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Berufsbild Rettungsassistent
Beiträge im Thema:
34
Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
grisubear, Daniel Grein, rd-fliege, Notdruide, Basti, sushi, AkkonRettAss, Markus Töpfer, Markus T, Franz Heinzmann, ... und 7 weitere

Rettungsschule versteigert RS- Ausbildung bei ebay

Startbeitrag von Basti am 25.05.2004 05:13

Tag zusammen,

bitte lesen und weiterverbreiten. Ich denke es wird dem wohle aller, vor allem dem Patienten dienen. Nun wisst ihr ja, was ihr von diesen Zertifikaten halten solltet.

[www.abendblatt.de]


Gruß
Basti

Antworten:

siehe auch
[www.skverlag.de]
hoffentlich schiebt die zuständige Behörde da bald einen Riegel vor.

von kamo - am 25.05.2004 10:16
Inzwischen hat sich der Anbieter auch selbst geäußert:
[www.medicent.de]

Da kann man wirklich nur abraten !

von AkkonRettAss - am 25.05.2004 12:04
Bieten die auch NA Kurse an ..da hätte ich Intresse dran :-)

von Lifepak - am 25.05.2004 21:45
Was für ein Irrer.... Wer arbeitet eigentlich für den ? Hoffentlich hat das für Medicent ein Nachspiel... ich freu mich schon auf die ersten hämischen Nachfragen. Da gewinnt der Ausspruch "Urkunde im Lotto gewonnen" einen ganz anderen Anstrich.

Hilfe !

Sushi

von sushi - am 25.05.2004 21:48
Nachdem diese Praktik inzwischen in allen Rettungsdienst-Kreisen
Aufsehen erregt hat, dürfte es lediglich noch eine Frage der Zeit sein, bis das Angebot der Fa. Medicent endet. Nichts desto trotz spricht diese Offerte für sich und verleitet zu den entsprechenden Rückschlüssen auf die Ausbildungsqualität dieser Firma.
Auch diverse Äusserungen bzw. die Stellungnahme zu Negativ-Berichten in der Presse durch die Firma Medicent lassen diese in keinem allzu guten Licht erscheinen.

Alles in Allem kann ich nur eindringlich vor Schulen oder Firmen warnen, die mit solchen Angeboten potenzielle Kunden / Schüler locken, dazu zählen auch Angebote wie "bei Nichtbestehen Geld zurück".
Im eigenen Interesse sollten Schüler auf eine seriöse und qualifizierte Ausbildung Wert legen. Angesichts der Vielzahl der Rettungsdienstschulen ist ein teilweise harter Konkurrenzkampf entstanden, der offensichtlich seltsame Stilblüten treibt.
Lobend zu erwähnen sind die Schulen, welche durch erweiterte oder verbesserte Ausbildungsformen im Sinne der Qualität der gebotenen Ausbildung glänzen. Diese werden sich letztlich auch am Markt behaupten können.



von Daniel Grein - am 25.05.2004 23:51
hi,

warum regen sich den alle über diese firma auf?
ich bin auch ein absoluter gegner dieser praxis und würde sojemanden net mit auf rtw nehmen.

ist es aber net am schlimmsten, dass dieses angeboten werden kann ohne das es der gesetzgeber verbietet?
es laufen zwar en haufen beschwerden, wo aber ist das gesetz das so etwas verbietet?
es sind lücken im gesetz die hier schamlos ausgenutzt werden. zum wohle des patienten wohl eher nicht, aber auch net ilegal meines wissens.

also wo bleibt die reaktion des gesetzgebers um so was zu unterbinden?
wie bei allem lässt sich vater staat da viel zu viel zeit.

gruß
h.freeman

wer rechtschreibfehler findet darf sie behalten

von h.freeman - am 27.05.2004 07:22
Krass, Ne?

Da ist ja mal der Hammer. Da ist man net Schlecht am Staunen.
Lifepak, das mit'm NA-Kurs war gut, sollte man denen mal unter die Nase
halten, villeicht beteiligen Sie uns dann am Gewinn :)

Nee Witz bei Seite, wie meine Vorredner schon meinten, das ist schlichtweg verantwortungslos. Und wie h.freeman meint sollte so einer
keine Praktikastelle bekommen, außer die werden nun auch über eBay angeboten :))) .

Es besteht zwar die Möglichkeit, das jemand der ALLE Voraussetzungen erfüllt mitsteigert, aber trotzdem! Angenommen da kommt jetzt Fritz Muster, der die Hauptschule abgebrochen hat, kein ärztl. Attest bekommt wegen einer Krankheit und 2 mal geklaut hat. Ich weis ja net ob die Voraussetzungen in der Auktion standen, aber laut eBay Grundsätzen dürfte der "Musterschüler" nach ersteigern die Ausbildung machen - oder?

Sollten sich die Behörden mal drum kümmern.

MFG



von SnoopDoggyDog - am 28.05.2004 10:46
Moin zusammen,

wer lesen kann ist klar im Vorteil ! Schaut mal unter www.medicent.de

> Schritt 4 Nach Zahlungseingang erhalten Sie ein Lehrbuch und eine Fragensammlung, mit denen Sie den Theorieteil bequem zu Hause machen können.



Schritt 5 Die Theorie

Nach einem Monat erhalten Sie von uns einen Zwischentest zugeschickt, den Sie uns ausgefüllt zurücksenden. Daraufhin erhalten Sie von uns eine entsprechende Teilnahmebescheinigung! Mit dieser dürfen Sie zwar in einigen Bundesländern auf einem Kranken- und oder Rettungswagen fahren (z.B. Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen., Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen). Sie dürfen hiermit aber nicht die Weiterbildung zum Rettungsassistenten machen!



Schritt 6 Prüfung

Wenn Sie das aber wollen, suchen Sie sich selbst parallel einen jeweils 160 Stunden umfassenden Praktikumsplatz in einem Krankenhaus und in einer Rettungswache. Nach Absolvierung dieser Praktika senden Sie uns eine Kopie der Praktikumsnachweise zu und erhalten einen Gutschein für einen kostenlosen 40 Stunden umfassenden Abschlusslehrgang mit Prüfung zum Rettungssanitäter. Dieser Abschlusslehrgang findet allerdings nur bei uns in Hamburg statt (Sie müssen selbst für eine Unterkunft sorgen!). Alternativ melden Sie sich zu einem Abschlusslehrgang an einer Rettungsdienstschule in Ihrer Nähe an. Dort müssen Sie allerdings ca. 200-300,00 Euro zusätzlich bezahlen! >

Die Prüfung muss man also trotzdem machen, und der "abgebrochene" Hauptschüler muss ja nicht unbedingt schlechter sein als jemand, der zum Abi gezwungen wurd :o)

von grisubear - am 28.05.2004 12:58
Die Beschreibung der "Ausbildung" auf den Medicent-Seiten wurde inzwischen geändert und etwas "entschärft".
So war z.B. zuvor nicht die Rede von einer Teilnahmebescheinigung, sondern von einer Rettungssanitäter-Urkunde. Der Wortlaut an sich ändert allerdings nichts an der "Qualität" dieser theoretischen Ausbildung, die nach wie vor als - nicht vorhanden - eingestuft werden muss.



von Daniel Grein - am 28.05.2004 14:55
Wieso wird die Qualität durch selbständiges Lernen Schlechter ??

Es gibt Leute, die Ihre Berufsausbildung im Fernstudium Absolviert haben...

Ich kenne einige !

Sicherlich ist dies ein neuer Weg, den ich auch nicht für sehr glücklich halte, aber mann muss ja nicht alles von Anfang an für schlecht halten! Oder!?!



von Notdruide - am 28.05.2004 22:35
eigentlich hatte ich vor, diesbezüglich einen Kommentar zu schreiben...
aber den habe ich dann doch wieder gelöscht und verweise einfach auf Deine Seite, den darauf befindlichen Link und, soweit ich weiss, Deinen Arbeitgeber....
:cool: :rolleyes: :xcool: :engel:



von rd-fliege - am 28.05.2004 23:21
Zitat

"Jedesmal, wenn du alle Antworten gelernt hast, wechseln sie alle Fragen." Oliver Otis Howard (1830-1909), 1867 amerik. Gründer d. Howard University


Es geht hier nicht um selbstständiges Lernen an sich, auch wenn dies alleine bei Weitem nicht genügt und mit Gefahren verbunden ist.
Es geht hier primär darum, dass die Firma eine vermeintliche "Rettungssanitäter-Ausbildung" anbietet und einen für sie sehr bequemen Weg gefunden hat, auf einfache Weise Geld zu verdienen. Diese "Ausbildung" ist aber keineswegs eine Rettungssanitäter-Ausbildung, wie sie allgemein bekannt und praktiziert wird, sondern lediglich der theoretische Teil davon - und dieser noch im "Selbstversuch". Um das Ganze zu steigern, wird auch noch frech damit geworben, mit dieser "Ausbildung" in einigen Bundesländern auf den Rettungsmitteln eingesetzt werden zu können. Solch ein Vorgehen sollte man von einer Schule, die angeblich Wert auf qualitative Ausbildung legt, nicht erwarten. Nicht ohne Grund läuft inzwischen das Ausschlußverfahren aus dem Bundesverband freier Rettungsassistentenschulen. Da nutzt nun auch keine Umformulierung des Ausbildungsganges und auch kein Versuch einer Stellungnahme.
Selbst Ausbildungen, die mittels Fernstudium absolviert werden, enthalten dennoch praktische Einheiten und einen direkten Ansprechpartner vor Ort. Aber auch über Ausbildungen im Fernstudium wurde in diesem Forum schon diskutiert und ich denke es wurde dabei sehr deutlich, dass diese - zumindest im Rettungsdienst - keine Zukunft haben werden.

Dieses Angebot nun als "Pranger" für fehlende gesetzliche Regelungen für die RettSan-Ausbildung zu benutzen, kann von mir nur als scheinheilig bezeichnet werden.

von Daniel Grein - am 28.05.2004 23:21
ich stelle mal 2 Beispiele da:

A) Ein Arbeitsloser bekommt von der Bundesagentur für Arbeit die Umschulung zum Rettungssanitäter bezahlt. Er beginnt den Theorieteil, lernt in 160 Stunden ein Wissen, welches in befähigen soll andere Menschen aus der Lebensgefahr zu retten. (durch die Einstiegsvorraussetzung Hauptschule, ist es der Teilnehmer bereits gewohnt sehr viel Stoff in sehr wenig Zeit zu erlernen, oder nicht ?)
In den nächsten beiden Monaten ist er ganztägig im Krankenhaus und auf einer Rettungswache beschäftigt, wird dort mit ihm ebenfalls völlig fremden Themen und Eindrücken konfrontiert und versucht sich nebenbei auf die Prüfung vorzubereiten, welche er mit Glück bestehen wird.

B) Herr X ist berufstätigt und arbeitet Schichtdienst, als "normaler" Arbeitnehmer hat er ca. 24 Werktage Urlaub pro Jahr. In seiner Freizeit ist er aktives Mitglied einer Sanitätsbereitschaft (mit 80 Std. SAN-Ausbildung) und seit mehreren Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr (Gruppenführer)in einer größeren Stadt. Folglich hat er bereits einiges an Erfahrungen mit Not- und Unfällen sowie sonstigen Einsätzen sammeln können. Nun entschließt er sich Rettungssanitäter zu werden und sein Wissen so zu erweitern. Er steckt sein Ziel niedrig, ein Jahr nimmt er sich Zeit die Theorie zu Hause zu pauken, seinen Jahresurlaub nutzt er für das Praktikum im Krankenhaus, die Stunden an der Rettungswache absolviert er an freien Tagen oder am Wochenende ehrenamtlich. Nebenbei ist natürlich auch noch Weiterbildung bei der FF und seiner Hiorg.
Nach einem Jahr möchte er die Prüfung machen.....

Gehen wir nun davon aus, dass beide bestehen, wen würdet Ihr Euch als RettAss denn wohl auf den RTW wünschen ??

mfg
Grisubear

von grisubear - am 01.06.2004 14:01
Ich persönlich ??
Herrn X bitte !
Aber nur, wenn er die "Heimarbeit", sprich das Erlernen seines Stoffes, z.B. in Abend / Wochenendform, mit Präsenzteilen (also 120h) unterstützt.
Seine San-Ausbildung kann ja schon an die RS-Ausbildung (z.T.) angerechnet werden... ;)
*meine persönliche Meinung*

Also z.B. 1x Werktags 4 und einen Wochenendtag 8 Stunden 3 MOnate lang opfern... und dazu (nebenbei) fleissig daheim lernen ;)

Gruß,

Marcus



von rd-fliege - am 01.06.2004 17:59
Zitat

Schritt 4 Nach Zahlungseingang erhalten Sie ein Lehrbuch und eine Fragensammlung, mit denen Sie den Theorieteil bequem zu Hause lernen.

Schritt 5
Nach einem Monat erhalten Sie von uns einen Test zugeschickt, den Sie uns ausgefüllt zurücksenden. Daraufhin erhalten Sie von uns eine Rettungssanitäter-Urkunde! Mit dieser dürfen Sie zwar in einigen Bundesländern auf einem Kranken- und oder Rettungswagen fahren (z.B. Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen., Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen). Sie dürfen hiermit aber nicht die Weiterbildung zum Rettungsassistenten machen!

DAS ist der Original-Wortlaut, nur zur Sicherheit hier noch einmal hinkopiert (habe die Original-Texte von der Webseite heruntergeladen) - auch um Daniel's Aussage noch tüchtig zu unterstreichen !!

von AkkonRettAss - am 01.06.2004 21:24
Hallo,

ich denke ich habe mir schon etwas gedacht, als ich vor einiger Zeit hier mit dem Zeitungsartikel gepostet habe.
Unter anderem ging es mir dabei darum, die völlig unverständliche Praxis der "Rettungsschule" öffentlich zu machen, so dass im besten Fall der Patient vor völlig unkundigen Menschen, die vorgeben RS zu sein, geschützt werden.
Womit ich allerdings nicht gerechnet habe, ist die Tatsache, dass es in diesem Berufsfeld noch Leute zu geben scheint, die diese Praxis der Rettungsschule gutheißen. Da muss ich mich wirklich mal fragen:
" Habt ihr sie denn noch alle?" Meiner Meinung nach ist diese Praxis des Verkaufes von RS - Urkunden eine vorsätzliche Patientengefähdung aus reiner Profitgier. Die Schule hat erst nach der Veröffentlichung damit angefangen, die Gestaltung des Angebotes umzuschreiben, um die eigenen Praxis zu legitimieren. Wenn dies nicht öffentlich gemacht wäre hätte niemand davon gewußt und es wäre im schlechtesten Falle auch noch jemand mit dieser "Urkunde" im RD angestellt worden.
Und ich bin der Meinung, dass jemand der im RD arbeitet und noch das kleinste Stückchen Verantwortungbewußtsein hat, sich mit allen Mitteln gegen diese "Rettungsschule " wehren sollte.
Zu grusubär:
Nur weil jemand Arbeitslos ist, einen Hauptschulabschluss hat und seinen RS vom Arbeitsamt bekommen hat ist er nicht unbedingt nicht für den RD geeignet.Er wird aufgrund seiner praktischen und theroretischen Unterrichtsinhalte auf jeden Fall mehr Wissen und auch Können als jemand, der dieses Angebot von Medicent annimmt, nach 4 Wochen einen Test zugeschickt bekommt und diesen mit Hilfe seines Lehrbuches erfolgreich lösen kann, auch nur im geringsten dafür gelernt zu haben. Denn dies unterstelle ich den Leuten einfach mal, die auf dieses Angebot eingehen.Klar einen Tag arbeiten und das bekommen für das ich sonst 4 Wochen lernen müsste.

Gruß
Basti

von Basti - am 02.06.2004 11:33
Hallo Basti,

nochmal: lies Dir das Angebot doch mal durch:

Nach 4 Wochen gibt es einen ZWISCHENTEST und das der zum Fahren auf RTW/KTW in einigen Bundesländern befugt ist klar, denn: z.B. in Niedersachsen wird lt. RdG nur "eine geeignete Person" gebraucht, die nicht weiter beschrieben ist d.h. selbst meine Oma (nur mit EH-Lehrgang und Führerschein) könnte dort ohne Probleme einen RTW im Einsatz fahren. Da ich selber bereits in NS mit SAN A auf einem RTW eingeteilt war, weis ich wovon ich schreibe.......

Die Abschlussprüfung muss auch bei Medicent durchlaufen werden und vorher die beiden Praktika. Soviel zum Thema "die Urkunde gibt es geschenkt..."

Das der Arbeitslose nicht ungeeignet ist wollte ich mit dem Beitrag nicht ausdrücken, es ist nur halt die Gruppe Menschen, die am ehesten die 3 Monate Vollzeit Umschulung durchziehen.

mfg

grisubear

von grisubear - am 02.06.2004 12:02
P.S. vielleicht sollstest Du auch die Bevöllkerung davor warnen in Bereichen mit Sanitäter-FirstRespondern, RTW mit RS/San Besetzung und nur einem NEF zu erkranken oder gar sich zu verletzen :o)

von grisubear - am 02.06.2004 12:04
Liebe Liste,

es wird leider immer wieder der Eindruck erweckt, daß man in Nds. nur einen EH-Kurs und einen Führerschein benötigt, um auf einem RTW fahren zu können.

Zwar läßt das Rettungsdienstgesetz den Trägern einen großen Gestaltungsspielraum "...fachlich geeignetes Personal..." die Besetzung der Rettungsmittel wird aber dann doch in den Kreisen und Kommunen durch den Träger des Rettungsdienstes festgeschrieben. Die Details kann man in der jeweiligen Beauftragung des Betreibers nachlesen.
So wird für Göttingen, Hannover und Hildesheim ein RA/RS auf dem RTW vorgeschrieben, in der Region (früher: Landkreis) Hannover reicht bereits ein RS / ein RH. Da dort aber über 50% der HA als RA ausgebildet sind, wird der RTW in aller Regel auch dort mit Rettungsfachpersonal besetzt.

Sicherlich ist diese uneinheitliche Regelung beklagenswert, aber ganz so schlimm, wie es oftmals dargestellt wird, ist es dann in Nds. doch nicht.

K. Enke

von Enke - am 02.06.2004 14:18
@ Enke: Sicher, es gibt in Nds viele Wachen, bei denen der Standart hoch gesetzt wird (ich kenne auch welche am Hamburger Stadtrand, die mit RS/RA fahren, wie in HH auch..) nur habe ich leider persönlich auch beispiele erlebt, wo ich als frisch gebackener RS !! mit einem SAN A (immerhin kannte der sich im Ort aus...) auf einen RTW gesteckt wurde.... mein Gefühl bei dem ersten Alarm kann ich mit "verdammmmmmmmmmt weichen Knien" am ehesten beschreiben.....


Übrigens zum Thema Ausbildung: Anerkannte Rettungsassistenten haben ebenfalls keine umfangreiche Ausbildung genossen, wie "erlernte" Kollegen. Trotzdem werden von Ihnen die gleichen Aufgaben erwartet.....

Gruß
Grisubear

von grisubear - am 02.06.2004 15:23
Hallo Grisubear,

also man kann sicherlich über vieles streiten.

Unstreitig jedoch sollte sein, daß es nicht sein kann, daß eine Ausbildung zu einem Rettungssanitäter mit 4 Wochen Theorie und später noch 1 Ausbildungs & Prüfungswoche in der Realität schon arg knapp bemessen ist, wenn wir einmal von den teilweise sehr hoch gesteckten Erwartungen und auch berechtigten Ansprüchen der Patienten, Krankenhäuser (die den Patienten uns übergeben oder abnehmen) und des (nicht medizinischem) Umfeld absehen, kommen da schließlich auch noch die Verantwortung eines jeden einzelnen hinzu.

Sicherlich zu recht kann man sagen, daß ein "anerkannter RA" auch "nur" eine Ausbildung zum RS genossen hat, das stimmt auch, jedoch ... er verfügt i.d.R. über ein Maß an Erfahrung, welches das fehlende theoretische Hintergrundwissen z.T. wieder relativiert.

Bzgl. Nds. muss ich K. Enke voll und ganz zustimmen !
Auch hier: in der Theorie geht vieles schon, aber in der Praxis haben die Betreiber / Landkreise und nicht zu letzt die Beauftragten für sich selbst, Mindeststandards festgeschrieben, die weit über das Maß "geeignete Person" hinaus gehen.

Man könnte jetzt anfangen zig Beispiele aufzuzählen und stellt dann fest, daß auch in NDS, bis auf einige Ausnahmen, fast jeder öffentliche RTW mit einem RA besetzt ist / sein muss.

Unstreitig sollte auch sein, daß es bei der RS-Ausbildung (Theorie) sowohl theoretisches Wissen vermittelt wird, als auch die praktischen Grundfertigkeiten und die Anwendung dieser trainiert werden müssen.
*Es ist z.B. schön, wenn jemand einen Mega-Code Algorhythmus auswendig runterpalavern kann, aber wenn er ihn noch nie angewandt hat... :confused: :motz: :nö: *
Oder man stelle sich den RS im Rahmen einer REA vor, der noch nie das Fertigmachen einer Infusion, das Aufziehen von Medikamenten oder die Intubationsvorbereitung geübt hat...... :pfeif:

Insofern kann man gar nicht darüber streiten / diskutieren:
Eine "Fernausbildung / ein Fernstudium" zum Rettungssanitäter ist purer Schwachsinn und geht an jeglichem Sinn- und Qualitätsanspruch vorbei !
:meinung:

Gruß,

Marcus



von rd-fliege - am 02.06.2004 16:08
JA ... fliege hat jawohl alles gesagt!!!
Fernausbildung gehört verboten !!!!!!!!!!!!!!

von RS200AZUBI - am 02.06.2004 17:42
@ grisubear

du beschwerst dich darüber, das du mit einem San A auf "einen RTW gesteckt wurdest"

mal auf die idee gekommen das nicht mitzumachen? und die schicht nicht zu fahren?

egal was medicent schreibt oder es von denen oder von dir ausgelegt wird, diese praxis schadet dem gesamten RD (das widerrum kann medicent egal sein, denn es ist ein KRANKENTRANSPORTunternehmen, da können die noch soviel RTW auf ihre kisten schreiben).

Z.zt laufen diskussionen, ob die RS ausbildung nach bund/länderausschuss noch zeitgemäß ist, und dann muß man hier solch einen weltfremden mist lesen (sorry). ich persönlich hoffe, das dieser fa. daraus konsequenzen zu ziehen hat.

sushi

von sushi - am 03.06.2004 01:09
@sushi

a)klar bin ich auf die Idee gekommen, -auch wenn dies nicht thema dieses Threads ist- es wurde auch nach mürrischem gemaule geändert (wer war da wohl der buhmann ?) Aber vielleicht hast auch Du mal irgendwann irgendwo deine allererste Schicht gehabt und Kennst das Gefühl, als "Neuling" erstmal die Klappe halten zu wollen...

b) Was auch immer die angebotene Ausbildung mit den Kollegen auf den Fahrzeugen zu tun hat. Ich finde es langsam nervig -Ja, ich arbeite dort im KRANKENTRANSPORT- das mir vorgeworfen wird die Arbeit von Medicent sei in allen Bereichen schlecht (ich glaube nicht, dass das viele von Euch beurteilen können) und sobald ich eine rote Jacke anziehe mache ich wiederum "gute" Arbeit ??

Auch ich bin der Meinung, dass sich die Ausbildung zum RS dringend bundesweit eiheitlich ändern muss (wollen das die einzelnen Länder überhaupt ?) Nach meinem Praktikum an einer Wache des D.. hatte ich jedenfalls wenig vom Patienten gesehen, war jedoch zum Meister der Kaffemaschine aufgestiegen und kannte jede schmutzige Ecke der Wache auswendig (danach waren sie auch nicht mehr schmutzig)

GRuß

Grisubear

von grisubear - am 03.06.2004 07:17
Von meiner Seite abschließend möchte ich mein Bedauern zum Ausdruck bringen, daß die Firma Medicent trotz aller Kritik die Mängel an der von ihr angebotenen theoretischen Ausbildung nicht einsieht und das Angebot weiterhin aufrecht erhält. Es scheint, als wolle man nun erst recht an dieser Form der Ausbildung festhalten, allen Unkenrufen zum Trotz. Das ist nicht das Verhalten, das ich von einer verantwortungsvollen Schulleitung erwarten würde, eher erinnert mich das an das Verhalten eines kleinen, trotzigen Kindes.

Da ich auf den Seiten von Berufsbild-Rettungsassistent.de keine Zensur betreiben möchte (sofern nicht gegen geltendes Recht verstossen oder beleidigt wird), werde ich auch den Link zur Schule nicht aus dem Verzeichnis löschen. Empfehlen kann ich aber aufgrund des gezeigten Verhaltens die Schule nicht.



von Daniel Grein - am 03.06.2004 20:42
Zu Thema "Bei nichtbestehen Geld zurück"

Ich finde es sehr merkwürdig verschiedne Schulen an den Pranger zu stellen mir der Hypotese "Die Schulen sind schlecht die eine geld zurück Garantie anbieten"
Die Prüfungen zum RS und zum RA finden unter den Augen der Landesregierung statt. Es spricht für eine Schule wenn sie sagt wir bilden dich gut aus wir haben gutes Lehrpersonal. Die Schule übernimmt damit ein hohes Risiko wenn es zum beispiel nur 2 Schlechte Schüler hat mit wenig Motivation ist der gewinn gefärdet.
Solche Pauschalaussagen erwarte ich eigendlich nur von solchen möchtegern Zeitungen wie dem Rettungsdienst oder von Leuten die andere Intressen haben

von Markus Töpfer - am 22.08.2004 16:29
Hmmm....
also ich weiss ja nicht, ob es in Sachsen anders ist, als in NRW, aber hier findet die Prüfung vor einem Prüfungsausschuß statt, der vom Gesundheitsamt bestellt wird.
Die Landesregierung hat damit nichts zu tun...
I.d.R. ist es so, daß die Gesundheitsämter nur noch den Prüfungsvorsitz bestellen, meistens in Person eines Dozenten der Schule oder eines Arztes (der Schule).
Klar, niedrige Duchfallquoten sind was schönes, aber ... ich behaupte, daß bei uns die Schüler eine sehr gute und fundierte Ausbildung geniessen; jedoch müssen sie einiges selbst erarbeiten und lernen (Wiederholen) - dieses ist für uns nur in Zwischenprüfungen und in der Abschlussprüfung prüfbar.
Klar, man könnte das Prüfungsniveau herab schrauben... aber ist das Sinn und Zweck der Angelegenheit ?
Lieber eine etwas höhere Duchfallquote, als einen schlechten RettSan auf der Strasse.
Qualität soll sich durchsetzen !

Gruß,

Marcus



von rd-fliege - am 22.08.2004 20:14
Wer ist dem Gesundheitsamt vorgesetzt auch in NRW?

von Markus T - am 23.08.2004 20:54
Hmmm... also wie wäre es mit dem Landrat / OKD ??

;)

Also wenn Du so kommen willst, dann ist es eine Ausbildung, die von der EU überwacht wird.... *so'n Quatsch*

Gruß,

Marcus



von rd-fliege - am 23.08.2004 21:29
Hallo Markus,

seriöse Schulen, die ihren Bildungsauftrag ernstnehmen, haben es in aller Regel nicht nötig, mit solchen "Angeboten" zu werben.
Du schreibst selbst:
"Die Schule übernimmt damit ein hohes Risiko wenn es zum beispiel nur 2 Schlechte Schüler hat mit wenig Motivation ist der gewinn gefärdet"
Dieses Risiko wird keine Schule eingehen, da es im Regelfall immer Schüler gibt, die eine Prüfung nicht bestehen und somit die Kalkulation der Schule nicht aufgehen würde. Es sei denn, die Schule kalkuliert von Anfang an mit höheren Ausbildungskosten, um eventuelle Verluste durch "Nichtbesteher" auszugleichen. Von daher wird diese Schule darum bemüht sein, auch "Problemschüler" bestehen zu lassen und du brauchst mir nun nichts über den Ablauf einer Prüfung zu erzählen. Selbst der schlechteste Schüler kann eine Prüfung bestehen, wenn dies durch den Prüfungsausschuss so gewollt ist, ein Vertreter der Behörde hat in diesem Fall kaum Einfluss auf das Ergebnis.



von Daniel Grein - am 24.08.2004 13:40
Upsi, Heute erst gefunden... Nein schon lange nicht mehr!

Trotzdem Grüsse Aus Hamburg!

P.S. Ich finde die Idee auch nicht soo toll!



von Notdruide - am 02.09.2004 21:03
Was bedeutet unser Angebot: "Bei Nichtbestehen Geld zurück"?

Ich behaupte:
Es gibt keine Menschen mit nur einem Problem mit der Ausbildung. Entweder hat man keine oder mehrere.

Wie messe ich Probleme?
Ich habe keine Möglichkeiten zu überprüfen, was die Leute zu Hause tun.
Also kann ich nur auf die Seminarzeiten schaun: Wenn es jemand schafft, an allen Tagen pünktlich zu sein und auch sonst keine Fehlzeiten zu haben, ist das für mich ein Indikator dafür, dass er auch die Ausbildung schaffen kann. Dann gebe ich gern diese Garantie.

Und ich lüfte ein Geheimnis:
Ich habe noch nie Geld zurückgezahlt, weil bei mir alle Studierenden ohne Fehlzeiten bestanden haben.
Die, die durchgefallen sind, hatten Fehlzeiten.

Franz Heinzmann
Schulleiter der www.rettungsdienst-akademie.de

von Franz Heinzmann - am 07.09.2004 15:29
Hey, wir haben hohen Besuch. Willkommen!



von ndp - am 07.09.2004 18:59
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