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Zweitfrauen und ihre Probleme
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
GabyAndrea, JellaBI, foxylady, Mimöschen

Trauer

Startbeitrag von GabyAndrea am 26.04.2003 23:58

Hallo ihr Lieben!

Ich lese euch seid mehreren Monaten...
Da alle ausser der "Ex" (naja, er ist noch nicht geschieden) von mir wissen, habe ich mich bis heute nicht getraut, irgendetwas öffentlich zu schreiben, falls sie durch Zufall auf diese Seite kommt. Aber jetzt ist es mir egal, weil ich nicht mehr kann. Mein "Fall" ist wahrscheinlich extrem speziell, aber dennoch kann ich mich in vielen von euren Gefühlen wiedererkennen.
Ich hatte am Donnerstag eine Fehlgeburt. Es war in diesem Jahr für uns noch nicht geplant, es wäre für mich aber auf jeden Fall trotzdem ein Wunschkind gewesen. (Bin 33 und wollte schon immer Kinder haben) Er ist dagegen vor vier Wochen von seine "EX" zum Vater gemacht worden, weil er tatsächlich so blöd war, dass er 8 Wochen, bevor ihm klar geworden ist, dass er die Ehe nicht mehr ertragen kann (sie ist borderliner und fremdgegangen, weiss ich nicht nur von ihm, sondern auch von gemeinsamen Freunden) mit ihr noch geschlafen hat. Wir haben uns zwei weitere Wochen später kennengelernt und er ist vier Wochen später zu mir gezogen... davon weiss "sie" aber nichts. Und ich wollte mich zu diesem Zeitpunkt auch nicht mit ihr belasten, obwohl ich im Nachhinein sagen muss, dass es wohl alles leichter wäre, wenn sie die Fakten kennen würde und ich nicht irgendwie das Gefühl haben müsste eine "heimliche Geliebte" zu sein. Sie hatte schon ein Kind mit in die Ehe gebracht, das mittlerweile 6 ist. Die Ehe dauerte 2,5 Jahre, davon war er schon vor mir 6 Monate von ihr getrenntlebend und hat es dann doch noch mal versucht. Nun wohnt er seid der Geburt des gemeinsamen Kindes überwiegend wieder dort (sagt mir aber, dass es für ihn kein zufriedenstellender Lebensabschnitt sei, er würde es nur mit Magentabletten irgendwie aushalten und sich wünschen würde, mit mir ein glückliches Leben zu führen), ich nehme an, dass er der Rolle als Familienvater irgendwie hinterhertrauert und sich für die Kinder verantwortlich fühlt. Ich gehe nicht davon aus, dass er zu seiner Frau zurück will, das weiss ich auch von seinem besten Freund, der mich gelgentlich anruft. Mir erzählte er heute wieder, ich sei seine Traumfrau und er hätte klar vor Augen, dass er eine glückliche Zukunft mit mir aufbauen möchte, und sie vor seinen Augen sehen würde, weil ich der wertvollste Mensch sei, den er jemals kennengelernt hätte...
Aber warum war er dann nach meiner (und ja irgendwie auch seiner) Fehlgeburt nur in den ersten 24 Stunden bei mir und lässt mich so sehr alleine. Seine Aussage war, dass er es dem Kind seiner Ex schon vor einer Woche versprochen hätte, mit ihm am Wochenende zu spielen... es fällt mir schwer, dieses (obwohl ich weiss, dass die Kinder doch am wenigsten dafür können) nachzuvollziehen. Für mich ist der Mensch, dem ich sage, dass ich ihn liebe immer das wichtigste und ich würde alles stehen und liegenlassen, wenn ich das Gefühl hätte, dass ein Freund oder eine Freundin von mir in einer Krise steckt.
Ich habe ihm heute gesagt (drei Stunden hatte er für mich), dass ich jetzt an einem Punkt bin, an dem ich dieses Leben nicht mehr ertragen kann und dass ich innerhalb der nächsten vier Wochen für mich die Konsequenzen ziehen müsse, um mich und meine Seele zu schützen. Es läge jetzt an ihm, die Dinge zu regeln, wobei ich auf keinem Fall von ihm verlange, dass er einen Entscheidung zwischen mir und den Kindern fällen muss. Aber ich möchte für mich das Gefühl haben, dass ich in seiner Prioritätenskala oben stehe und er sich um mich bemüht. Er hat schon viele Verletzungen bei mir hinterlassen. Ich kann heute nicht sagen, ob ich es irgendwann einmal wieder schaffe, ihm mein grundsätzliches Vertrauen zu schenken... auf jeden Fall muss er dafür jetzt langfristig etwas tun. Und trotz allem habe ich noch den Wunsch in mir, dass er es schafft, denn unser Leben, das zeitweilig ja auch nur "uns" im Mittelpunkt hatte und unser gemeinsamer "Alltag" war ansonsten so, wie ich mir einen Lebensgemeinschaft immer gewünscht habe... Wenn nur seine "Altlasten" nicht wären und er es besser schaffen könnte, die Dinge zu regeln. Stattdessen kommt es mir eher so vor, als würde er in der Ecke stehen, sich sein Leben ansehen, über die Umstände traurig sein, aber nichts machen, ausser sich den Kopf zu zerbrechen... wenn er sich weiter so verhält, ist mein Herz gebrochen.

So, und jetzt danke ich jeder von euch, die sich die Mühe gemacht hat, meinen langen Text zu lesen...
Wir haben es uns doch eigentlich alle verdient, glücklich zu sein...
deshalb finde ich es schön, wenn ich von euch auch mal was positives lese und ihr trotz allem, was gewesen ist davon schreiben könnt, dass eure Heirat ansteht...
;-)
Gaby

Antworten:

liebe gaby (liebe namensvetterin),
schön, dass du dich entschlossen hast, uns deinen kummer, deine probleme mitzuteilen. herzlich willkommen und kopf hoch.

ich glaube, ich kenne die fragen, die dir im kopf rumschwirren. warum ist "der ihr" kind ok und meines musste sterben? was habe ich falsch gemacht, wofür wurde ich bestraft?
ich möchte dich ganz fest in meine arme nehmen und dir sagen: du hast nichts falsch gemacht, es ist nicht deine schuld. es hat einfach nicht sollen sein.

ich glaube zu wissen, wie es dir wehtut, wie du leidest. und dann keinen rückhalt zu haben von deinem freud ist ein verrat. ein verrat an dir und eurem kind.

du solltest für dich entscheiden, ob du diesen druck aushalten kannst. es wird
noch jahre dauern und du wirst deinen freund immer mit der ersten familie teilen müssen. wenn er jetzt noch vatergefühle für ihr kind entwickelt, wird es ganz schwer. du fühlst dich als eindringling und nicht dazugehörend.
ich kann dir deine entscheidung nicht abnehmen, die kannst nur du allein für dich treffen.
uch war auch schon mehrfach so weit, meinen lg zu verlassen, weil m ich all seine probleme ( das mehr als 4 1/2 jährige warten auf die scheidung, die ständigen einmischungen und erpressungen der noch-frau, der anstrengende + nicht erzogenen sohn, das viele geld, was lg abliefern muss, weil die zu faul und zu dumm zum arbeiten ist .....)
aber lg steht immer zu mir. jetzt, wo ich so krank bin, ist er wenn immer für mich da. und nun weiss ich, dass er trotz der altlasten, der richtige für mich ist. die frage, sein sohn oder ich, kann ich nicht stellen . sie wäre unfair und würde unsere liebe zerbrechen.

ich wünsche dir ganz viel kraft für die zukunft und den mut für die richtige entscheidung.

alles liebe
:-)

foxylady
gabi

von foxylady - am 27.04.2003 11:53
Liebe foxylady
ich danke dir ganz doll für deine Worte. Wenn ich in dieser Situation eines als positive Erfahrung mitnehmen kann, dann ist es die Erkenntnis, dass ich nicht alleine bin, weil es zum Glück in meinem Leben Menschen gibt, die für mich genauso da sind, wie ich es für sie bin...
Aber dennoch ist es für andere, die die zusätzliche Belastung, einen Mann "mit Vergangenheit" zu lieben nicht kennen, nicht in allen Punkten nachvollziehbar, was mich belastet. Da tut es einfach gut, sich hier "aufgefangen und verstanden" zu fühlen. Deine Worte haben mir heute einfach gutgetan und obwohl wir uns überhaupt nicht kennen, hast du mir heute "Seelenschmiere" gegeben.
Dankeschön!!!
Ich habe "ihm" heute deutlich gesagt, dass ich so nicht mehr kann. Es ist kein Ultimatum, das beinhaltet, dass er sich für mich oder die Kinder entscheidet...das kann ich nicht verlangen und würde es auch nicht wollen... bin auch beruflich mit Kindern verbunden und möchte selber nicht, dass die Kinder "auf der Strecke" bleiben... aber ich darf dabei auch nicht so sehr leiden müssen. Jetzt muss er ein klares Zeichen setzen und die Dinge klären... mich mehr mit einbeziehen und mir nicht nur in Worten deutlich machen, dass ich der wichtigste Mensch für ihn sei (abgesehen von seiner Tochter, aber das stelle ich auch für mich nicht in frage) Aber er muss auch ganz klar Priotitäten setzen, wenn es um unsere Beziehung geht. Ich werde mich innerhalb der nächsten vier Wochen entscheiden... und diese Entscheidung wird von dem abhängig sein, was er in dieser Zeit macht.
Ich war lange genug einfach nur verständnissvoll und lieb... jetzt möchte ich auch einfach nur mal nichts machen und von ihm erfahren, dass er um unsere Behiehung und Zukunft kämpft...

Gaby

von GabyAndrea - am 27.04.2003 22:02

Das kenne ich!

Liebe Gaby,
das ist ja eine wirklich sehr traurige Geschichte, die Du uns da geschrieben hast. Auch von mir mein ganzes Mitgefühl!
Ich hoffe, Du wirst die Kraft finden, diese furchbare Situation einigermaßen unbeschadet an Geist und Seele zu überstehen! Und vielleicht hat Dein Kind ja auch eine sehr böse Vorahnung gehabt und wollte daher nicht bei Euch sein?!
Leider habe ich auch schon so meine Erfahrung mit diesem Typ Mann gemacht. In meiner letzten Beziehung war ich mit einem verheirateten Mann zusammen, der im Norden lebte und arbeitete, seine Familie aber im Süden hatte. Er erzählte mir, dass dort ja gar nichts mehr liefe und es eigentlich nur noch wegen der Tochter weiterläuft. Ich dumme Kuh habe ihm in meiner Verliebtheit natürlich geglaubt... Allerdings war ich eher auch die heimliche Geliebte im Norden, von der niemand etwas wusste und wehe, ich brauchte ihn mal dringend! Vorrang hatten immer Frau und Kind...
Wenn ich dann mal wieder Rabatz gemacht und meine Rechte (und eine Entscheidung von ihm) eingefordert habe, brachte er flammende Liebesschwüre hervor und sagte so ziemlich alles, was ich höre wollte (und hatte erstmal wieder seine Ruhe).
Man glaubt es kaum, aber ich habe ihm sogar noch seine Kisten gepackt und die Wohnung geputzt, als er wieder nach Süddeutschland gezogen ist...
Ich wünsche Dir, dass Du Dich nicht so weit erniedrigst wie ich es getan habe und dass Du erhobenen Hauptes aus der Beziehung raus kommst! Denn das solltest Du Dir wert sein - Du bist schließlich etwas sehr Wertvolles!
Alles Gute
Mimöschen

von Mimöschen - am 28.04.2003 09:00

Re: Das kenne ich!

Liebes Mimöschen!
Zum Glück kann ich dir antworten, dass ich stolz genug bin, um mich nicht erniedrigen zu lassen... du solltest mich mal sehen, wenn ich Flamenco tanze... *ggg*
Zum jetzigen Zeitpunkt habe ich noch irgendwo ein kleines bisschen Hoffnung und weiss von gemeinsamen Freunden und von seinem besten Freund zusätzlich, dass es für ihn darum geht, es irgendwie zu schaffen einen Weg zu einer gemeinsamen glücklichen Zukunft mit mir zu finden und dabei die Kinder mit einzubeziehen. Es geht nicht um die Ex. Dennoch geht es für mich trotz dieses Wissens darum, dass ich nicht mehr in der Lage bin, die Verletzungen zu ertragen. Es liegt für mich in meiner Hand damit umzugehen, was er in der nächsten Zeit klärt oder ob er in "Starre" verfällt. Und so sehr wir als "Zweitfrauen" auch leiden und es alles nicht verdient und verursacht haben... der Mann, der sich selber gegenüber die Schuld zugeben muss, der "Verursacher" zu sein, leidet auch... ich will nicht alles entschuldigen, aber habe auch ein wenig Verständnis dafür, dass ein Mensch darunter leidet und es verkraften muss, dass sein Leben nicht so verläuft , bzw. verlaufen ist, wie er sich es einmal gewünscht hat. Es ist ein Abschied, den er auch selber verarbeiten muss... er wird niemals ein "normales" und harmonsiches Familienleben mit den Kindern aus der ersten Ehe leben können. So oder so... es muss anders definiert werden und im besten Fall ist es möglich, dass die Kinder am Wochenende erfahren, dass es für ihren Vater mit einer anderen Partnerin möglich ist, ein harmonisches Leben zu leben und sie daraus auch ein Stückchen für sich mitnehmen... Ich weiss, heillos optimistisch... aber ich habe zwei Freundinnen, bei denen es tatsächlich so läuft... die eine davon wird im August heiraten und der Sohn ihres "Zukünftigen" sagte ihr vor kurzem erst, dass er (er ist 9) sie selber heiraten würde, wenn es nicht schon sein Vater tun würde...
;-)
Lieber Gruß
Gaby

von GabyAndrea - am 28.04.2003 22:40
Liebe Gaby,
das klingt wirklich ganz schlimm, was du da erlebst und schreibst!
Warum darf die Ex oder Nochfrau und frisch gebackene Mutter nichts von dir wissen?
Ich weiß aus meiner Lebenserfahrung, dass diese Lügerei und diese Heimlichkeiten nie ein Zeichen für wahre Liebe sind!
Soll sie geschont werden und dir, der angeblichen Traumfrau, wird dafür um so mehr zugemutet?
Das finde ich gut, dass du entschlossen bist, diese Situation nicht mehr endlos lange hinzunehmen.
Männer können manchmal das Leben mit zwei Frauen jahrelang "aushalten", wenn man (frau) sie lässt...
Ich wünsche dir Mut, Kraft und Entschlossenheit (und dass er dann eine eindeutige Entscheidung für dich fällt!!)
Jella

von JellaBI - am 05.05.2003 07:15
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