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Informationen zum Thema:
Forum:
Schachfreunde/Anderssen Wetzlar 1971 e.V.
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Mark S., Martin Drobinski, Andreas G., Madeleine

110 km für die Katz ...

Startbeitrag von Mark S. am 21.11.2003 21:18

oder das Ende einer freundschaftlichen Beziehung?!


Mir ist gerade mal danach, einen emotiomale Beitrag in euer Forum zu schreiben.

Ursache dafür ist meine Enttäuschung über den unglücklichen Ausgang der Wetzlarer Stadtmeisterschft!

Damit sich der geneigte Leser etwas in meine Stimmung versetzen kan, hier mal kurz mein heutiger Tagesablauf:

Ich bin heute morgen um 7.15 Uhr aufgestanden anschließend 40 km auf die Arbeit nach Haiger gefahren und habe dort bis halb 7 heute abend gearbeitet!

Mein Rückweg dauerte auf Grund eines Staus dann 20 Minuten länger als sonst, so daß ich erst um halb 8 zu Hause war. Dort hab ich im Eiltempo ein Brot gegessen mich schnell umgezogen und bin im Tiefflug nach Wetzlar, so daß ich wie immer "pünktlich" um 4tel nach 8 zu spät war.

Dort mußte ich dann erfahren, daß ich wirklich zu spät war und meine Partie kampflos verloren habe, weil Partiebeginn um 19.00 Uhr war.

Dies wurde in meiner Abwesenheit in der letzten Runde beschlossen und mir leider nicht mitgeteilt. Der Turnierleiter behauptet zwar felsenfest, daß er es mir gesagt hat aber das stimmt leider nicht. Hätte ich es da schon erfahren, hätte ich nämlich meinen Unmut darüber geäußert, weil mir 7 Uhr einfach etwas zu früh ist und ich mich dann hetzen muß. Über halb 8 hätte ich noch mit mir reden lassen ... schließlich muß ich 55 km nach Wetzlar fahren!

Meine Enttäuschung gilt vor allem Herrn Rufft und Andreas Fichtel!

Daß ein , wie ich bisher dachte, gestandener Mann wie Herr Rufft es nötig hat, ein so billiges Geschenk anzunehmen, hätte ich nicht gedacht! Hier hätte ich mehr menschliche Größe erwartet. Es sieht so aus, als ob in dieser Beziehung die "Alten" doch noch was von der Jugend lernen können. Beispielhaft sei hier das mehr als faire Verhalten unserer Bezirksjugendleiterin Madeleine genannt, die mit Martin Schmidt ein kampfloses Remis vereinbart hat, obwohl dieser nicht "rechtzeitig" abgesagt hatte bzw. die Absage nicht angekommen ist (per E-Mail!).

Natürlich hat sich Herr Rufft streng regelkonform und auch an die Abmachung / vorverlegten Spielbeginn gehalten und sein Recht eingefordert. Aber genau hier beginnt ja die menschliche Größe und sportliche Fairness.

Den imaginären Fainesspokal möchte ich an dieser Stelle an Madeleine verleihen!

Andreas seinerseits hätte es in der Hand gehabt, daß wir die Partie doch noch spielen. Denn laut FIDE-Regel verleirt ein Spieler seine Partie wenn er nach über einer Stunde zum angesetzten Spielbeginn erscheint ... es sei denn, der Turnierleiter enscheidet anders!

Da es offensichtlich berechtigte Zweifel daran gab, daß Andreas wirklich alle Spieler über den Spielbeginn informiert hat, hätte er hier eben anders und vor allem sportlich entscheiden können / sollen!

So bin ich aber dann doch noch zu meiner ersten und hoffentlich letzten kampflos verlorenen Partie gekommen.

Seit 16 Jahren spiel ich vereins- und turniermäßig Schach und habe noch nie bei einem Mannschaftskampf gefehlt und in noch keinem Turnier einen kampflosen Punkt abgegeben. Daß ich mal trotz Anwesenheit eine Partie kamplos verliere, hätte ich nie gedacht!

Nun denn, am Verlauf des Tuniers werde ich nichts mehr ändern können, aber ob ich die nächsten Wetzlarer Turniere spiele ist sehr fraglich!

Ich möchte es an der Stelle jetzt aber nicht versäumen schon einmal dem Turniersieger unbekannterweise zu gratulieren. Auch allen anderen möchte ich sagen, daß es bis auf dieses Vorkommnis in der letzten Runde trotz allem ein schönes Turnier war., wozu eben nicht auch zu letzt die teilnehmer beigetragen haben. Einen besonderen Dank gilt auch dem mütterlichen Service von Thomas Schaub, der uns während des anstrengenden Turniers immer gut verköstigt hat.

Bleibt mir nur noch die Hoffnung, daß Herr Rufft, falls er einen Preis gewinnt nicht zu stolz darauf ist, denn einem geschenkten Barsch guckt man nicht in den Mund oder wie das heißt!

Gruß, Mark

Antworten:

Hallo Mark,

Ich kann deine Enttäuschung gut verstehen und nachvollziehen. Ich würde warscheinlich auch so reagieren.
Ich möchte aber hier den Turnierleiter mal in Schutz nehmen. Egal wie er entscheidet, einer von euch beiden hätte sich immer benachteiligt gefühlt und so hat er halt im Sinne der 1 Stunden Regel gehandelt und sich nicht darüber hinweggesetzt.
Herr Rufft hat mit diesem Verhalten tatsächlich einen Preis letztendlich gewonnen. Es ist keineswegs fair und sportlich, aber regelkonform. Hier kann man sich tatsächlich ein Beispiel an der Jugend nehmen.
Den Fairness-Preis muss sich Madeleine allerdings mit Patrick teilen. Der hat sich gestern auch mit seinem Gegner, der gestern wie du zu spät kam, auf ein kampfloses Remis geeinigt. Die gleiche Fairness wäre sicherlich auch von so einem erfahrenen und angesehen Spieler wie Herrn Rufft wünschenswert gewesen. Aber er hat im Sinne des persönlichen Erfolges gehandelt und auch das muss man wohl aktzeptiern.
Zu dem Thema, ob du dabei warst, als Andreas gesagt hat, dass der Termin auf 19 Uhr vorgezogen wird, kann ich nichts sagen. Ich hätte an seiner Stelle vielleicht eine Unterschriftenliste rumgehen lassen und mir von jedem bestätigen lassen, dass der Termin um 19 Uhr ist. Das hätte diesen Ärger mit Sicherheit erspart.
Zum Schluss noch was persönliches: Ich möchte an dieser Stelle noch mal Andreas Fichtl loben, da er seid Jahren ein tolles Turnier auf die Beine stellt, was ja auch die Teilnehmerzahlen zeigen. Ich war dieses Jahr zum dritten Mal dabei und werde mit Sicherheit nächstes Jahr wieder dabei sein.

Gruss
Andreas Gruhn

von Andreas G. - am 22.11.2003 09:00
Hallo!

Danke für den imaginären Pokal!
Ich konnte irgendwie net auf den Punkt bestehen!
Bei dem remis war mir viel wohler!
Naja nächstes Jahr wirds besser!
Ich fand das Turnier ganz gut, bis auf die letzte Runde, wo so viele kampflose Partiern waren!
Außerdem find ich den Spielort net perfekt!
Die Luft war teilweise sehr schlecht!
Aber sonst war es okay!
Mfg Madeleine

von Madeleine - am 22.11.2003 16:47
Zunächst möchte ich darauf verweisen, dass man auch auf höherer Ebene in dieser Sache nicht päpstlicher als der Papst sein muss. So hat etwa Vladimir Chuchelow in solch einer Situation seinen Gegner trotzdem spielen lassen und die Partie noch verloren...

Ich frage mich, warum in einem sonst derart vorbildlich durchgeführten und präsentierten Turnier (soweit ich dies als Nichtteilnehmer beurteilen kann)...

a) ...eine derartige Terminverlegung nicht "aufdringlicher" bekannt gemacht wird (soweit ich es verfolgt habe, erschien noch nicht einmal auf dieser Netzseite ein Hinweis...)
b) ...Andreas die Gegner der Zu-spät-Kommer nicht ausdrücklich zur Kulanz ermuntert hat, wenn schon die Informationspolitik derart zu wünschen übrig ließ.

Abgesehen davon finde ich persönlich es ziemlich abwegig, Freitag Abends (Nachmittags;-)) bereits um 19.00 Uhr die Uhren anzudrücken. Ein zeitiges Nach Hause Kommen war ja wohl durch die geringe Bedenkzeit bereits garantiert.

Die "kl-Verlierer" sind ja nicht die einzigen Opfer dieser Kapriole, hinzuzählen möchte ich auch deren Gegner, die eine Stunde gewartet haben, um dann wählen zu können, ob sie einen kampflosen Punkt einstreichen (Wer dem U12-Alter Entschlüpfte tut dies schon gerne?) oder sich durch das Weiterspielen möglicherweise einen Anlass für spätere Selbstvorwürfe liefern. Diese Stresssituation ist nicht gerade die beste Voraussetzung für gutes Spiel, da hilft auch keine Stunde Zeitvorsprung...

Und dann vermute ich mal, dass auch einige Partien gerade so nicht kampflos entschieden wurden (Der Spieler kam eben um kurz vor statt kurz nach Acht). Auch in einer solchen Situation sind die Rahmenbedingungen für beide Gegner natürlich alles andere als günstig.

Alles in Allem 'ne blöde Sache, welche das Licht auf die sonst immer einwandfreie Turnierleiterarbeit von Andreas unnötig trübt. Die Androhung, Wetzlar deshalb die Freundschaft zu kündigen, lieber Mark, kommt mir indes etwas überzogen vor, aber du hast ja auch noch am selben Abend gepostet. Vielleicht ist der Ärger ja mittlerweile etwas verraucht...

von Martin Drobinski - am 24.11.2003 17:36
Ehrlich gesagt ist mein Ärger noch nicht wirklich verraucht!

Natürlich denke ich nicht unentwegt daran, aber wenn ich dran denke, dann bin ich immer noch stinksauer!

Streng genommen könnte ich vielmehr das Verhalten , daß man mir nicht die Möglichkeit zu spielen gegeben hat, schon als Kündigung der Freundschaft auffassen! Denn unter (Schach)Freunde verhält man sich nicht so. Jedenfalls bin ich das so nicht gewohnt!

Beachtlich finde ich auch die Ignoranz der Wetzlarer gegenüber meinem Posting!

Es scheint also von dieser Seite offensichtlich eh kein Bedarf an einer "Versöhnung" bzw. an einer nachgereichten freundschaftlichen Geste zu bestehen!

Insofern ist das Thema für mich gegessen und ich werde mich jetzt auch nicht mehr dazu äußern. Es ist sowieso von meiner Seite alles gesagt, was zu sagen ist!

Gruß, Mark!

von Mark S. - am 24.11.2003 18:04
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