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Berufsbild Rettungsassistent
Beiträge im Thema:
12
Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
R.M., R.A. Pioneer, Daniel Grein, Lamonist, rd-fliege

Einstellungschancen nach der Ausbildung

Startbeitrag von R.M. am 21.11.2004 14:32

Sehr geehrte Forumsmitglieder,

ich interessiere mich SEHR für die schulische Ausbildung zum Rettungsassistenten und habe vor mich nun an einer dieser Schulen in Bayern zu bewerben/anzumelden.

An dieser Stelle würde ich gerne einmal erfahren wie die Chancen auf eine Festanstellung an einer Rettungsleitstelle nach Bestehen der Abschlussprüfung stehen?

Varriert dies von Bundesland zu Bundesland stark?
Kommt es auf das erreichte Ergebnis in der Prüfung an?
Ist es möglich an der Rettungsdienstelle bei der man sein Praktikum im zweiten Ausbildungsjahr absolviert später übernommen zu werden?

Ich würde mich sehr darüber freuen ein paar informative Antworten zu erhalten.

Ganz lieben Dank schon einmal im Voraus und allen einen guten und erfolgreichen Start in die neue Woche.

Grüße aus Unterfranken

R.M.

Antworten:

Hallo R.M. !

Zitat

An dieser Stelle würde ich gerne einmal erfahren wie die Chancen auf eine Festanstellung an einer Rettungsleitstelle nach Bestehen der Abschlussprüfung stehen?


Du meinst sicher eine Festanstellung an einer Rettungswache, nicht an einer Rettungsleitstelle ? Für Letztere ist eine Zusatzqualifikation notwendig, die erst nach einigen Jahren Berufserfahrung erworben werden kann.

Zitat

Varriert dies von Bundesland zu Bundesland stark?
Kommt es auf das erreichte Ergebnis in der Prüfung an?
Ist es möglich an der Rettungsdienstelle bei der man sein Praktikum im zweiten Ausbildungsjahr absolviert später übernommen zu werden?


Eine pauschale Aussage kann hier nicht getroffen werden. Es ist allerdings so, daß in Bundesländern mit einer hohen Dichte an Rettungsdienstschulen die Chancen auf
a) einen Praktikantenplatz für das 2. Ausbildungsjahr und
b) eine Festanstellung nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung
im vergleich zu anderen Bundesländern geringer sind. Diese Aussage stellt meine subjektive Auffassung aufgrund zahlreicher Beiträge und Anfragen hier in diesem und anderen Foren dar.

Generell ist die derzeitige Arbeitsmarktsituation für Rettungsassistenten - wie in anderen Berufszweigen ebenso - eher schlecht einzustufen. An dieser Stelle vielleicht noch einmal kurz der Hinweis auf die Gesamtzahl der hauptberuflich Beschäftigten im Rettungsdienst bundesweit: ca. 46.000 im Jahr 2002 !
Der Rettungsdienst als Arbeitgeber nimmt also eine verschwindet geringe Position ein.

Selbstverständlich werden bei eventuellen Einstellungen auch die bei der Abschlußprüfung erreichten Leistungen berücksichtigt. Die Ableistung des praktischen Ausbildungsjahres beim gewünschten Arbeitgeber hat schon so manchem einen Arbeitsplatz beschert.
Auch im Rettungsdienst gibt es immer Fluktuation und altersbedingte Ausscheidungen, so daß - bei örtlicher Flexibilität - die Chance auf eine Festanstellung durchaus gegeben ist.



von Daniel Grein - am 21.11.2004 15:22
Hallo R.M. ,

möchte einmal Versuchen dir eine Antwort für Bayern zu geben.
Im Moment ist es so das Gutachten zur Vorhaltung von RD Fahrzeugen von den Krankenkassen Angefordert wurden, diese sind beendet und werden nun Umgesetzt. Dabei ist in vielen Bereich herausgekommen das Rettungsmittel gestrichen werden müssen. Es gab nur wenige Bereiche in denen die Vorhaltung erhöht wurde. Dies hat so wie es im Moment Aussieht zur Konsequenz, das die Mitarbeiter der Wachen in denen es nun zum Verlust von Rettungsmitteln gekommen ist, zum Teil auf andere Wache umgeschichtet oder entlassen werden müssen. Jetzt kannst Du dir in etwa Ausmahlen wie es in den Rettungsleitstellen Aussieht. Fakt ist auch das es Beschlossene Sache ist das in Bayern alle RLST zu ILST umgewandelt werden. Für eine ILST benötigt man aber zusätzlich zum RettAss eine Brandmeisterausbildung. Die Hilfsorganisationen haben im Moment die Qual der Wahl was Mitarbeiter anbelangt wenn sie wirklich jemanden Brauchen können sie einen Lehrrettungsassistenten mit x. Zusatzausbildungen auf eine niedrige Stelle einstellen z.B. als Krankenwagenfahrer. Des Weiteren sollte man Bedenke das dieses Jahr in vielen Bereichen die Einsatzzahlen um zum Teil mehr als 17% gefallen sind und einige schon wieder mit dem Gedanken spielen neue Gutachten zur Vorhaltung Anzufordern.
Die Konsequenz dieser Maßnahme muss ich wohl nicht näher erläutern.


PS: Natürlich gibt es auch immer wieder Oberschleimer und Arschkriecher die nach ihrer RettAss Ausbildung eine Anstellung in dem Verein bekommen in dem sie gelernt haben.
Aber das ist eher die Seltenheit geworden und darauf würde ich mich auf keinem Fall verlassen. Es ist wohl eher im Moment ein großer Schritt Richtung Arbeitslosigkeit.




Mit Kollegialem Gruß

R.A. Pioneer



:meinung:



von R.A. Pioneer - am 21.11.2004 15:25
Danke ersteinmal R.A. Pioneer für deine Mühe und deine ausführliche Einschätzung!

Sag mal, heisst das im Klartext, dass man ohne die Brandmeisterausbildung sogut wie kaum eine Chance hat auf eine Festanstellung als RettAss?

Dann wäre die kostspielige Ausbildung ja fast für die Katz. :-(

von R.M. - am 21.11.2004 16:58
Hallo RM,

auch wenn ich normalerweise nicht zu diesen bösen Leuten gehöre....
Aber... die Situation momentan, und wohl auch in den nächsten Jahren, sieht eher schlecht aus, und somit ist auch nicht zu erwarten, daß es sooo schnell Stellen geben wird.
Jeder ist momentan froh darüber eine Stelle zu haben, wenn er / sie denn eine hat, und wird einen Teufel tun, diese "einfach so" wieder zu riskieren...
Selbst bei Angeboten aus einer Stelle heraus ist man momentan mehr als vorsichtig, da das Risiko einfach zu hoch ist....

Zu den RLS / ILS:
Wer eine Brandmeisterausbildung absolvieren möchte, der muss zu einer BF gehen, und diese dort absolvieren.
Klar, es gibt vereinzelt auch noch die Möglichkeit über die FF an die Ausbildungen ran zu kommen, und in manchen Bundesländern wird auch die F3-Ausbildung akzeptiert, aber in der Regel eher nicht....
Also:
Für die Feuerwehr geeignete (handwerkliche) Ausbildung machen, dort dann bewerben, und die bilden Dich dann auch so aus, wie sie es benötigen... also RettSan oder gar RettAss.

Gruß,

Marcus



von rd-fliege - am 21.11.2004 17:22
Ich würde mich gerne für Oktober 2005 für die ASB Schule in Nürnberg bewerben/anmelden.

Jetzt wäre nur noch die Frage offen wie lange dauert die Brandmeisterausbildung oder ist das ein Lehrgang ähnlich wie beim Rettungssanitäter? Kann man diesen anschließend nach seiner Ausbildung zum Rettungsassistenten machen und sich danach bei einer IRLS bewerben?

Danke für Antworten

Grüße

R.M.

von R.M. - am 21.11.2004 18:12
@ R.M.

Wenn Du diesen Weg gehen willst dann Bewirb dich doch gleich bei einer Berufsfeuerwehr, die bezahlen dir dann alle Lehrgänge die du brauchst.
Im günstigsten Fall wirst du Beamter und kannst dich von da aus an einer ILST Bewerben.

Hier mal ein paar Infos zur Feuerwehr.

[forum.myphorum.de]



PS: Die BF München stellt nächstes Jahr wieder ein, wenn du dort den Einstellungstest bestehst hast du gewonnen. Dann brauchst du keinen Cent für irgendeine Ausbildung bezahlen.



Mit Kollegialem Gruß

R.A. Pioneer



von R.A. Pioneer - am 21.11.2004 18:52
Ich glaube, ich muss hier zum besseren Verständnis ein paar grundlegende Dinge richtigstellen:

nach erfolgreich absolvierter RettAss-Ausbildung bewirbt man sich für die Arbeit an einer Rettungswache, nicht für die Arbeit auf einer (Rettungs-)Leitstelle. Eine Leitstelle ist die Notrufzentrale für Feuerwehr / Rettungsdienst, die den Einsatz der Rettungsmittel koordiniert. Um auf einer Leitstelle arbeiten zu können, sind einige Jahre Berufserfahrung sowie zusätzliche Ausbildungsgänge notwendig.

ILST (Intergrierte Leitstellen) bedeutet, daß Notrufe für Feuerwehr und Rettungsdienst auf einer gemeinsamen Leitstelle für beide Fachrichtungen auflaufen und bearbeitet werden. Für die Arbeit auf einer ILST ist im Regelfall die Ausbildung zum Brandmeister sowie Rettungsassistenten notwendig.

Es ist möglich, bei entsprechender Eignung (siehe Linkverweise von Pioneer) die (Berufs-)Ausbildung zum Brandmeister bei einer Berufsfeuerwehr zu absolvieren. Dort, wo auch der Rettungsdienst durch eine BF durchgeführt wird, absolviert der angehende Brandmeister zusätzlich die Ausbildung zum Rettungsassistenten. Dies geschieht meist auf Feuerwehreigenen Schulen. Die RettAss-Ausbildung ist dort also integraler Bestandteil der Brandmeister-Ausbildung.

Es ist auch möglich, zunächst auf einer Rettungsdienstschule die Ausbildung zum RettAss zu absolvieren und sich danach zur Ausbildung zum Brandmeister bei einer BF zu bewerben. Hierbei zählt die RettAss-Ausbildung als feuerwehrdienlicher Beruf (siehe Bewerbungsvoraussetzungen der Berufsfeuerwehren). Dieser Weg ist vor allem in Regionen denkbar, in denen die BF keinen Rettungsdienst durchführt und daher auch keine eigene RettAss-Ausbildung anbietet.

Ich hoffe, die Sachlage nun etwas verdeutlicht zu haben.



von Daniel Grein - am 21.11.2004 21:46
Ich habe mich jetzt dazu entschieden, mich bei bei der ASB-Schule in Lauf b. Nürnberg zu bewerben.

Ist hier jemand der weiß wie das Auswahlverfahren bei den Rettungsdienstschulen genau funktioniert.

Wird großen Wert auf ein gutes Abschlusszeugnis gelegt, oder ist das persönliche Gespräch entscheidend?

Außerdem würde ich gerne wissen, nach welchen Kriterien die Bewerber ausgelesen werden, schauen die das Schulzeugnis an und überlegen sich dann (anhand der Noten), ob der Bewerber zum Gespräch eingeladen wird oder nicht?

Ich hoffe nicht (nicht weil ich so ein schlechtes Abschlusszeugnis habe), das es so ist, denn ich persönlich denke das es fatal wäre nach diesen Kriterien Leute für ein solch anspruchsvolles und verantwortungsvolles Aufgabengebiet wie den Rettungsdienst auszusuchen.

Würde mich über hilfreiche Antworten und Meinungen freuen.

Liebe Grüße aus Bayern

von R.M. - am 25.11.2004 16:27
Die Auswahlkriterien lassen sich nicht pauschalisieren, da jede Schule eigene Kriterien für die Bewerberauswahl hat.
Es gibt (leider) durchaus auch Schulen, die lediglich die per Gesetz geforderten Voraussetzungen verlangen, darüber hinaus keinerlei weitere Kriterien in die Auswahl mit einbeziehen. Wie das Auswahlverfahren in Lauf abläuft, kann ich dir leider nicht sagen. Mir ist aber eine ASB-Schule in einem anderen Bundesland bekannt, die großen Wert auf geeignete Bewerber legt. Hierzu sind sicherlich auch Schulnoten von Belang. Entscheident ist aber meist das persönliche Gespräch.

Entscheident ist ebenfalls die Anzahl der Bewerbungen für den jeweiligen Kurs. Gibt es eine große Überzahl an Bewerbungen gegenüber den freien Kursplätzen, findet eine Selektion primär meist anhand des Lebenslaufes und der bisher erreichten Abschlußnoten statt.
Nähere Angaben zu diesem Thema kann dir villeicht der ein oder andere Schul-Dozent hier im Forum geben.



von Daniel Grein - am 25.11.2004 19:37
Wenn du nichts findest, kannst dich ja in der Döpfer-Schule in Schwandorf bewerben....die nehmen so ziemlich jeden...nicht persönlich gemeint sondern als Notlösung..du mußt dann allerdings gewisse Abstriche bei der Ausbildung machen



von Lamonist - am 25.11.2004 21:53
Hallo Kollegen,

will hier nichts schlecht reden, aber kann man diese Schule als Alternative sehen?
Habe mittlerweile einige Praktikanten (Genau gesagt 3) kennen gelernt.
Diese Praktikant würde ich nicht mal als zweite auf einem BTW einsetzen, wird aber wohl an den Leuten selber liegen, oder????
Kenne die Schule leider auch nur aus Erzählungen!!!



Mit Kollegialem Gruß


R.A. Pioneer



von R.A. Pioneer - am 26.11.2004 00:08
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