einem sogenannten Burnout führen wenn der RettAss feststellt, dass vieles seiner Leistung nur gering oder garnicht honoriert wird. Auch verlaufen selbstverständlich immer wieder Einsätze tragisch und den Patienten kann nicht mehr geholfen werden. Das ist gerade für Menschen mit einem ausgeprägten Helfersyndrom nur schwierig zu verarbeiten.
Auf jeden Fall sollte der RettAss - wie in jedem anderen Beruf ebenso - einen gesunden Menschenverstand besitzen, das nötige Maß an Selbstdisziplin und vor allem Verantwortungsbewußtsein mitbringen. Der Rettungsdienst ist kein Abenteuerspielplatz oder ein El-Dorado für Blaulicht-Fans, sondern ein sehr anspruchvolles und forderndes Aufgabengebiet. Dies wird leider durch verschiedene Faktoren, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte, falsch dargestellt und der Eindruck vermittelt, dass die Arbeit im Rettungsdienst durch jeden ausgeführt werden kann und jede Person gleichermaßen dafür geeignet ist. Dies ist nicht so !
Leider gibt es derzeit noch keine Auswahlkriterien, die über eine Eignung als RettAss entscheiden. Lediglich die Vorbildung bzw. der gesundheitliche Status spielen eine Rolle. Durch den Einsatz von professionellen Eignungstests könnte hier sicher Abhilfe geschaffen werden.
Die RettAss, die mir bekannt sind und den Beruf aufgegeben haben, waren durchweg höchst motiviert was die Notfallrettung betrifft. Allerdings - und das beantworte ich auch gleich im nächsten Abschnitt - besteht der Rettungsdienst nicht nur aus Notfallrettung.

Zitat

wie hoch ist die seel. belastung bei notfall einsätzen und
wie oft kommen sie in eurem alltag vor?
ich stell mir das berufsbild eher so vor dass notfälle eher
einen seltenheitswert haben - eigentlich der aufgaben bereich
im personentransport liegt!?
freu mich auf eure antworten. danke schnomal.


Beim überwiegenden Anteil der Einsätze handelt es sich um Krankentransporte bzw. Einsätze ohne vitale Bedrohung des Patienten. Darüber sollte sich jeder RettAss-Interessent im Klaren sein. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob man später bei einer Hilfsorganisation, einem privaten Rettungsdienst oder der Berufsfeuerwehr arbeitet. Viele Einsätze werden auch als "Notfälle" angefahren (gerade bei den Berufsfeuerwehren), die sich letztlich als Nicht-Notfalleinsatz herausstellen. Allzu gerne wird gerade das Argument, "die fahren nur Notfälle", für den Arbeitsplatzwunsch BF angeführt. Jeden Einsatz mit Sondersignal anzufahren macht allerdings noch lange keinen Notfall daraus.
Desweiteren kommt es natürlich darauf an, in welchem Einsatzgebiet man arbeitet. So ist in einer Großstadt das Einsatzaufkommen und somit auch die Notfalleinsätze höher anzusetzen, als auf einer Landwache. Hier allerdings können sich die Einsatzarten wesentlich unterscheiden; auf einer Landwache beispielsweise kann oftmals mehr Erfahrung in traumatologischen Einsätzen gesammelt werden, da es hier unter anderem öfter zu schweren Verkehrsunfällen kommt, als in der Stadt. In der Stadt hingegen werden sicherlich Alkohol- und Drogennotfälle häufiger anzutreffen sein, als auf dem Lande. Der Anteil an Krankentransporten ist aber nahezu gleich, da es überall Kliniken, Arztpraxen, Seniorenheime und Dialysestationen gibt.
Überwiegend ist auch sicherlich die sogenannte "Mehrzweckfahrzeug-Strategie" anzufinden, was bedeutet, dass mit dem RTW sowohl Notfallrettung als auch Krankentransport durchgeführt wird. Dieses System ist allerdings in heutiger Zeit immer mehr unter Druck, da aufgrund der steigenden Einsatzaufkommen die Fahrzeuge immer öfter mit Krankentransporten belegt sind und im Notfall nicht zur Verfügung stehen. Auch RTW, die eigentlich nur für die Notfallrettung vorgehalten werden, werden zu Spitzenzeiten im Krankentransport eingesetzt.

von Daniel Grein - am 07.11.2003 15:20
Hallo LeerRettAss!!!

Habe gelesen dass du in Köln tätig bist...
Komme ebenfalls aus Köln,..mich würdee interessieren wo du gelernt hast....

von Mermaid - am 13.11.2003 16:13
Hallo Mermaid,

ich habe vor ca. 7 Jahren bei der DAA meine Ausbildung zum RA gemacht und anschließend mein Anerkennungsjahr bei Deutschlands Rasenden Komikern (DRK...hehehe) in KÖln. Tja... und da bin ich bis heute hängengeblieben.



von leerRettAss - am 14.11.2003 12:55
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.