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Informationen zum Thema:
Forum:
Zweitfrauen und ihre Probleme
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Tusnelda, Murmel, Ilona, Jella, Anny:))

Wie macht Ihr das eigentlich ?

Startbeitrag von Tusnelda am 28.10.2004 11:26

Hi Mädels, mich würde mal interessieren wie Ihr es schafft Eure Beziehungen, trotz Palaver mit der Ex, Stress mit den Kindern, Anwaltsgesprächen etc, etc., lebendig und schön zu machen bzw. zu erhalten.
Ich hab ja schon einmal geschrieben, wenn ich merke "ES REICHT" mal wieder, dann wird bei uns das Telefon auf stumm geschaltet und das Handy ausgemacht. Meistens wird dann lecker gekocht, erzählt und ein Glas Wein gemütlich getrunken. Es gibt ja Tage, da überschlagen sich die (negativen) Ereignisse und dann muß man die Notbremse ziehen ;-) ;-) ;-)
Und wie macht Ihr das ?
Liebe Grüße
Heike

Antworten:

Hallo Heike,
das ist eine gute Frage. Wir hatten erst heute wieder eine Auseinandersetzung wegen seinem Verhalten.

Wenn alles gut geht und das geht nur, wenn ich mit mir vorab im klaren bin, dann schaffen wir es über diese Dinge zu sprechen.

Er sagte heute zu mir: Die Firma geht vor! Toll.
Gute Einstellung erst mal aber, wenn sein Sohn kommt und das macht er hin und wieder mal, wenn’s dem Sohn halt passt, dann kann mein Mann nicht erwarten, dass ich mich kümmere.
Toll.
Schnallt das mein Mann? Nein.

Wir haben kein geregelten Kontakt zum Sohn 13, er kommt und geht, keiner weiß wann oder, wie lange der Junge denn bleibt.
Hängt auch damit zusammen, wenn er Stunden lang alleine Zuhause ist und Muttern irgendwo ist, dann kommt er halt zu uns. Toll.

Aber muss ich das zwangsläufig alles so Klasse finden? Nein.

Mein Mann kann nicht NEIN sagen, er will den Junge auch nicht weg schicken. Versteht Anny das? Klar.

Anny versteht alles, grenzenlos, immer, von morgens bis abends.

Hatte ich schon erwähnt, dass mir das total auf den Sender geht.
Warum werde ich eigentlich nicht gefragt. Toll.

Unsere Basis ist immer das Gespräch, hm, wir arbeiten dran, dass es auch bloss so bleibt.
Normalerweise teilen wir uns die Verantwortung, auch was das Geld betrifft.

Wir packen alles in ein Pott und einer hat immer mehr als der andere.
Aber ich bin ja glücklich, wenn er glücklich ist. Ha.

Werde mal drüber nachdenken, ob ich denn auch glücklich bin.

Oh, ja es gibt Tage die Überschlagen sich nur so und man merkt nicht, wenn eine Woche um ist.
Dann könnte ich meine Klamotten packen und abhauen. Nicht vor meinem Mann, er ist ok, er ist ein Mann und das war es auch schon, aber die Situationen eben die nerven sehr.

Und, ich habe dann auch mal das Talent ihm Vorhaltungen zu machen ( er nennt das so).
Dann jammert er und leidet, weil ich ihm ja immer wieder klar mache, dass es sein Rummel ist und nicht meiner. Ich bin zur Unterstützung da und nicht um alles auf mich zu nehmen.
Diesen kleinen Unterschied erlernt mein Mann noch, nach 10 Jahren sind wir etwas gelassener und wissen, dass nicht alles etwas bringt u. nützlich ist.

Mein Mann kann mir jederzeit vor den Kopf stossen, Termine werden umgeschmissen so kurz vor knapp und ich höre mich dann an, ich sei nicht spontan. Toll.

Sein Sohn kann machen was er will und auch sagen was er will da kommt nix.

Ok, ich verstehe es.
Mein Mann kann nicht alle paar Monate seinen Sohn sehen und dann den Vater spielen.
Aber ich kann es auch nicht. Oder?

Ich glaube es ist gut, wenn man im groben erst mal in sich hört, und dann versucht es nach aussen zu bringen.

Es ist nicht leicht aber das weiß jeder hier für sich selbst. Aber ich bin der Ansicht man muss wachsen in allem sonst geht es nicht.

Ich bin auch nicht mehr bereit alles hinzunehmen und ich sage es auch.

Sohn kommt mit Hund ich kenne den nicht, wollte nicht, dass der Hund hier rumhängt, sondern, wie es vereinbart war, sollte mein Mann mit und Sohn ein Stück laufen.

Sohn fragte meinem Mann: Warum hat Anny Angst vor dem Hund? So ein Schwachsinn.
Und anstatt mein Mann mal sagt, es ist keine Angst, sondern eben so und so. Nein.

Solche Missstände sind Kleinkram aber die kann man auch übertragen auf grosse Dinge.

Man muss sich eben immer und immer wieder mitteilen.
Heute sagte mein Mann doch glatt, er wusste das nicht, dass ich das so sehe oder so sehe.
Als hätten wir uns gestern erst kennen gelernt. Weißt was Heike, er kapiert es eben nicht anders.
Männer denken wohl auch aber irgendwie sind die Panne in der Birne.
HALLO, kann das mal jemand bestätigen?

Anwaltsgespräche. Man hört mir auf.
Mein Mann nimmt oder nahm vieles auf die leichte Schulter und glaubte viel zu viel von der Gegenseite.

Ich meine ja, man sollte, wenn man so einen Feind an der Backe hat etwas wachsamer sein. Etwas.
Ich kann dir sagen, wenn alles so gelaufen wäre, wie mein Mann es zugelassen hätte, wären wir mit unserem Leben heute in der Gosse.

Nicht das ich damit sagen will mein Mann hat nichts auf der Pfanne.
Aber er diskutiert nicht, er reagiert zwar irgendwann aber dann weiß kein Mensch mehr, wohin diese Reaktion nun passen könnte.

Sein Sohn kennt die Schwäche und nutzt es aus und ich sehe nicht ein, dass ich beide betreue oder pädagogisch eingreife.
Und, das beste.....Heike, sagt doch mein Mann glatt zu mir: Ich möchte das du dich einmischt.
Ha.
Hat eine Weile gedauert muss ich zugeben bis ich kapiert habe, was er genau meint damit.
Weiß es jemand? Hilfe mein Mann bringt mich manchmal zur Weisglut.

So, dass erst mal von mir. Was meinst dazu? Passt was? Können wir einen Club gründen?
Das Leben ist schön. Trallala und Juchhu.



von Anny:)) - am 28.10.2004 12:14
Liebe Heike,
das mit der Notbremse kann ich nicht so gut, müsste eher bremsen lernen,Ich schlucke und schlucke und schlucke - man will ja keinen Ärger machen uns im Gegensatz zur doofen Exe immer lieb und verständnisvoll sein - und dann geht plötzlich gar nichts mehr, ich sage HALT, aber mein Mann kann dann nicht so schnell umschwenken.
Unser Dauerstreitpunkt ist, dass er zwar unglaublich lieb zu mir ist, wenn wir alleine sind, mich aber schon oft im Regen stehen lassen hat, wenn andere Leute dabei sind, mich vor den Unverschämtheiten seiner Familie auch nicht richtig in Schutz nimmt.
Durch den Gerichtstermin letzte Woche war nun die Exe wieder dauernd Thema, hatte das Gefühl, sie sitzt quasi immer mit am Tisch, schrecklich.
Durch Stress im Job und viel Hetzerei (meine jüngste Tocher ist Montag operiert worden, ich war dann neben der Arbeit noch zwei Mal täglich im Krankenhaus, meine älteste Tochter ebenfalls krank, was mir Sorgen machte) hatte ich einfach keinen Nerv mehr für dauernde Gespräche über Ex und deren Kinder.
Mein Mann versteht das dann einfach nicht, wieso, gestern ahbe ich ihm doch noch freundlich zugehört und mit nachgedacht und von jetzt auf gleich will ich das Thema nicht mehr - launisch!
Für mich ist es aber die Notbremse.
Und das positive "Programm" geht dann manchmal schief: als ich gestern aus dem Krankenhaus nach Hause kam, führte eine Spur aus Rosen und Kerzen ins Bad, wo schon das Bedewasser eingelassen war - schön romantisch, nicht? Nur war mir gar nicht nach baden, das fand mein Mann natürlich undankbar (ich bin ja mit in die Wanne gegangen, habe mich aber wohl nicht "richtig" und doll genug gefreut), jetzt ist er beleidigt. Mir kann man's eben nicht recht machen, bin eine schwierige Frau...
Ich brauche eben was anderes, dass er gegenüber Dritten deutlich zu mir hält, seinen Kindern gegenüber endlich konsequent ist, sich von der Exe nicht mehr einwickeln lässt - dann kann ich mir das Badewasser gerne alleine einlassen.

Aber grundsätzlich hast du Recht, Heike: Mann darf der Vergangenheit nicht zu viel Raum im gemeinsamen Leben einräumen, muss aktiv für schöne gemeinsame Stunden sorgen.
Bei uns sind das oft günstige Wochenendreisen, die uns gut tun.
Und anfangs haben wir mal vereinbart, dass das Thema "Exe und Kinder" nach maximal 30 Minuten abgebrochen wird, damit man nicht ganze Abende damit verbringt.Und in unserem Bett darf ihr Name nie erwähnt werden.

Liebe Grüße,

Jella

von Jella - am 28.10.2004 13:59
Wegen das Badewasser kenne ich ein Rezept, Jella: liest mal zusammen "Der kleine Prinz". Und erklär es ihm bei dem Beispiel mit dem Fuchs, der sich zähmen läßt.
Wenn man vorher weiß, hat man die Möglichkeit sich innerlich vorzubereiten und sich darauf freuen. Aber wenn man müde vom Krankenhaus kommt, wenn die Kinder krank sind, dann sind Überraschungen ein regelrechtes Überfall. Will er dir was nettes tun, dann sollte er abwarten, dich fragen. Die Badewanne wäre bestimmt auch eine halbe Stunde später genau dort im Bad zu finden gewesen, vielleicht wäre mal die einfache Frage angenehmer gewesen, ob du was trinken möchtest, oder einfach nur "hallo, wie gehts deinem Kind?"

Ilona

von Ilona - am 28.10.2004 16:04
Guten Morgen,
wenn ich Eure Beiträge lese, erkenne ich mich in ganz vielen Situationen wieder.
Mädels, es ist nunmal so wir haben uns einen "gebrauchten" Mann geangelt und Männer neigen irgendwie dazu den Kopf in den Sand zu stecken.
Anny, ich kenn das "misch du dich mal schön ein, damit ich (in dem Fall er) nicht alles allein machen muß". Wenn aber dann etwas nicht so läuft, dann kriegt man wieder einen vor den Bug und muß es aushalten. Kenn ich zu genüge :D
Und ich kenn auch dieses Gefühl des überfordert sein und zwar so überfordert, das ich nur noch schreien könnte.
Mein Tagesablauf ist vollgepackt bis oben. Ich geh von 7-11 arbeiten, fahr dann nach Hause um mich um meinen Hund zu kümmern, in dieser Zeit wo ich zu Hause bin mache ich ja keine "Mittagspause", sondern spüle, saug eben durch etc., fahr dann wieder arbeiten bis gegen 16 Uhr, dann wieder nach Hause, mit dem Hund laufen und alles mögliche was dann einfach so anfällt, wie kochen, bügeln etc. Ich habe gestern einer Freundin gesagt, ich würde am liebsten mal 4 Tage am Stück schlafen so kaputt bin ich. Ich habe gestern nach der Arbeit einen Friseurtermin gehabt und anschließend Pizza mitgebracht. Als ich nach Hause kam, hatte er den Tisch schön gedeckt, um meinen Platz lagen Rosen und ein Kärtchen auf dem er sich für meine Geduld, Liebe und Hilfe bedankt hat.
Da muß ich sagen, so grottenmüde ich auch war, das war für mich wirklich wie ein Pusch und der Abend ist noch sehr schön geendet.
Ich will damit nur sagen, ich kenne die tiefe Grundmüdigkeit, aber manchmal tut so etwas einfach gut und gibt, bei aller Wut die man zwischendurch immer hat, der Beziehung enen Kick und man vergisst, wneigstens für kurze Zeit, den Schatten der Ex. Versteht Ihr wie ich das meine ?
Ich will damit nur sagen, das man ganz bewußt sich Freiräume ohne die EX schaffen muß. Ich weiß nicht wie ich es anders ausdrücken soll.
LIebe Grüße und fühlt Euch virtuell ganz fest gedrückt :rp:
Heike

von Tusnelda - am 29.10.2004 05:46
Hallo Heike,

dieses Gefühl, daß die Streitigkeiten um die Ex einem langsam zu viel werden kenne ich wirklich gut. Ich war nach all den Prozessen total am Ende. Als mein LG seinen Berufungsprozess im Feb. 03 verlor, dachte ich, daß es nicht mehr weiter geht. Wir beide hatten keine Kraft mehr.
Mittlerweile geht es uns gut und alles finanzielle hat sich geregelt. Die Ex kriegt ja keinen EU mehr und somit geht es bei uns wirklich Berg auf.

Wir haben aus diesen Erfahrungen gelernt. Und nun machen wir einmal im MOnat, oder spätestens alle zwei Monate ein `WE nur für uns und wir machen was besonderes. Wir lassen es uns richtig gut gehen. An diesen WE's wird nicht über die Ex oder das Kind geredet, bzw. keine Erziehungsprobleme besprochen.

Und ich merke, daß wir Fortschritte machen. Wir streiten längst nicht mehr so oft wie früher und genießen jetzt endliche unsere Liebe. Ich merke auch, wie mir immer mehr die Ex am A.... vorbei geht.

Ich denke, daß es wichtig ist, so wie ihr es macht, einfach mal den ganzen Ärger auszublenden. Denn sonst geht die Beziehung irgendwann den Bach hinunter.

Liebe Grüße

Murmel

von Murmel - am 29.10.2004 15:00
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